Kastl bei Kemnath
28.03.2025 - 15:50 Uhr
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Wehr Unterbruck braucht für künftiges Einsatzfahrzeug kein neues Gerätehaus

Die Feuerwehr Unterbruck braucht ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Gebraucht oder neu? Förderung ja oder nein? Diese Fragen sind nun geklärt.

Das alte Gerätehaus in Unterbruck muss auch das neue TSF aufnehmen. Ein neues Gebäude ist finanziell außer Reichweite, und wird auch von der Ortswehr nicht als notwendig erachtet. Bild: ak
Das alte Gerätehaus in Unterbruck muss auch das neue TSF aufnehmen. Ein neues Gebäude ist finanziell außer Reichweite, und wird auch von der Ortswehr nicht als notwendig erachtet.

Vor vier Jahren war die Unterbrucker Ortsfeuerwehr an die Gemeinde herangetreten und hat eine Ersatzbeschaffung für ihr Löschfahrzeug aus dem Baujahr 1994 beantragt. Bürgermeister Hans Walter informierte den Gemeinderat nun über die geplante Finanzierung und das weitere Prozedere. Gerechnet wird mit einer Investitionssumme von 152 500 Euro für ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Aktuell gewährt der Freistaat dafür einen Festbetragszuschuss in Höhe von 34 800 Euro. Sofern eine weitere Kommune mit gleichem Beschaffungswunsch gefunden wird, erhöht sich die Förderung um zehn Prozent.

Die VG-Verwaltung hat sich in den vergangenen Monaten auf dem Löschfahrzeugmarkt auch nach Gebrauchtfahrzeugen umgesehen. Es wurden zudem andere Fahrzeugtypen in Erwägung gezogen. Es stellte sich aber heraus, dass die Kosten für ein Gebrauchtfahrzeug im Vergleich zu einem Neukauf in keinem Verhältnis stehen. Unter anderem wurde im Rahmen einer Besichtigung bei einem Hersteller in Forchheim geprüft, ob ein auf einem Ford Ranger basierendes Löschfahrzeug zweckmäßig wäre und den Bedürfnissen der Wehr genügen würde. Dies musste verneint werden.

Neubau beim Schulungsraum

Bis vor kurzem knüpfte die Regierung der Oberpfalz als Bewilligungsbehörde die Förderung an eine geeignete Unterbringung des zu fördernden Neufahrzeuges. Die Ortswehr wies in ihrem Antrag darauf hin, dass das Gerätehaus in Unterbruck nicht mehr dauerhaft den aktuellen baulichen Vorschriften entspricht. Das Kreisbauamt war der Auffassung, dass ein möglicher Neubau in unmittelbarer Nähe des Schulungsraumes des Feuerwehrvereins errichtet werden sollte.

Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeigte drei Varianten dafür auf. Eine sah vor, eine Fahrzeughalle samt Umkleiden direkt ans Floriansheim anzubauen. Dafür wären jedoch Grunderwerb und erhebliche Erdbewegungen erforderlich geworden. Eine weitere Variante scheiterte an räumlichen Konflikten bei der Zufahrt der Einsatzfahrzeuge. Zudem wies das Wasserwirtschaftsamt darauf hin, dass diese Baufläche im Hochwasserbereich liegen würde. Eine teure Hochwasserberechnung wäre Basis einer Beurteilung, kostenintensive Schutzmaßnahmen wären nicht auszuschließen. Walter berichtete, dass intensiv eine engere Zusammenarbeit zwischen den Wehren Unterbruck und Kastl diskutiert wurde. Doch ein gemeinsames Gerätehaus mit Löschfahrzeugstellplätzen wurde fallen gelassen.

Bei einer zwingend normgerechten Unterstellhalle für eine staatlich geförderte Ersatzbeschaffung hätte ein neues Feuerwehrgerätehaus mit geschätzten Baukosten von rund 800 000 Euro für die Unterbrucker Wehr gebaut werden müssen. Nach erneuten Diskussionen mit dem zuständigen Sachbearbeiter bei der Regierung der Oberpfalz gab es jedoch eine bedeutende Änderung der Fördergrundsätze. Nun ist die staatliche Förderung ist nicht mehr zwingend von einer normgerechten Unterbringung abhängig. Diese Reaktion erfolgte vor dem Hintergrund, dass es für viele kleinere Gemeinden schwierig bis unmöglich geworden wäre, ein Gerätehaus für eine Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeuges zusätzlich zu finanzieren.

Zwei Ausschreibungen

Nach diesem glücklichen Umstand wurde in weiteren Gesprächen mit Kreisbrandrat Stefan Gleißner, Kreisbrandmeister Alois Schindler, Ortswehr und Gemeinde vereinbart, die Unterbringung des neuen Löschfahrzeuges im bestehenden Gerätehaus in Unterbruck zu ermöglichen. Die Ortswehr schlug deshalb der Gemeinde vor, nach der erneuten Ausschreibung für die Beschaffung eines Löschfahrzeugs für die Feuerwehr Reuth auch ein zweites TSF für die Unterbrucker Wehr auszuschreiben. Hans Walter ergänzte, dass nach der aktuellen Entwicklung bei der Löschfahrzeugbeschaffung mit einer Lieferzeit von eineinhalb bis zwei Jahren ab Auftragserteilung zu rechnen ist.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, ein neues TSF für die Feuerwehr Unterbruck zu beschaffen. Die Verwaltung wurde beauftragt, zwecks interkommunaler Kooperation eine zweite Kommune für eine gemeinsame Beschaffung zu finden, die gemeinsame Ausschreibung einem Fachbüro zu übertragen und die staatliche Förderung zu beantragen.

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