09.06.2021 - 16:03 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Wallfahrt der Kastler Gläubigen im kleinen Kreis

Trotz Corona hielt Kastl an der traditionellen Wallfahrt nach Gößweinstein fest. Wegen der pandemiebedingten Beschränkungen war der Kreis der Pilger heuer aber klein.

von C. & W. RupprechtProfil

Die Bittgänger nach Gößweinstein fanden sich am Freitagabend zur Andacht in der Dorfkirche St. Margaretha ein. Mit dem Kemnather Kreuzweglied baten sie Maria, die Mutter Gottes, um ihre Hilfe. Pfarrer Heribert Stretz dankte Frieda und Albin Zeitler für die Vorbereitung und musikalische Gestaltung der Andacht. Frieda Zeitler verwies auf die Gottesmutter Maria als Lichtblick in schweren Stunden und würdigte alle Menschen, die in der Coronapandemie für andere da seien. Maria sei den Gläubigen nahe und spende Kraft.

Dieses segnende und stärkende Wirken der Mutter Maria kam auch in den Liedern zum Ausdruck, die Albin Zeitler auf seiner Steirischen Harmonika begleitete. "Segne du, Maria" und "Großer Gott, wir loben dich" stimmten auf das "Gebet eines Wallfahrers" und den Pilgersegen von Pfarrer Stretz ein. Frieda Zeitler bedankte sich bei Martina Oguntke und Silvia Schinner für die Unterstützung.

Zu Fuß oder mit Fahrrad

Am Wallfahrtssamstag marschierte das Organisationsteam, Frieda Zeitler, Martina Oguntke und Silvia Schinner, stellvertretend für die Pfarrei Kastl zu Fuß von Pegnitz nach Gößweinstein. Ebenfalls lief Markus Schreyer spontan mit. Birgit und Rudi Übelmesser sowie Thomas Deubzer legten den Weg von Kastl aus mit dem Fahrrad zurück. Zum Gottesdienst in Gößweinstein fanden sich noch viele Kastler Pfarreiangehörige ein. Gerade rechtzeitig vor den großen Gewitterregenmassen wurden die Gläubigen in das desinfizierte Gotteshaus eingelassen und zu ihren Einzelplätzen geführt. Pfarrer Andreas Stahl, der zurzeit in Coburg tätig ist und dessen familiäre Wurzeln in Kastl liegen, zelebrierte den Gottesdienst. Er sinnierte mit den Pilgern über den Lebensweg, wofür die Wallfahrt ein Sinnbild sei. Manchmal sei der Weg steinig, holprig und schwer zu gehen. Hilfe findet man dann bei Gott. Gesanglich begleiteten Monika Stahl, Irmi Schmidt und Frieda Zeitler den Gottesdienst mit instrumentaler Unterstützung von Birgit Kneidl. Heiko Schweiger aus Oberbibrach betreute dabei die Technik.

Schuld von Gott abnehmen lassen

In der Predigt griff Andreas Stahl das Thema der Lesung, den Sündenfall, auf. Adam habe die Schuld auf Eva geschoben, und Eva habe sie wiederum auf die Schlange geschoben. Er fand diese Aussage auch in den vielen Wallfahrtslieder wieder: „In deinem Namen wollen wir“, „Wenn wir Gott anbeten“, „Ich geh den Weg“, „Ich bin bei dir“ und vielen mehr. Der Prediger verglich dies mit dem Kartenspiel „Schwarzer Peter“, wo auch jeder versuche, die unliebsame Karte wieder loszuwerden. Der Geistliche sah in der Wallfahrt eine gute Gelegenheit, sich seiner Schuld bewusst zu werden, sich zu ihr zu bekennen und sie sich von Gott abnehmen zu lassen.

Unterstützt wurde Pfarrer Stahl von Josef Weidner als Kommunionhelfer und Thomas Deubzer als Lektor. Dieser dankte abschließend stellvertretend für Wallfahrtsleiterin Frieda Zeitler allen Mitwirkenden für ihren Einsatz. Im Anschluss überreichte Frieda Zeitler Pfarrer Andreas Stahl und den musikalischen Mitwirkenden zum Dank ein kleines Präsent. Zum Schluss durfte das traditionelle Lied "Leise sinkt der Abend nieder" nicht fehlen. Wegen des Gesangsverbotes wurde es von den Solistinnen zweistimmig vorgetragen.

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