20.02.2020 - 11:21 Uhr
KemnathOberpfalz

20 treue Jubilare

"Ständig werden neue Anforderungen an uns Lehrer gestellt", erklärte Vorsitzende Martina Thöns. In der Jahreshauptversammlung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Kreisverband Kemnath, kritisierte sie harsch den Dienstherren.

Kreisvorsitzende Martina Thöns (links) und Bezirksvorsitzende Katja Meidenbauer (Zweite von rechts) gratulierten den langjährigen Mitgliedern Rainer Sollfrank, Rudi Greger, Birgit Tanner, Gerhard Dettenhöfer, Heinrich Thurn und Karin Sieber (von links).
von Josef ZaglmannProfil

"Was für den fairen Umgang von Lehrkräften mit den ihnen anvertrauten Schülern gilt, scheint für den Umgang der obersten Dienstherren mit den ihnen anvertrauten Lehrkräften der Grund- und Mittelschule nicht zu gelten", klagte Martina Thöns. Für Empörung sorgt vor allem die neueste Maßnahme des Kultusministeriums.

Ein Schlag ins Gesicht

Um den Lehrermangel aufzufangen, müssen Grundschullehrer in Bayern ab dem Schuljahr 2020/21 eine Stunde pro Woche mehr unterrichten. Ein Rentenbeginn vor dem 66. Lebensjahr soll nur noch ausnahmsweise möglich sein. "Die Grundschullehrer sind empört", wusste die Vorsitzende. Die sogenannten Notmaßnahmen seien ein "Schlag ins Gesicht". "Deshalb sind wir froh, dass wir einen Verband haben, der mit aller Kraft gegen diese Ungerechtigkeiten kämpft."

Welchen Stellenwert der BLLV innerhalb der Lehrerschaft hat, zeigte sich auch an den vielen Jubilaren, die dem Verband seit Jahre treu sind. 20 Mitgliedern dafür Thöns. Mit der neuen Bezirksvorsitzenden Katja Meidenbauer nahm sie die Ehrungen vor.

65 Jahre gehören Ingeborg Götz und Halina Kellner dem Kreisverband Kemnath an. Vor 60 Jahren trat Maria Baumann in ihm ein. 55 Jahre ist Heinrich Thurn dabei. Seit einem halben Jahrhundert gehören Christel Nickl, Lothar Scharf und Rainer Sollfrank dazu. Elisabeth Baumer, Günter Baumer, Gerhard Dettenhöfer, Rudolf Greger, Birgitta Perkams und Ursula Pleier blicken auf 45 Jahre zurückblicken. Birgit Emerig kam vor 40 Jahren zum BLLV, Rosa-Maria Bradka vor 35 Jahren und Alexandra Ertl, Michael Ponnath sowie Birgit Tanner vor 30 Jahren. Ein Vierteljahrhundert sind Michael Klugmann und Karin Sieber mit dem Verband verbunden.

In ihrem Rechenschaftsbericht ging Thöns auf den Preisschafkopf im Gasthaus "Zur Fantasie", die Führung im Markgräflichen Opernhaus, das Geburtstagsessen mit den Jubilaren im Grenzhaus, die Seniorenrunde im Café Kohr, die Herbstreise nach Apulien und das Herbstessen in der Schlossschänke Kaibitz ein. Die Sammlung für das BLLV-Kinderhaus in Peru erbrachte 340 Euro. Ihr Dank galt dem Vorstand, Pensionistenbetreuer Hans Stiegler und den Verbindungslehrern an den einzelnen Schulen.

Im Herbst nach Südafrika

Das Halbjahresprogramm für 2020 enthält den Preisschafkopf am 25. März und die Zoigltour beim Rechersimer am 18. Mai. Geplant ist auch ein Ausflug in den Botanischen Garten Bayreuth. Die Herbstreise nach Südafrika wird wieder von Wolfgang Lippert organisiert.

"Unser Kreisverband hat derzeit 138 Mitglieder", gab Schatzmeisterin Christiana Zaglmann bekannt, davon sind 63 Pensionisten, 49 Teilzeitkräfte und 4 Referendare. Nach ihrem Rechenschaftsbericht bestätigte ihr Hans Müller eine einwandfreie Kassenführung. Die musikalische Gestaltung der Jahreshauptversammlung hatten Sophie und Annika Dobmeier von der Kreismusikschule Tirschenreuth mit Klavierstücken übernommen.

Bezirksvorsitzende Katja Meidenbauer.
Mit weiterer Stunde Problem nicht gelöst:

Mit Spannung erwarteten die Pädagogen im Foyer die Rede von Katja Meidenbauer. Die Nachfolgerin von Ursula Schroll als Bezirksvorsitzende enttäuschte ihre Zuhörer nicht, weil sie viele Probleme, die sich im Schulalltag für Lehrer und Schüler ergeben, klar ansprach. Das galt vor allem für die erhöhte Arbeitszeit für Grundschullehrer. Die müssen ab kommendem Schuljahr eine Stunde mehr halten. Es wird ein Arbeitszeitkonto eingeführt. Das gilt nicht für Schwerbehinderte, Gleichgestellte und Lehrer, die älter als 57 Jahre sind. "Die Art und Weise der Bekanntmachung der Notmaßnahmen war nicht sehr respektvoll und auch kein guter Stil", bedauerte sie.

Das Sabbatjahr wird ausgesetzt, Teilzeitmöglichkeiten werden eingeschränkt. Antragsruhestand für Grundschul-, Mittelschul-, Fach- und Förderlehrer ist erst ab 65 Jahren möglich. "Dagegen gibt es massiven Widerstand des BLLV." Mit einer zusätzlichen Stunde Unterricht sei es nicht getan, es kämen noch die Vor- und Nachbereitung dazu.

Der Lehrermangel komme nicht plötzlich. Er sei vorhersehbar gewesen, meinte Meidenbauer. Diese Maßnahmen belasteten die Lehrkräfte noch mehr. "Wir fordern bessere Arbeitsbedingungen, die gleiche Besoldung wie die Real- und Gymnasiallehrer (A 13), eine flexible Lehrerbildung und Entlastungen für Fach- und Förderlehrer." Es brauche eine flexiblere Lehrerbildung, um Kollegen auch flexibel einsetzen zu können. Der Lehrerberuf müsse attraktiver werden. Dazu gehörten gute Rahmenbedingungen. Langfristig sollten mehr Studien- und Ausbildungsplätze für Grundschulpädagogik, Sonderpädagogik und neue Fachlehrerinstitute geschaffen werden.

"Auch in dieser Situation lässt euch der BLLV nicht allein", versicherte die Rednerin ihren Kollegen. "Dran bleiben, Gespräche führen und Widerstand zeigen" seien jetzt wichtige Sofortmaßnahmen. Bei der Diskussion hörte sich die Bezirksvorsitzende die Sorgen der Lehrkräfte an. Kreisvorsitzende Martina Thöns dankte ihr mit einem Präsent.

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