03.04.2019 - 12:19 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Politprominenz gibt sich in Kastl die Ehre

Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, und Christian Doleschal, Kandidat bei der Europawahl, brachen beim 70. Jubiläum der CSU Kastl eine Lanze für Europa. Ihr Blick richtete sich aber auch auf die Gemeinde und die Region.

von C. & W. RupprechtProfil

Der CSU-Ortsverband feierte 70-jähriges Bestehen. Vorsitzender Hans Walter hatte dazu die Einladung auf alle Interessierte ausgeweitet. Hauptredner des Abends mit der Falkenberger Karpfenmusik war Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Auch wenn er aus Plattling komme, so sei er doch oft im Landkreis Tirschenreuth unterwegs. Dem CSU-Ortsverband dankte er für 70 Jahre herausragende Arbeit und drückte seinen Respekt für die Jubiläumsfeierlichkeiten aus.

Anschließend unternahm er mit dem Publikum eine Zeitreise, beginnend ab 1949. Er betonte die Situation der vielen Flüchtlinge in der Region, nachdem Nordbayern von Böhmen abgeschnitten worden war. Es sei ein Kraftakt gewesen, aber die Integration der Heimatvertriebenen sei gelungen. Das Land musste erst wiederaufgebaut werden, alle packten mit an. Nach der Zeit des Nationalsozialismus' hatten die Menschen Bedenken, sich wieder politisch zu engagieren. "Es brauchte Mut, wieder tätig zu werden und einen Ortsverband der CSU zu gründen!", betonte Sibler. In mehrfacher Hinsicht sei es zu Weichenstellungen für die Geschichte gekommen, sowohl staatspolitisch als auch regional.

Die Befreiung durch die Amerikaner sei positiv für das Gebiet der Oberpfalz verlaufen, bis heute sei sie ein enormer Wirtschaftsfaktor. Der Minister betonte aber auch die Vorteile der EU für Deutschland und für Bayern. Ein Austritt wäre für die bayerische Wirtschaft schlecht. Deshalb sei er froh, dass das Interesse der Bevölkerung an den Europawahlen gestiegen sei. Der Brander Kandidat Christian Doleschal könne sicherlich für die Region vieles bewirken. Auch Manfred Weber, Spitzenkandidat der EVP für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, setze sich aktiv für Deutschland und Bayern ein. Aber man müsse auf Europa aufpassen. "In Stein gemeißelte Grundwahrheiten beginnen sich in der Welt zu verändern", gab Sibler zu bedenken.

Auch sein Ministerium profitiere von Fördermitteln aus Brüssel, und diese müssten immer wieder neu verhandelt werden. Immer wichtiger werden Projekte mit der Tschechischen Republik an Schulen beider Länder. Auch bei den Berufsschulen gebe es bereits eine Partnerschaft mit dem Nachbarland.

Mit dem Hochschulprojekt Amberg-Weiden, der Bildung von Innovativen Lernorten bei Siemens und anderen Firmen und Orten in ganz Bayern sei Gebieten in der Randlage Bayerns wirksam unter die Arme gegriffen worden, meinte Sibler. Somit könnten Fachleute vor Ort ausgebildet werden, die dann auch eher in der Region bleiben. Denn Hochschulpolitik sei immer Wirtschafts- und Strukturpolitik. Auch Projekte im Kloster Speinshart und im Kloster Waldsassen zeigten einen hervorragenden Verlauf.

"Wir leben von der Saat der 1950er und 1960er Jahre und müssen uns überlegen, wo wir 2030 sein werden und sein wollen. Mit klugen politischen Entscheidungen müssen wir heute die Saat ausbringen, die die Zukunft bewirken wird." Es gelte, nach vorne zu schauen unter der Berücksichtigung der kulturellen Wurzeln und der Lebensart in Bayern. "Dafür haben Sie mit (Landtagsabgeordnetem) Tobias Reiß einen Kämpfer für die nördliche Oberpfalz vor Ort", der die parlamentarischen Abläufe in seinem Bereich zusammenhalte und seine Arbeit ernst nehme.

Die weiteren Festredner:

Vorzeigegemeinde und -ortsverband

CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß lobte Hans Walter für sein Engagement, das sich unter anderem in den Filmen, die er am Jubiläumsabend vorführte, zeigte. „Deine Filme weisen auf, wo wir herkommen und wie Väter und Mütter die Region nach dem Krieg wiederaufgebaut haben.“ Die Christsozialen hätten den Anspruch, dem 1949 verabschiedeten Grundgesetz gerecht zu werden, in Verantwortung vor Gott und dem Volk zu handeln und dem Frieden in der Welt zu dienen. Dabei sei die Zusammenarbeit zwischen Mandatsträgern und den Ortsverbänden entscheidend.

Er dankte Bürgermeister Josef Etterer sowie Altbürgermeister und Ehrenbürger Bruno Haberkorn für ihr Engagement, das Kastl zu einer Vorzeigegemeinde und die Kastler CSU zu einem Vorzeigeverband gemacht habe.

Ähnlich äußerte sich JU-Bezirksvorsitzender Christian Doleschal. Der Europa-Kandidat dankte Minister Bernd Sibler für seinen Einsatz, der das Ansiedeln der OTH möglich gemacht habe. Er gab zu bedenken, dass Wohlstand, Freiheit und Frieden nicht mehr selbstverständlich seien. Auch Europa sei keine Selbstverständlichkeit mehr, habe es sich doch im Moment gegen Angriffe von außen (Donald Trump und Russland) und von innen (Großbritannien und Italien) zu behaupten. Doch der Zusammenhalt in Europa sei wichtig. „Verantwortungsvolle Politik muss auch erklären, was man tun will und wo es hingeht, nicht nur kritisieren.“

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