14.05.2020 - 16:01 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Frau vertritt erstmals den Kastler Rathauschef

Michaela Veigl neue Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Kastl – Marco Streng weiterer Stellvertreter

Die neue Zweite Bürgermeisterin Michaela Veigl legt den Amtseid vor Rathauschef Hans Walter (rechts) ab.
von Holger Stiegler (STG)Profil

CSU-Gemeinderätin Michaela Veigl tritt die Nachfolge von Arno Stahl als Zweite Bürgermeisterin an, Stahl wird stattdessen CSU-Fraktionssprecher. Erstmals gibt es in Kastl einen "weiteren Stellvertreter des Bürgermeisters": Dieses Amt ging an CSU-Gemeinderat Marco Streng.

Vor diesen Wahlen nutzte Walter am Dienstagabend die Gelegenheit für eine kurze Antrittsrede. Zunächst galt sein Dank allen Beteiligten für einen fairen, sachlichen und aufgeregten Wettbewerb in den Wochen vor den Wahlen. Die nun beginnende Periode werde wie kaum eine andere viele Umbrüche und Veränderungen in der Gesellschaft, in der Wirtschaft sowie in der Politik mit sich bringen. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen uns sehr deutlich, wie schnell in kürzester Zeit neue Antworten auf Fragen gefunden werden müssen, an die wir vor ein paar Wochen wohl nie gedacht hätten", sagte Walter.

Auf Neues einlassen

Für die Kommune bedeute dies, dass man sich auf viel Neues einlassen müsse. "Ob uns die Antworten aus der Vergangenheit bei den Fragestellungen der Zukunft immer hilfreich sind, wird sich erst herausstellen müssen." Er versprach eine "offene, direkte und umfassende Kommunikation" mit den Bürgern. Bei den Lösungen von Problemen und Aufgaben werde es aber auch einmal von Bürgermeister und Gemeinderat unpopuläre Entscheidungen geben, die man der Bevölkerung gegenüber ehrlich vertreten müsse.

"Die Kraft, Neues anzugehen und umsetzen zu können liegt deshalb eindeutig im Miteinander und im Gemeinsamen und nicht in der Konfrontation und im Gegeneinander", stellte Walter fest. Dazu gehöre für ihn eine offene, ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit, bei der persönliche Belange hintenanstehen müssten.

Für die CSU-Fraktion betonte Marco Streng stellvertretend für den erkrankten Sprecher Arno Stahl, dass sehr intensive Aufgaben vor dem Gremium liegen werden. Dem neuen Bürgermeister wünschte er viel Erfolg bei der Arbeit und auch das nötige "glückliche Händchen". Gerhard Dobmeier, Sprecher der FW-Fraktion, betonte, dass der Gemeinderat einen tiefgreifenden personellen Wechsel erlebe. "An Themen wird es uns in den nächsten Jahren nicht mangeln, das Corona-Virus ist eine zusätzliche Herausforderung." Er plädierte dafür, nur rein äußerlich auf einen Abstand von 1,50 Metern zu gehen, für die Arbeit zum Wohle der Gemeinde sei ein Zusammenrücken nötig.

Kugler scheitert zwei Mal

Bei den anschließenden geheimen Wahlen für das Amt des Zweiten Bürgermeisters schickte die CSU Michaela Veigl ins Rennen, den Vorschlag hatte Marco Streng unterbreitet. Für die Freien Wähler schlug Dobmeier den unterlegenen Bürgermeisterkandidatin Dominik Kugler vor. Mit einer Mehrheit von 7:5 - die dem Kräfteverhältnis entspricht - setzte sich die CSU-Kandidatin durch: Erstmals wird damit das Amt von einer Frau besetzt. Anschließend erfolgte die Vereidigung Veigls. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gremiums, einen "weiteren Stellvertreter des Bürgermeisters" zu bestimmen, schlug Veigl hierfür CSU-Gemeinderat Marco Streng vor. Für die Freien Wähler kandidierte auf Vorschlag Dobmeiers erneut Kugler. Die Abstimmung erfolgte per Akklamation, auch hier setzte sich der CSU-Kandidat mit 7:5 Stimmen durch. Eine Vereidigung war hier nicht notwendig.

CSU-Gemeinderat Marco Streng fungiert künftig als "weiterer Stellvertreter des Bürgermeisters".
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