Ganz Kaltenbrunn nahm am Samstag Abschied von Hermann Krauß, der bereits Anfang Dezember einem Herzversagen in Berlin erlegen war. Der Diplom-Agraringenieur und Fachjournalist wurde nur 45 Jahre alt. Ehemalige Schulkameraden des Kepler-Gymnasiums Weiden, viele Freunde aus Berlin, München, Halle und anderen Orten waren angereist, um von einem besonderen Menschen Abschied zu nehmen. „Es fällt nicht nur mir schwer, auf das Warum zu antworten, Gottes Pläne begreifen zu können“ sagte Pfarrer Stefan Fischer beim bewegenden Trauergottesdienst am Samstag in der bis zu den Emporen überfüllten Martins-Kirche.
Hermann Krauß wurde seinen Eltern Georg und Emmi Krauß am 16.September 1980 als Zweiter von drei Söhnen geboren. Nach der Grundschule besuchte er das Kepler-Gymnasium in Weiden, spielte viele Jahre auch im Posaunenchor. Der Tod seines Vaters war für ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Halt gab ihm die spirituelle Suche, die ihn zum christlichen Glauben führte. Er übernahm Verantwortung für die Mutter und arbeitete auf dem Hof mit. 2001 begann Hermann Krauß ein Studium der Agrarwissenschaften an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, das er als Diplom-Agrar-Ingenieur abschloss. 2008 folgte ein Volontariat beim Deutschen Landwirtschaftsverlag. In München fand er eine Anstellung als Fachjournalist, wurde Redakteur. 2012 wechselte er zur Niederlassung nach Berlin und arbeitete seit 2019 bei Emminger & Partner als Redakteur für die Fachpublikation „Landwirtschaft ohne Pflug“.
Im Jahr 2021 verstarb seine Mutter. Hermann Krauß kämpfte gegen Depression und Burnout. Am Neujahrstag 2024 wurde er Opfer einer schweren Körperverletzung. Es folgten mehrere Krankenhausaufenthalte. Krauß kämpfte sich zurück ins Leben. Durch seine gefühlvolle und wertschätzende Art gewann er viele Freunde. Regelmäßig zog es ihn in seine Heimat – nach Kaltenbrunn, Neustadt, Weiden und Floß. Er kam, um Geburtstage zu feiern, um auf das Marktfest oder wie zuletzt fröhlich auf die Kirwa zu gehen, oder wenn es galt, bei etwas bereitwillig mitzuhelfen. Ob es im Raum München darum ging, einen Hof zu pflastern, in Berlin einen Schrebergarten aufzuräumen, in Kaltenbrunn Holz zu sägen oder in in Weiden der Mutter eines ehemaligen Schulkameraden bei Behördengängen zu helfen – Hermann Krauß war da.
Leidenschaftlich gerne sammelte er Erinnerungsstücke. Oft machte er sich Notizen, verschriftete seine Eindrücke und Gedanken. Und er hatte eine große Liebe zur Sprache, schrieb Gedichte und Songtexte, spielte mit Worten und improvisierte, freestylte und brachte seine Gedanken oft in Reimen zum Ausdruck. Kreativität war für ihn ein Ausdruck von Lebendigkeit und Verbundenheit.
In seinem ehrenden Nachruf sprach FC-Chef Andreas Malzer von einem „kämpferischen Teamspieler und Freund, auf den immer Verlass war, der immer in unseren Herzen ist.“ Kirchen- und Posaunenchor sorgten für eine musikalische Gestaltung der Beisetzung.













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