26.09.2019 - 17:41 Uhr
Oberpfalz

Kastl dennoch "herausragend"

Es sieht lange Zeit gut aus für die Gemeinde Kastl. Doch das Rennen machen andere Kommunen. Statt dem Gütesiegel "Heimatdorf 2019" und 60 000 Euro gibt es "nur" eine Urkunde vom bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Mit dem Projekt „Aufwertung des Sport- und Freizeitgeländes“, das unter anderem die Anlage eines Weges entlang der Haidenaab (rechts) vorsieht, hatte sich die Gemeinde Kastl um das Gütesiegel „Heimatdorf 2019“ beworben. Ob, wie und wann die Pläne umgesetzt werden, ist jetzt Sache des Gemeinderates.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Dass es für Kastl nicht gereicht hat, hatte Bürgermeister Josef Etterer bereits vergangene Woche in der Gemeinderatssitzung mitgeteilt (wir berichteten). Er hatte die Kommune im Frühjahr mit dem Projekt "Aufwertung des Sport- und Freizeitgeländes der Gemeinde Kastl" zum Wettbewerb um das Gütesiegel "Heimatdorf 2019" angemeldet. Damit suchte das Staatsministerium der Finanzen und für Heimat nach kleinen Kommunen (bis 5000 Einwohner), die mit überragender Lebensqualität und besonderer Heimatverbundenheit ihrer Bewohner Vorbild für andere Gemeinden sein können.

Pro Regierungsbezirk werden am 30. September zwei Teilnehmer prämiert. 50 000 Euro sind jeweils dafür ausgelobt, Kommunen mit Lage in einem Raum mit besonderem Handlungsbedarf erhalten sogar 60 000 Euro.

Jury zwei Mal da

"Dazu zählt der Landkreis Tirschenreuth", betont Etterer. Wie er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärt, sei Kastl in der engeren Auswahl, sprich unter den vier Finalisten, gewesen. Die Jury habe sich zwei Mal vor Ort ein Bild von dem geplanten Projekt gemacht. "Der Kommission hat auch imponiert, was schon besteht", so das "schöne Sportgelände und ein größeres Schützenheim mit hochwertigen Schießanlagen". Das Urteil sei "wohl denkbar knapp" gegen Kastl ausgefallen.

Die Hoffnung auf einen Sieg hatte auch die Tatsache genährt, "dass wir zwei Mal zur Preisverleihung eingeladen wurden". Allerdings habe er in dieser Hinsicht seit der Ergebnisbekanntgabe nichts mehr gehört. Etterer nimmt die Entscheidung sportlich, zumal aus der Oberpfalz insgesamt 27 Kommunen das Gütesiegel haben wollten. "Es war ein Wettbewerb, da kann nur einer gewinnen." Aber vielleicht gebe es für die Finalisten "noch ein Zuckerl".

Mit der Bewerbung "haben wir uns ganz große Mühe gegeben". Etterer spart hier nicht mit Lob für den Kreisfachberater für Gartenbau, Harald Schlöger. Dieser habe ein "wunderbares Projekt entworfen", für das Hans Walter "wertvolle Zuarbeit" geleistet habe. Die geplante Maßnahme beinhalte die Anlage eines neuen Weges entlang der Haidenaab und einen Zugang zum Gewässer mit Blick auf Schloss Wolframshof sowie einen Fuß- und Radweg um den Festplatz. Dazu gehörten ebenso der Spielplatz und die Streuobstwiese, deren Bestand gesichert und erneuert werden solle, sowie Ruhebänke am Wasser. Andere Bewerber seien mit einem Projekt angetreten, "das sie über Jahre umsetzen wollten", daher seien diese in der Planung schon weiter gewesen.

Eindrucksvoll präsentiert

In einem Begleitschreiben zur Finalisten-Urkunde an Etterer würdigte Heimatminister Albert Füracker "die umfassende und aufwendig gestaltete Bewerbung". Kastl habe sich mit seinem "Engagement für den Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität eindrucksvoll präsentiert". Auch wenn andere Projektideen die Jury "leider mehr überzeugt" hätten, habe die Kommune gezeigt, dass sie "auf alle Fälle herausragend ist", betont der Minister.

Ob und wann das Projekt nun umgesetzt wird, steht noch nicht fest. "Das muss im Gemeinderat beschlossen werden", sagt Etterer. Ohne das zweckgebundene Preisgeld von 60 000 Euro ("Ein guter Batzen") müssten die Kosten von schätzungsweise bis zu 100 000 Euro aus Haushaltsmitteln bestritten werden, "was dann wohl länger dauern würde".

Nicht ausgeschlossen ist, dass sich Kastl 2020/21 erneut um das Gütesiegel bewirbt, wozu auch Füracker ermuntert hat.

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