16.10.2019 - 14:34 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Erntedank: Erst denken, dann essen

Das Organisationsteam des Kastler Frauenbunds hatte wieder zur Erntedankfeier eingeladen. Sie war Anlass, den gedankenlosen Konsum von Lebensmitteln zu hinterfragen.

Traditionell endete die Erntedankfeier des Katholischen Frauenbundes mit einem gemeinsamen Essen.
von C. & W. RupprechtProfil

Das Organisationsteam des Katholischen Frauenbunds hatte zur Erntedankfeier eingeladen. Nach einem Gottesdienst genossen die Teilnehmerinnen im Pfarrheim Zucchinisuppe, Braten mit verschiedenen Salaten und ein verführerisches Weintraubendessert.

Die besinnlichen Texte zeigten die Schere zwischen Essenskonsum und Herstellung der Lebensmittel auf. Oft werde nicht darüber nachgedacht, welch langen Weg die Nahrungsmittel hinter sich haben oder unter welchen Umständen sie erzeugt wurden. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ruft zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln auf. "Denn gedankenloser Konsum ist nicht nur ethisch fragwürdig, sondern verschwendet auch wichtige Ressourcen", heißt es dort.

Weltweit werden 70 Prozent des entnommenen Süßwassers für die Landwirtschaft verbraucht. Tierische Produkte benötigen mehr Wasser als pflanzliche in der Herstellung. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln bedeutet auch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser. Pflanzen brauchen Platz zum Wachsen, energiereiche Böden, Sonne und Regen. Ohne die Natur würden die Teller der Menschen leer bleiben.

Trotz der Fülle von Nahrungsmitteln gibt es noch viele Menschen auf der Welt, die keinen Zugang zu sauberen Wasser haben und hungern müssen. Eine gerechtere Verteilung von Nahrung und Bezahlung der Bauern und Arbeitern in verarbeitenden Betrieben ermögliche weltweit bessere Lebensbedingungen. Doch auch Naturkatastrophen und Klimaveränderungen gefährdeten die Versorgung von Mensch und Tier.

Umso mehr sollte gedankt werden, wenn Teller und Tassen täglich und regelmäßig gefüllt sind. Das tägliche Tischgebet beim Essen werde mit neuem Bewusstsein ein Dankgebet, auch für Freunde, Wohnung, Heimat, Arbeit, Kleidung und Gesundheit.

So wurde auch das Tischgebet der Frauen im Pfarrsaal zu einem Erntedank. Mit Respekt vor Gottes Schöpfung hielten sie in ihrem Alltag inne, um Gott zu danken und in Ruhe zu essen.

Besinnliche Texte zeigten die Diskrepanz zwischen einer Fülle von Nahrungsmitteln in unserem Land und den Erzeugungsbedingungen in der ganzen Welt auf.
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