23.01.2020 - 14:22 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Solarstrom auf weiteren 3,3 Hektar

Die Freiflächenphotovoltaik in der Gemeinde Kastl wird weiter ausgebaut. Der Gemeinderat hat die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Solarpark Unterbruck - Erweiterung" beschlossen.

Zwischen der bestehenden Freiflächenvoltaikanlage bei Unterbruck und dem Wald befindet sich die Erweiterungsfläche für den Solarpark.
von Arnold KochProfil

Mit 10:2 Stimmen brachte der Gemeinderat mit dem Aufstellungsbeschluss das Verfahren für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Solarpark Unterbruck-Erweiterung" zum Anlaufen. Bürgermeister Josef Etterer erinnerte daran, dass die Planunterlagen und Aufstellungsantrag des Investors Neue-Energien-West GmbH (NEW) in der Dezembersitzung zu kurzfristig und unvollständig vorgelegen warenen und die Beratung von der Tagesordnung abgesetzt wurde.

Laut Etterer plant die NEW, auf der Flurnummer 101/5 und einer Teilfläche der Flurnummer 105 der Gemarkung Kastl die bereits bestehende Photovoltaikanlage zu erweitern. Die beplante Fläche ist 3,2865 Hektar groß. Das zur bestehenden Anlage verlegte Stromkabel kann für die Einspeisung der erzeugten Strommenge der Erweiterungsfläche genutzt werden. Es ist auf eine Höchstleistung von sieben Megawatt ausgelegt. Samt Erweiterungsfläche werden jedoch nur 4,5 Megawatt genutzt. Die Einspeisung ist nach Rücksprache mit der Eon unproblematisch.

Der Bürgermeister bezeichnete die Fläche als geeignet. Auch Gerhard Dobmeier (FW) stimmte dieser Einschätzung zu, zumal die bestehende Infrastruktur genutzt werden könne, die Anlage nicht näher an die Bebauung heranrücke und die Wahrnehmbarkeit - eingegrenzt durch Wald und Bahnlinie - eingeschränkt sei. Eine Erweiterung Richtung Weha käme nicht infrage. Künftig sollte jeder PV-Standort genau geprüft und kritisch hinterfragt werden. Etterer ergänzte, dass die bestehende und auch neue Anlage eingegrünt werden. Die Kosten des vorhabenbezogenen Bebauungs- und Erschließungsplanes, Durchführungsvertrages und sonstiger Verpflichtungen für das Sondergebiet mit dem Verwendungszweck Freiflächen-Photovoltaik trägt der Investor. Der Gemeinderat beauftragte die VG-Verwaltung, das Aufstellungs- und Änderungsverfahren einzuleiten.

Hintergrund:

Bauherren in der Warteschleife

Den Bauantrag von zwei Bauwilligen aus Reuth zur Errichtung eines Wohnhauses mit Doppelgarage auf der Flurnummer 13/4 im Bereich des dortigen Bebauungsplanes stellte der Gemeinderat bis zur endgültigen Klärung zurück. Grund dafür waren vom Gremium festgestellte Unklarheiten zu den eingereichten Bauunterlagen. Bürgermeister Josef Etterer berichtete, dass von den drei bereits zwei Parzellen des Bebauungsplanes bebaut sind. Der Antrag beinhaltet die Überschreitung der Bebauungsvorschriften bei der Wand- und Firsthöhe. Eine Befreiung dazu wäre erforderlich. Die notwendige Begründung samt Überschreitungsmaße liegt noch nicht vor.

Da nicht klar war, ob der Plan den Bebauungsvorschriften angepasst wird und somit der Genehmigungsfreistellung unterliegt oder die notwendigen Befreiungen nachgereicht und begründet sowie von der Baugenehmigungsbehörde anerkannt werden, stellte man den Antrag bis zur Klärung zurück.

Ein Kastler Unternehmer will im Bereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Hauptstraße“ am Kastler Ortsrand zwei Maschinenhallen auf seiner am Hof angrenzenden Landwirtschaftsfläche errichten. Da das Bauvorhaben der bestehenden Planung und den Vorschriften entspricht, unterliegt es der Genehmigungsfreistellung mit Kenntnis des Gremiums.

Zusätzlich stellte der Unternehmer eine geänderte Bauvoranfrage für einen Lagerplatz im Außenbereich angrenzend an das Gewerbegebiet. Auf dem mit einem zwei Meter hohen Erdwall umschlossenen Lagerplatz sollen Humus, Frostschutz, Sand gelagert werden. Zudem ist darauf das Sieben von Humus mittels eines Mobilbaggers mit Siebschaufel geplant.

Da nach Meinung des Gremiums eine exakte Nutzungsbeschreibung und die Einschätzung der immissionschutzrechtlichen Belange fehlte, sollten diese vom Antragsteller nachgereicht werden. Zudem wären die rechtlichen Rahmenbedingungen vor einer Ratsentscheidung zu klären und eine Stellungnahme des Landratsamtes einzuholen. Die Anfrage wurde deshalb zurückgestellt.

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