22.05.2019 - 14:27 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Obolus dank Osterlämmer

„Eine gute Tat“ möchte man es nennen. Der Katholische Frauenbund Kastl hat den Erlös aus dem Verkauf der Osterlämmer ans SOS-Kinderdorf Immenreuth übergeben.

Einige Vertreterinnen des Katholischen Frauenbundes Kastl übergaben letzten Donnerstag 600 Euro an Frau Pscherer. Von links: Eva Hoffmann, Marga Kukla, Frau Adele Pscherer Bereichsleitung im SOS-Kinderdorf-Team, Wöhrl Zilla, Heining Maria.
von C. & W. RupprechtProfil

Die rührigen Frauen des Katholischen Frauenbundes Kastl spenden seit Jahren für die verschiedensten wohltätigen Zwecke. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das SOS-Kinderdorf Immenreuth. Aus dem Erlös des Osterlämmerverkaufs wurden 600 Euro an die Kinderdorfgemeinschaft übergeben. „Diese Summe ist nur durch die großzügigen Spender und Unterstützer machbar!“, betonten die Frauen des Frauenbundes. „Oft verzichten die Leute auf das Wechselgeld oder spenden, ohne einen Kuchen mitzunehmen!“

Dass das Geld auf jedem Fall sinnvoll angelegt ist, zeigte ein Rundgang durch das SOS-Kinderdorfgelände. Mehrere Häuser, die in den Jahren 1967 und 1974 errichtet wurden, müssen immer wieder modernisiert und angebaut werden, um an die aktuellen Wohnverhältnisse der Gesellschaft angepasst zu sein. So wird heutzutage versucht, jedem Kind ein eigenes Kinderzimmer und damit Raum zum Rückzug zur Verfügung zu stellen. Vieles muss aus Spenden finanziert werden, da die staatlichen Organe nur einen Teil der Kosten tragen. Die Frauen waren fasziniert von der dörflichen Atmosphäre und das rege Treiben auf dem sogenannten Dorfplatz, auf dem sich zahlreiche Kinder tummelten. „Die Ausgestaltung des Freigeländes und Dorfmittelpunktes haben wir teilweise einigen Wandergesellen zu verdanken, die uns als soziales Projekt ausgesucht hatten!“, verriet Adele Pscherer, Bereichsleitung und Dipl.-Sozialpädagogin, bei der Führung durch das Areal.

Hermann Gmeiner hatte vor über 70 Jahren die richtige Idee. Er hatte selbst jung seine Mutter verloren. Als er nach dem zweiten Weltkrieg in einigen Unterkünften für elternlose Kinder sehen musste, dass es eher eine Aufbewahrung der Kinder war und die persönliche Betreuung fehlte, reifte in ihm der Plan für die SOS-Kinderdorf-Idee. Er hatte erkannt, dass Kinder eine Familie brauchen. „Denn jedes Kind braucht eine Mutter!“, so Gmeiner.

In Imst in Tirol entstand bereits 1950 das erste Kinderdorf. In Deutschland wurde in Dießen am Ammersee das erste Kinderdorf gebaut. Im April 2019 feierte Gmeiners Idee 70-Jähriges Jubiläum. Von Österreich ausgehend sind die helfenden Personen der Kinderdörfer in 135 Ländern der Welt tätig!

Ursprünglich lebten neun Kinder in einer Familie. Heute sind in der Regel 5-6 Kinder mit einer Kinderdorfmutter zusammen. Unterstützt wird jede Familie von Erzieherinnen und weiterem Fachpersonal.

In Immenreuth gibt es zurzeit sieben Kinderdorffamilien. Im März 2019 wurde eine neue Kinderdorfmutter eingestellt. Die Dienstälteste Mama ist seit 25 Jahren für die Kinder da und zieht bereits die zweite Generation Kinder groß.

Außerdem gibt es mehrere Wohngruppen für weitere Kinder.

Die Damen des Frauenbundes waren ehrlich beeindruckt. Die herzliche Fürsorge war überall zu spüren und das Areal ein wunderbares Idyll für Kinder. Die fröhlichen Kindergesichter sprachen für sich.

Wer sich das SOS-Kinderdorf selbst einmal ansehen möchte hat dazu am 25. Mai Gelegenheit. Da feiert das Dorf sein Sommerfest. Das Programm beginnt um 10.00 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst. Um 11.30 gibt es Mittagessen. Danach ab 13.00 Uhr startet unter dem Motto „Willkommen im Mittelalter“ ein buntes Kinder- und Familienfest mit mittelalterlicher Gaukeley und Narretey, passender Musik und vielen Spiel- und Bastelstationen für die Kinder. Für die Interessierten Erwachsenen werden Führungen angeboten.

Der Dorfplatz bildet den Mittelpunkt zwischen den Wohnhäusern im SOS-Kinderdorf. Er wurde von Wandergesellen gestaltet.
Jede Kinderdorffamilie hat ein eigenes Wohnhaus. Für die Kinder gibt es in der Nähe viele Spielmöglichkeiten.
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