18.05.2020 - 10:26 Uhr
Kemnath am BuchbergOberpfalz

55. Pfingstritt in Kemnath am Buchberg fällt wegen Corona aus

Der Vorstand der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath hat aufgrund der Corona-Pandemie schweren Herzens beschlossen, den 55. Pfingstritt, der für Montag, 1. Juni, geplant war, abzusagen.

Der Pfingstritt lockt alljährlich am Pfingstmontag Besucherscharen aus ganz Bayern nach Kemnath am Buchberg. Heuer fällt er wegen der Corona-Pandemie aus.
von Adele SchützProfil

54 Jahre lang konnte die Haflingerzüchter und Pferdefreude Kemnath nichts davon abhalten, ihren bekannten und beliebten Pfingstritt auszurichten, der alljährlich am Pfingstmontag große Besucherscharen aus ganz Bayern in den Ort lockt. „Für uns ist die Absage des Pfingstritts schmerzhaft, weil wir mit dieser Veranstaltung ein uraltes Brauchtum hochhalten und so unsere Heimat- und Kulturliebe zeigen. Basis ist stets die Achtung vor Tier und Mensch“, betont der Vereinsvorsitzende und Geschäftsführer der Haflingerzüchter und Pferdefreunde, Lorenz Gebert.

Die Haflingerzüchter haben nicht nur ihre unverkennbare Tracht, sondern auch eine vereinseigene Haflingermusik, was die kulturelle Bedeutung ihrer Brauchtumspflege gerade beim Pfingstritt unterstreicht.

Der heute 222 Mitglieder starke Verein der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath wurde 1966 auf Initiative von Pfarrer Josef Urban, dem Kemnather Altbürgermeister Ernst Piehler und dem Vereinsvorsitzenden Alois Birner gegründet. Der Vereinszweck dient der Förderung der Pferdezucht, insbesondere der Haflinger.

„Der erste Pfingstritt war ein belangloser Ausritt vom Kemnather Dorfplatz zur Sebastiani-Kapelle, an dem 20 Vereinsmitglieder teilnahmen“, erinnert sich Gebert. Im Anschluss habe die Reitergruppe einen Gottesdienst an der Kapelle gefeiert, bei der Pfarrer Urban Reiter und Pferde gesegnet hat. Aufgrund des großen Zuspruchs wurde aus der ersten Veranstaltung eine Gemeinschaftsaktion des damals jungen Vereins, dem sich im Laufe der Jahre immer mehr auch auswärtige Reiter anschlossen. Der Festbetrieb zum gemütlichen Ausklang des Ritts nahm seine Anfänget. „Was all die Jahre geblieben ist, ist der familiäre Charakter des Festes“, sagt Lorenz Gebert.

Der Vorsitzende und Geschäftsführer der Haflingerzüchter Lorenz Gebert und Kassier Georg Bauer in Festtracht (v.l.) begrüßen beim Pfingstritt bei der Pferdesegnung durch Pfarrer Josef Irlbacher ihre Gäste beim Pfingstritt. Schweren Herzens mussten sie diesen aufgrund der Coronaepidemie absagen.

"Für die Stadt Schnaittenbach und den Landkreis sei der Pfingstritt Aushängeschild und Alleinstellungsmerkmal, weil wir damit ein uraltes Brauchtum hochhalten und unsere Heimat- und Kulturliebe aufleben lassen“, betont Gebert. Natürlich sei der Pfingstritt durch den Festbetrieb auch Haupteinnahmequelle des Vereins. Eine kirchliche Bedeutung bekomme die Veranstaltung, weil der Festgottesdienst mit Pferdesegnung zum Ende des Ritts der Höhepunkt sei.

Die Vorbereitungen für den Pfingstritt sind laut Gebert heuer gar nicht angelaufen. „Da Corona an Ostern schon bei uns schon angekommen war, war für uns klar, dass eine Absage droht“, bemerkt er. Und folgert: „Kein Fest heißt keine Vorbereitungen, keine Ausgaben und keine Arbeit.“

Gebert informiert, dass die Pferde grundsätzlich von Corona nicht betroffen seien. Als Verein brauche man allerdings einen langen Atem, denn man hänge in der Luft und warte auf die im 14-tägigen Rhythmus kommenden neuen Anweisungen von der Politik, an die man sich strikt halte.

Landrat Richard Reisinger (Zweiter v.r.) im Beisein von der Haflingervorstandschaft Robert Zimmermann, Lorenz Gebert und Georg Bauer (v.l.) lässt es sich kein Jahr nehmen, beim Pfingstritt in Kemnath Präsenz zu zeigen und diese Traditionsveranstaltung als Aushängeschild des Landkreises aufgrund seiner hohen kulturellen, kirchlkichen und gesellschaftlichen Bedeutung zu würdigen.
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