05.02.2020 - 12:31 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Land unter nur in Kastl

Wieder zeigte die Natur ihre Macht rund um Kastl und seine Ortsteile. Das Hochwasser der Haidenaab war am Dienstagabend fast auf dem Stand von 2008.

von C. & W. RupprechtProfil

Obwohl dieses Mal keine Schneeschmelze zugrunde lag, trat die Haidenaab bei Kastl wieder über die Ufer. Die Gemeinde ließ die Verbindungsstraße nach Weha aus Sicherheitsgründen sperren. Der Straßenverlauf sei nicht mehr erkennbar gewesen, erklärte dazu Bürgermeister Josef Etterer auf Nachfrage.

Das Wasser hatte zudem eine große Fließgeschwindigkeit erreicht. Es bildeten sich darin sogar kleine Wirbel. Die Jugendlichen, die auf der Strecke mit Fahrrädern unterwegs waren, nahmen es sportlich und ließen sich vom Wasser nicht aufhalten. Auch auf der Höhe von Schloss Wolframshof trat die Haidenaab über die Ufer und flutete den angrenzenden Fußballplatz. Hätte es in der Nacht weitergeregnet, wäre der Schlossgarten wohl ebenfalls von dem ihm umrundenden ebenfalls verschluckt worden.

In Unterbruck zeigte die Skala an der Brücke am Dienstagabend einen Wasserstand von 1,90 Meter an. Bäume, die sonst am Rand des Gewässers auf der Höhe der umliegenden Wiesen wachsen, standen inmitten der Fluten. Es fehlte auch hier nicht mehr viel, bis das Wasser den Kinderspielplatz erreicht hätte.

Die Massen flossen weiter in Richtung Trabitz, vorbei an Birkhof. Auch dort hatten sich bereits Seen gebildet. Die Vögel haben diese Wasserflächen sofort als nette Abwechslung angenommen. Die Möwen und Wildenten nutzten sie zum Schwimmen, die Reiher hatten sich am Rand entlang aufgestellt und hofften darauf, ihr Futter zu überraschen.

Grund für die wiederkehrenden Fluten ist der Boden in der Region. Der dichte Lehm, von den Einheimischen „Lettn“ genannt, hindert das Nass daran, nach unten abzufließen. So bleibt mehr an der Oberfläche stehen. Oft ist dies laut Etterer vor allem im Auengebiet zwischen Kastl und Weha der Fall.

Wie er am Mittwoch mitteilte, habe sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt. Das Wasser sinke laufend. Die Straße nach Weha werde daher voraussichtlich am Abend wieder freigegeben werden können. Nicht ausrücken mussten die Gemeindearbeiter in Kulmain, um Straßen oder Wege zu sperren. „Keine Überschwemmungen“, berichtete Geschäftsleiterin Kathrin König. Es sei relativ ruhig gewesen. Auch ihrem Kollegen im Kemnather Rathaus Reinhard Herr lagen am Mittwoch „erfreulicherweise“ keine Hochwassermeldungen vor. Ähnlich äußerte sich der Geschäftsleiter im Immenreuther Rathaus, Thomas Kaufmann. Offenbar „ist alles abgeflossen“.

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