Kastl bei Kemnath
28.10.2025 - 19:15 Uhr
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Das wünschen sich Jugendliche in Kastl bei Kemnath für ihre Freizeit

Jugendliche erzählen, Erwachsene hören zu. So läuft es bei der Jungbürgerversammlung in Kastl bei Kemnath. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie will die Jugend in Kastl im Landkreis Tirschenreuth ihre Freizeit gestalten?

Ältere Kinder und Jugendliche waren am Montagabend zur Jungbürgerversammlung der Kommune ins TSV-Sportheim eingeladen. Von den 100 schriftlich eingeladenen Jungbürgern im Alter von 12 bis 18 Jahren waren ein Dutzend Jugendliche aus den Orten Kastl, Weha und Troglau der Einladung gefolgt. Sie diskutierten mit Bürgermeister Hans Walter und dem Jugendbeauftragten Dominik Kugler über den Bereich kommunale Jugendarbeit und Freizeitangebote in der Gemeinde.

„Wie lebt es sich in der Gemeinde Kastl?“, war Walters Eingangsfrage unter der Vorgabe: Jugend erzählt – Erwachsene hören zu. Mit Fragen zu den aktuellen Freizeittrends und -angeboten, Treffpunkten, Teilnahme an Social Media startete der Gedanken- und Ideenaustausch. Man stellte fest, dass alle Teilnehmer in Vereinen mit Fußball, Schießsport, Feuerwehr und Ministranten aktiv sind. Haupttreff ist neben häuslichen Besuch von Schulkameraden das TSV-Sportgelände.

Geringes Interesse an Jugendtreff

„Wir mussten vor einigen Wochen den kommunalen Jugendtreff nach zwei Jahren Betrieb wieder einstellen. Der Träger Systep konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Wir wollen dieses Thema jedoch nicht aufgeben“, erläuterte Walter. Der Kosten-Angebot-Nutzen-Faktor und die Besucherfrequenz mit durchschnittlich bis acht Kindern war der Kommune zu gering. Zudem gab es durch den Wechsel der insgesamt vier eingesetzten Betreuer innerhalb von zwei Jahren immer einen Bruch zur Jugend. „Abgemacht war Kontakt zu den Vereinen und Schule aufzunehmen und Werbung für den Jugendtreff zu machen – das Interesse dazu war gering. Die Kosten unverhältnismäßig hoch“, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Jugendlichen bestätigten, dass bis auf die Graffiti-Aktion am TSV-Container die angebotenen Freizeitaktivitäten für die meisten langweilig und wenig interessant waren. Deren Vorstellungen deckten sich nicht mit dem Angebot der Betreuer. Die eigenen Vorschläge aus der Jugend fanden wenig Gehör, der Zuspruch und Aktivität nahm stetig ab. Dies führte auch dazu, dass für den Jugendtreff keine eigene Mund-zu-Mund-Werbung durch die Jugendlichen gemacht wurde. Freizeitaktivitäten im Freien fanden so gut wie nicht statt. Eindeutig war der Wunsch der Jugendlichen den Jugendtreff mit passenden Angeboten weiterzuführen. Jugendtreff am Dienstag oder Donnerstag ab 18 Uhr passten den meisten. Seitens des TSV wird überlegt die Räumlichkeit weiter als Jugendtreff zur Verfügung zu stellen. Im Gespräch kam heraus, dass die Zeit für Freizeitaktivitäten durch die schulischen Anforderungen sehr gering ist, ja fast schon bei allen Wirtschafts-, Real- und Gymnasialschülern nach eigener Feststellung damit zum Wochenstress wird.

Jugenddisco und gemeinsame Ausflüge

Weitere Vorschläge waren ein Dart- und Billardturnier, Jugenddisco und Busfahrten zur Eishalle und Bädern, gemeinsame Ausflüge. Das gemeindliche Ferienprogramm mit Besuch der Trampolinhalle und Zauberer-Workshop sollte fortgeführt werden. Ein Hip-Hop-Tanzkurs wurde ebenfalls vorgeschlagen. Die Umgestaltung und Aufpeppen des Jugendraumes im TSV-Gebäude war ein weiterer Vorschlag. Unebener Trainingsplatz und Pfützenbildung waren neben fehlendem Rasen im Torwartbereich die ersten Verbesserungswünsche. Ein Pavillon auf dem Sport- und Freizeitgelände als Treffpunkt gehörte auch zur Wunschliste der Anwesenden. Dazu können auch gemeinnützige Aktionen wie Rama-Dama oder Baumpflanzaktion das Freizeitprogramm ergänzen.

Die Gemeindejugend ist über die Jugend-Whatsapp-Gruppe der Gemeinde, aber auch über Instagram und Facebook erreichbar. Der Gruppe gehören aktuell 57 Mitglieder an. Sie werden von der Kommune, den Vereinen und ihren Zugangsberechtigten über Veranstaltungen und Aktionen informiert. Die Gemeinde-Homepage ist dagegen kein Informationsmedium für den Gemeindenachwuchs. Man kam überein, sich im Januar erneut zusammenzusetzen, um gemeinsam eine konkrete Planung für das Jugendfreizeitprogramm und die Weiterführung des Jugendtreffs aufzustellen. Zum Ende des offiziellen Teils ließen sich die Teilnehmer kostenlose Pizzas und Getränke schmecken.

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