23.09.2019 - 11:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Alltag gespickt mit Humor

"Hochdeutsch reden oder gar schreiben ist nicht so mein Ding", bekannte Anni Lautenbacher freimütig beim Seniorenclub im Gasthof Kormann. Die bekannte Humoristin aus Wunschenberg verstand es, ihre Zuhörer zum Lachen zu bringen.

„Lachtherapeutin“ Anni Lautenbacher (links) brachte mit ihren humorvollen Mundartgedichten die Senioren zum Schmunzeln.
von Josef ZaglmannProfil

Lauter Witz oder gar Klamauk ist Anni Lautenbachers Sache nicht. Vielmehr schätzte sie den subtilen Humor, wie er sich unverhofft oft in normalen Alltagssituationen zeigt. In ihren "Gschicht'n fast wia im richtig'n Leb'n" fasste sie die komischen Momente in Reime.

"Die Geschichten, die euch erzähle, sind von mir, aber nicht über mich", stellte sie gleich zu Beginn klar. "Ob mit oder ohne Grund - Lachen ist immer gesund", war ihre Devise, mit der sie ihre ganz besondere Lachtherapie für die Kemnather Senioren eine Stunde lang praktizierte. Kleine, alltägliche Ereignisse hat sie so gekonnt in Versform gegossen, dass keiner ihrer Zuhörer sich das Lachen verbeißen konnte.

Die Pillensucht ("Tabletten für's ewige Leb'n wird's a bald geb'n") konnte sie ebenso gut in mundartliche Reime fassen wie die Erinnerungen an die längst vergangene Schulzeit bei einem Klassentreffen ("Der Seppl hod am meistn grauft im Ernst und is a Pfarrer worn") oder die scheinbare Überlegenheit der Männerwelt. Ein Mann mit grauem Haar wirkte "interessant" - ganz im Gegensatz zu einer grauhaarigen Frau, die sich gefälligst ihre Haare färben soll. Manchmal schlug die "Anni" nachdenkliche Töne an. Dass man beispielsweise im Leben ununterbrochen Entscheidungen treffen müsse, sei oft gar nicht zum Lachen. Die unstillbare Sehnsucht nach der Kinder- und Jugendzeit, in der alles zwar viel einfacher, aber auch viel besser gewesen war, klang in ihrem Gedicht "Wöi die Zeit vergöit" an.

"Hilfe, ich bin ein Fernsehzuschauer, holt mich hier raus" meinte sie genervt, als sie die schlechten Fernsehprogramme auf die Schippe nahm. Ihr Tipp für ein langes Eheleben lautete: "Er sagt nix, und i sog nix dazou". "Wos zaich i a?" war ihre bange Frage vor dem Spiegel im Schlafzimmer, als sie ihre "Rettungsringe" betrachtete und kein Kleid mehr passte. Viel Beifall bekam die Land- und Hausfrau auch für die Geschichte von ihrem ersten Rausch und "Kirwa" ("Kirwa, heit gibt's Leberkniadla"). Wie sich der eigene Name im Laufe des Lebens ändere, erklärte sie dem amüsierten Publikum an ihrem eigenen Namen. Als Baby sei sie einfach a "schöins Kind" gewesen, dann, bis zur Pubertät as "Annerl". Plötzlich schien sie dem männlichen Klientel a "blöide Kouh" zu sein.

Bürgermeister Werner Nickl dankte der "Anni aus Wunschenberg", die es in ihrer bescheidenen Art verstanden hatte, mit ihren Alltagsgeschichten den Senioren eine vergnügliche Stunde zu bereiten.

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