12.11.2018 - 16:19 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

30 Jahre Schrecken in der Oberpfalz

Der Katholische Männerverein hatte zur Herbstversammlung geladen. Johann Walter referierte zum Thema „Der 30-Jährige Krieg in der Oberpfalz“ und lockte damit ein Publikum aus nah und fern.

Mit großem Interesse verfolgen die Gäste Hans Walters Ausführungen zum dreißigjährigen Krieg in der Oberpfalz.
von C. & W. RupprechtProfil

Der katholische Männerverein hatte zur Herbstversammlung geladen. Johann Walter referierte zum Thema "Der dreißigjährige Krieg in der Oberpfalz" und lockte damit ein Publikum aus nah und fern. Schon vor dem offiziellen Beginn bestürmten die Besucher des Abends den Referenten mit vielen Fragen. Rund 40 Personen aus Kastl, Kemnath, Eschenbach, Heinersreuth, Schwarzenbach und der weiteren Umgebung waren gekommen.

Walter betonte, dass er sich in der Vorbereitung auf den Abend auf vorhandene Literatur gestützt habe und stellte den Gästen die Bücher auch vor. Der "Prager Fenstersturz" war ein Auslöser für einen erst regional begrenzten Krieg, der 1618 begann und der sich rasch auf ganz Europa ausweitete. Andere Ereignisse, einzelnes Machtstreben und die Auseinandersetzungen der beiden christlichen Konfessionen, die Luther 1517 mit seinen 95 Thesen ausgelöst hatte, spielten ebenfalls eine Rolle.

Fast alle Einwohner der kurpfälzischen Oberpfalz waren inzwischen zum protestantischen Glauben gewechselt. Die Region befand sich mit dem damals sehr bedeutenden Landrichteramt Kemnath/Waldeck auch im Fadenkreuz der Auseinandersetzungen.

An den überregional wichtigen Handelsstraßen von Nürnberg über Bayreuth nach Eger und Prag und von Regensburg über Amberg nach Norden hatten Kemnath, Waldsassen und Mitterteich ständig unter den durchziehenden Truppenverbänden der katholischen Liga und der evangelischen Union zu leiden. Die Glaubenslinie verlief entlang der Haidenaab und dem Kulm als Landmarke. Schließlich wurden Soldaten in den Städten einquartiert. Auch Kemnath wurde Garnisonsstadt.

Versorgt wurden sie nicht von ihren Kriegsherren, die Städte wurden verpflichtet, sich um sie zu kümmern. So schrumpfte der vorhandene Viehbestand rasch, die Getreidelager waren bald leer. Hinzu kamen Plünderungen, weil die Soldaten oft ihren Sold nicht bekamen. Zusätzlich wurde die Bevölkerung von mehreren Missernten und harten, langen Wintern heimgesucht und litt schweren Hunger. Schließlich brach auch die Pest aus und raffte viele Menschen dahin.

Der Krieg dauerte von 1618 bis 1648. Am Ende war die Region völlig verwüstet. Kemnath war leergegessen, die Waldecker Burg fiel an die Schweden, sie zerstörten die Senkendorfer Mühle, damit kein Mehl mehr gemahlen werden konnte. Für das kommende Frühjahr sind noch weitere Vorträge von Johanns Walter geplant. Ein ausführliches Interview mit dem Referenten zum Thema folgt in einer der nächsten Ausgaben.

Detailreich zeigt Hans Walter die Auswirkungen des dreißigjährigen Kriegs auf das Kemnather Land auf und überzeugt dabei mit seinem umfangreichen Wissen.
Robert Steinkohl bedankt sich bei Hans Walter für den interessanten Vortrag.
Robert Steinkohl, zweiter Vorsitzender des Katholischen Männervereins Kastl, begrüßt den Referenten Hans Walter zur Herbstversammlung im Pfarrheim.
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