25.07.2019 - 12:16 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Mit Händen und Ohren "sehen"

Zum Thema "Sehen mit den Augen" hatte sich Lehrerin Andrea Fachtan etwas Besonderes einfallen lassen. Die Mutter einer Schülerin organisierte einen Besuch eines sehbehinderten Ehepaares in der Klastler Klasse 3b.

„Wir haben mehrere Hilfsmittel, mit denen wir uns recht gut zurechtfinden“, versicherten Andrea und Wolfgang (Mitte) den Drittklässlern.
von Josef ZaglmannProfil

Andrea ist ganz blind, ihr Ehemann Wolfgang ist stark sehbehindert. Ihnen stellten die Drittklässler im Heimat- und Sachkundeunterricht viele Fragen: "Wie erging es Ihnen in der Schule?", "Wie finden Sie sich in Ihrer Wohnung zurecht?" "Wie erkennen Sie Geldscheine?" und "Was sehen Sie, wenn Sie schlafen?" Im lockeren Gespräch erfuhren sie etwas von der Blindenschule in Nürnberg, von der Funktion des Blindenstocks und von dem ausgeprägten Tastsinn, den Blinde haben.

Das Ehepaar hatte viele für sie sehr hilfreiche Gegenstände mitgebracht: ein Farberkennungsgerät, eine Schreibmaschine und einen Taschenrechner für Blinde, ein Vergrößerungsgerät für Sehbehinderte, das winzige Buchstaben riesengroß projiziert, ein Heftchen mit dem Braille-Alphabet und einem Übungstext in Blindenschrift.

"Was wünschen sich Blinde von ihren Mitmenschen?" war die letzte Frage der Schüler. "Nicht so abrupt und laut näher kommen, sondern lieber etwas langsamer", war die Antwort von Andrea. Wenn ersichtlich ist, dass ein Blinder Hilfe braucht, dann helfen. Ansonsten ganz normal mit Blinden umgehen, denn mit Hilfe des Hör- und Tastsinns kommen sie gut zurecht.

Weil Andrea an diesem Tag Geburtstag hatte, stimmten die Kinder spontan ein Ständchen an. Die beiden Klassensprecher Noah und Felix überreichten dem sympathischen Paar ein kleines Geschenk und eine Karte als Dankeschön. Die Klassenelternsprecherin hatte eine selbst gebackene Torte mitgebracht.

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