Kemnath
05.05.2026 - 09:49 Uhr
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"Addnfahrer" begeistert fast 1000 Fans in Kemnather Mehrzweckhalle

Knapp 1.000 Besucher wollten am Sonntag den „Addnfahrer“ in der Kemnather Mehrzweckhalle sehen. Mit seinen „Lausbuam-Gschicht'n“ unterhielt er sein Publikum bestens. Er sparte aber auch nicht mit Gesellschaftskritik.

Der Addnfahrer" konnte auch in Kemnath seine Fans mitreißen. Bild: Konrad Rosner
Der Addnfahrer" konnte auch in Kemnath seine Fans mitreißen.

Man kann ihn mögen – oder auch nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass der „Addnfahrer“, alias Thomas Willibald, die Menschen anzieht. Knapp 1.000 werden es wohl gewesen sein, die am frühen Sonntagabend den Weg in die Kemnather Mehrzweckhalle fanden. Viele von ihnen hatten die markanten orangenen Hosenträger an, das Markenzeichen des Comedians. Mit dem „Böhmischen Traum“ als Begleitmusik kam der „Addnfahrer“ auf die Bühne und präsentierte sein neues Programm „Lausbuam-Gschicht'n“.

Darin teilt er unter anderem gegen Waldkindergärten aus, bringe doch das Kind Ungeziefer und sämtliche Krankheiten mit nach Haus. Auch erzählte er, dass ein Vater ein Schwerverbrecher gewesen sei, denn mit 12 Jahren habe dieser stockbesoffen im Bett von König Ludwig in Neuschwanstein seinen Rausch ausgeschlafen. Bei einer Klassenfahrt hätten damals sein Vater und drei Kumpels drei Liter Honig-Met ausgesoffen. Der „Addnfahrer“ dazu: „Ich glaub, in mir fließt blaues Blut. Stellt's eich vor, ich bin der König.“

In der Kindheit hätten er und seine Freunde oft Cowboy und Indianer, „heute würde man sagen: Waldbewohner mit rotem Hintergrund“, gespielt. „Aber des hama nur so lang gespielt, bis i mir an Pfeil mit Bogen baute und der besser ganga is, als e denkt ho!“ Das Ergebnis: „Der Oberschenkelknochen hat dann das Projektil gestoppt.“ Er sei verwundert, dass seine Mama mit 30 noch keine grauen Haare gehabt habe.

In sein Programm baute Thomas Willibald auch immer wieder das Publikum mit ein, etwa einen Bestatter aus Kemnath: „Ach, du hast mit Menschen zu tun“, so seine Erkenntnis. Oder als er einer Frau, die nicht aus der Region kam, erklärte, was „a Hittl“, eine Hütte, ist. Von einer weiteren Frau erfuhr er, dass sie von Beruf Krankenschwester sei. „Ja, wos machst denn da?“, wollte er wissen. Darauf antwortete sie, dass sie die Diagnosen in Nummern umstelle. Der „Addnfahrer“ daraufhin: „Wos hat denn der Durchfall für a Nummer?“

Nachdenklich stellte er aber auch fest, dass die Krankenschwester, Erzieher oder auch die Bestatter viel zu wenig verdienten: „Also ich würde auch 15.000 netto geben.“ Nicht mit Kritik sparte er zudem an der aktuellen Regierung.

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