Kemnath
03.11.2026 - 17:27 Uhr

Mit 500 Muttersauen: Ponnath Traditionshof startet Bio-Naturland-Projekt

Der Ponnath Traditionshof in Wulfersdorf (Brandenburg) eröffnet ein Projekt zur integrierten Bio-Naturland-Lieferkette. Ziel ist es, Tierwohl und Transparenz zu verbinden.

Das Betriebsgelände in Wulfersdorf soll ab 2027 eine langfristige Grundlage für Bio-Naturland-Schweinefleischprodukte aus Deutschland schaffen. Bild: Ponnath family group
Das Betriebsgelände in Wulfersdorf soll ab 2027 eine langfristige Grundlage für Bio-Naturland-Schweinefleischprodukte aus Deutschland schaffen.

Mit der Eröffnung des Traditionshofs in Wulfersdorf bei Wittstock-Dosse im Nordwesten des Landes Brandenburg hat die Ponnath family group einen wichtigen Schritt zur Etablierung einer integrierten Bio-Naturland-Lieferkette in Deutschland gemacht.

Das neue Projekt in Wulfersdorf im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll verlässliche Mengen, hohe Tierwohlstandards und Transparenz vom landwirtschaftlichen Ursprung bis zur Verarbeitung verbinden. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsbetrieb Grünhagen und Brand Qualitätsfleisch realisiert, umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Ferkelerzeugung über die Mast bis zur Schlachtung und Verarbeitung. Laut Michael Ponnath soll der Traditionshof eine transparente und langfristige Grundlage für Bio-Naturland-Schweinefleischprodukte aus Deutschland schaffen. Vor über 330 Jahren als Stadtmetzgerei in Kemnath gestartet, umfasst die Ponnath family group als Familienunternehmen in elfter Generation heute 1.300 Mitarbeiter an neun Standorten.

Auf 500 Muttersauen ausgelegt

Wilhelm Heilmann, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, betont laut Pressemitteilung die Notwendigkeit verlässlicher Handelszusagen, um die Lieferkette dauerhaft zu sichern. Der Handel müsse Verantwortung für die Betriebe übernehmen und heimischer Bio-Ware den Vorzug geben. Die Anlage in Wulfersdorf ist auf rund 500 Muttersauen ausgelegt und soll zu etwa 225 Ferkel pro Woche führen. Perspektivisch sind bis zu 14.000 Ferkel pro Jahr geplant. Die Mast erfolgt in Naturland-zertifizierten Betrieben, dafür werden rund 6.500 Mastplätze benötigt.

Nachhaltig und unabhängig

Der Neubau umfasst eine Gesamtfläche von rund 55.000 Quadratmetern, davon 24.000 Quadratmeter für Gebäude und Verkehrsflächen. Die Anlage ist Bio- und Naturland-zertifiziert. Im Aufzuchtsstall stehen jeweils drei ferkelführenden Sauen eine Auslauffläche von insgesamt 24 Quadratmetern zur Verfügung. Die Säugezeit beträgt 42 Tage.

Die Partner bilden die Wertschöpfungsstufen arbeitsteilig ab: Für die Mast sind zunächst Naturland-zertifizierte Betriebe eingebunden. Brand Qualitätsfleisch übernimmt Schlachtung und Zerlegung in Lohne; Verarbeitung und Distribution liegen bei der PONNATH family group. Hofeigene Futtererzeugung und geschlossene Nährstoffkreisläufe sollen zusätzlich die Unabhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten stärken.

Die Anlage soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 fertiggestellt werden. Mit den ersten Ferkeln wird ab dem ersten Quartal 2027 gerechnet und die erste Bio-Schweinefleisch-Produkte soll es ab dem dritten Quartal 2027 geben. Das Investitionsvolumen beträgt über zehn Millionen Euro und wird aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert, kofinanziert durch das Land Brandenburg.

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