(stg) „Trinke den Wermutwein nüchtern von Mai bis Oktober“ – so hatte es bereits Hildegard von Bingen geschrieben. Noch heute wird dem Wermut eine heilende und Krankheiten vorbeugende Wirkung nachgesagt. „Diese Frühjahrskur ist die beste Möglichkeit, den Körper bei der körpereigenen Entgiftung und Entschlackung zu unterstützen“, sagt „Hildegard“-Expertin Johanna Eisner aus Haunritz bei Kemnath. Schon Hildegard sei zu der Erkenntnis gekommen: „Wer gut reinigt – heilt auch gut“.
Zwei wichtige Aspekte gibt Eisner allerdings mit auf den Weg: Das Wermutgebräu nicht jeden Tag zu sich nehmen und den Wermut am besten noch im Mai, maximal jedoch bis 20. Juni schneiden. Sonst würden nämlich in dem Kraut Stoffe entstehen, die dem menschlichen Körper schaden können.
Die Heilige selbst hat das Kraut als „Meister über alle Erschöpfungen“ bezeichnet. Für die Wermutkur nötig ist der naturbelassene Wermutsaft („Wermutfrühlingssaft“). Eisner empfiehlt dafür einen Liter Wein, 20 bis 40 Gramm Wermut sowie 150 Gramm Honig. „Der Wein und der Honig werden miteinander fünf Minuten leise gekocht“, erklärt Eisner. Der frische Wermut wird durch den Fleischwolf gedreht, der Saft oder auch das Gepresste wird dann dem Wein zugegeben, allerdings nicht mehr gekocht, sondern nur noch umgerührt und abgeseiht.
Heilende Wirkung wird dem Wermut nachgesagt bei Erkrankungen von Herz, Lunge, Magen, Augen, Eingeweiden und Niere. Auch bei Verdauungsproblemen steht der Maiwein als Helfer bereit. Die Wermutkur hilft vorzubeugen und zu verhüten von Arteriosklerose, Darmkrankheiten und Erkältungsanfälligkeit. Des Weiteren gilt Wermut auch als Muntermacher, der die Melancholie vertreibt. „Der Wermut-Trank ist eines der bewährtesten und beliebtesten Elixiere, um Lebenskräfte jedes Jahr aufs Neue zu reaktivieren“, sagt Eisner.
In zahlreichen Gespräche sei ihr deutlich geworden, dass viele Menschen auf den Maiwein „schwören“. Eisner rät, den Wein regelmäßig jeden zweiten Tag auf nüchternen Magen morgens in einer geringen Dosis zu sich zu nehmen: „Am besten in der Größenordnung eines kleinen Schnapsglases!“













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