21.06.2019 - 11:47 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Länger in der vertrauten Umgebung

In der Gemeinderatssitzung im April beantragte die Fraktion der Freien Wähler den Beitritt der Gemeinde Kastl zum Verein „Seniorengemeinschaft – Generation Hand in Hand e.V.“

Elisabeth Gottsche vom Verein „Generation Hand in Hand e.V.“ stellt das Konzept und die Idee des Vereins den Gemeinderäten von Kastl vor.
von C. & W. RupprechtProfil

Primäres Ziel sei es, dass man durch die Unterstützung des Vereins länger zu Hause in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben kann.

Die Seniorengemeinschaft Generationen Hand in Hand wurde 2015 gegründet und begann im März 2016 mit der Vermittlung von Unterstützungen. Man verstehe sich als Selbsthilfeeinrichtung der Bürger, die für ältere Personen unkomplizierte, wirkungsvolle und kostengünstige Hilfe anbietet. Ziel sei es also, gegenseitige Unterstützung der Mitglieder mit alltäglichen Hilfen zu organisieren.

Die ersten drei Jahre wurden staatlich gefördert und anschließend die Förderung nochmal um ein Jahr verlängert. Momentan erstrecke sich der Wirkungskreis über den westlichen Teil des Landkreises Neustadt an der Waldnaab. Zehn Kommunen sind derzeit Mitglied im Verein. Die teilnehmenden Gemeinden beteiligen sich mit einem Jahresmitgliedsbeitrag von 0,50 Euro je Einwohner.

Mitglied könne jeder ab 14 Jahren werden. Dabei sei es unerheblich, ob das Mitglied aktiv im Verein mitarbeitet oder notwendige Unterstützungsleistungen für den Alltag in Anspruch nehmen möchte. Der Jahresbeitrag für Einzelpersonen beträgt 30 Euro. Ehepaare und Lebensgemeinschaften bezahlen 45 Euro. Für Körperschaften beziehungsweise Institutionen beträgt der Beitrag mindestens 50 Euro je Jahr.

Mittlerweile hat der Verein einen Mitgliederstand von annähernd 360 Personen. Eine Stunde Arbeitsleistung kostet acht Euro. Davon bekommt der Hilfeleistende 6 Euro. Er kann entscheiden, ob er sich den Betrag auszahlen lässt oder ob er damit sein "Stundenguthaben" füllt. Zwei Euro verbleiben beim Verein für Versicherungen und Verwaltung. "Das Guthaben, das man sich erarbeitet hat, ist sogar vererbbar, wenn ein Erbe angegeben wurde", erklärte Elisabeth Gottsche.

Typische Aufgaben und Leistungen seien Hilfestellungen bei den Aufgaben des täglichen Lebens aufgrund von vorübergehenden Erkrankungen zu Hause oder nach einem Krankenhausaufenthalt. Zu nennen wären hier kleinere Gartenarbeiten wie Rasenmähen, Winterdienst oder die Versorgung und Pflege von Haustieren. Hilfestellungen bei technischen Problemen am PC, Tablet oder Handy sowie Unterstützung bei Formularen gehören ebenfalls dazu.

Im Anschluss stellte sich Gottsche den Fragen der Gemeinderäte. Marco Streng wollte wissen, wie das Verhältnis zwischen Hilfsbedürftigen und Helfern im Verein ist. Laut Gottsche sind derzeit circa 90 Personen bereit zu helfen.

Hans Walter interessierte, wie es mit dem Verein weitergeht, nachdem die Förderung ausläuft, da es ja danach zu einer Deckungslücke kommen kann. Gottsche betonte, dass es ohne die Gemeinden, die sich mit 50 Cent je Bürger beteiligen, schwierig wird. Dr. Gerhard Dobmeier erkundigte sich, ob der Fortbestand gesichert sei, wenn die Gemeinden dabeibleiben. Dies konnte Gottsche mit einem klaren "Ja" beantworten. Sie ergänzte noch, dass der Verein nicht auf den Landkreis Neustadt an der Waldnaab begrenzt sei. Michael Kraus fügte hinzu, dass das Baxi nicht alle Fahrten bedienen könne, da es an Grenzen gebunden sei. Arztfahrten nach Weiden könne es beispielsweise nicht abdecken. Beim Baxi muss die Zeit und die Linie passen und man muss sich zum Abholpunkt begeben können. Diese Anforderungen bestehen bei GeHiH nicht.

Bürgermeister Josef Etterer wies darauf hin, dass er beim Landrat angefragt habe, ob im Landkreis Tirschenreuth Ähnliches geplant sei. Die Antwort stehe aber noch aus, ergänzte Etterer. Landrat Wolfgang Lippert habe empfohlen, sich auch mal LebenPlus anzuschauen. Der Bürgermeister wolle nun deshalb LebenPlus zur nächsten Gemeinderatssitzung einladen. Eine Entscheidung, ob man GeHiH beitritt, werde erst danach fallen.

Elisabeth Gottsche vom Verein „Generation Hand in Hand e.V.“ stellt das Konzept und die Idee des Vereins den Gemeinderäten von Kastl vor.
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