30.07.2020 - 16:07 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Unter Kastler Linde Gottes Nähe spürbar

Das Kirchenpatrozinium wird in Kastl regelmäßig mit einem festlichen Gottesdienst zelebriert. In diesem Jahr ließ das Wetter eine Messe im Freien zu.

Das Kirchenpatrozinium in Kastl wurde mit einem festl. Gottesdienst samt Fahnenabordnungen gefeiert.
von C. & W. RupprechtProfil

Mit einem festlichen Gottesdienst feierten die Kastler Gläubigen das Patrozinium der Ortskirche St. Margaretha. Im wunderbaren Geviert des Pfarrhofes saßen sie unter der mächtigen alten Linde und lauschten bei lauen Temperaturen den Worten von Pfarrer Heribert Stretz. Dazu gesellten sich zahlreiche Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine.

Patronin der Bauern und Ammen

Margaretha von Antiochia zählt zu den 14 Nothelfern. Die Heilige ist Schutzpatronin der Bauern, Jungfrauen, Ammen und Gebärenden. Sie wird um Hilfe gegen Unfruchtbarkeit gebeten, ebenso bei Wunden und Gesichtskrankheiten und zum Schutz "gegen Unholde aus der Tiefe des Wassers" angerufen. Um sie ranken sich verschiedene Mythen und Legenden. Alle berichten jedoch von Gefängnis und schrecklichen Folterqualen, aus denen sie unversehrt hervorgegangen sein soll. "Als Tochter eines heidnischen Priesters bekehrte sie sich zum christlichen Glauben. Entsprechend der damaligen Frömmigkeitstradition sah sie ihre besondere Berufung in gottgeweihter Ehelosigkeit, wollte sich den Werken der Nächstenliebe und Frömmigkeit widmen", erzählte Stretz. So lehnte sie das Heiratsangebot des mächtigen Königs aus Antiochien ab. Dieser rächte sich dafür mit Folter. Gott bewahrte sie vor Schaden durch diese Misshandlungen. Sogar gegen einen Drachen - als Sinnbild des Bösen - soll sie gekämpft haben. Schließlich wurde sie in der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian enthauptet.

Der Pfarrer bezeichnete in seiner Predigt Margaretha als selbstbewusste junge Frau, die ihre Sicherheit und Standhaftigkeit aus dem Glauben an Jesus Christus bezog. Die Heilige sei eine Wegweiserin für die Christen, die das eigentliche Ziel des Lebens aufzeige. Es gehe darum, Gott aus ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben und Christus nachzufolgen. So bat Stretz im Gebet um Kraft für seine Gemeinde und darum, dass die Gläubigen in aller Not auf die Hilfe Gottes vertrauen können.

Auf Seite der Guten gestellt

Er verband das Leben Margarethas mit einer Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus, das vom Acker erzählt, auf dem Weizen gesät wurde, sich aber auch Unkraut entwickelte. Beides wuchs heran. Erst am Ende der Weltzeit werde Gott durch seine Engel den guten Weizen einsammeln, das Unkraut aber binden lassen, um es zu verbrennen. "Mit der Taufe sind wir auf die Seite des Guten gestellt worden. Die eigentliche Reinigung des Herzens kann aber nur Gott alleine bewirken.", mahnte Stretz und rief dazu auf, nicht vorschnell über andere Menschen zu urteilen. Nur Gott könne in ihr Herz sehen.

Die Lesung aus dem Buch von Jesus Sirach verdeutlichte ebenfalls, wie Menschen durch die Missgunst anderer oft in Not geraten. Doch Jesus helfe "allen, die auf ihn vertrauen und erlöst sie aus jeder Gefahr."

Bei Albert Schraml bedankte sich der Geistliche für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes, beim Pfarrgemeinderat und bei allen Helfern für die Vorbereitung des Gottesdienstes im Freien.

Beim Kirchenpatrozinium saßen die Gläubigen im Pfarrhof unter der mächtigen alten Linde.
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