Sie ist informativ und gleichzeitig notwendig, die Ausbildungsmesse in Kemnath. Denn sie kann helfen, ein Problem zu lösen mit dem viele Betriebe zu kämpfen haben: Fast in allen Branchen fehlen Auszubildende. Ein weiterer Aspekt, Schüler und eventuell auch Eltern können sich einen Überblick über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region verschaffen.
Die zwölfte Ausbildungsmesse in Kemnath findet am Samstag, 12. Oktober, statt. In der Zeit von 9 bis 13 Uhr kann man sich umfassend informieren. Veranstaltungsort ist das Kemnather Schulzentrum mit ihren beiden Bildungsstätten, nämlich der Realschule und der Grund- und Mittelschule. Das bedeutet mehr Platz für die Aussteller, die ihre Stände noch großzügiger planen und die Berufsbilder noch besser präsentieren können.
Beratungsgespräche führen
Veranstalter ist das Bildungsmanagement im Landkreis Tirschenreuth, unterstützt von der Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der Stadt Kemnath, der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und den ansässigen Schulen (Grund- und Hauptschule und Realschule). „Ausbildung 4.0 – Berufe erleben“ ist das Motto.
Nach der Eröffnung um 9 Uhr können die Jugendlichen mit ihren Eltern ab 9.30 Uhr zum ausgeschilderten Rundgang durch die Klassen- und Fachräume der beiden Schulen starten. In den kleinen Räumen sind fundierte Beratungsgespräche viel leichter zu führen als in der großen Mehrzweckhalle mit einem weitaus höheren Lärmpegel.
Vor wenigen Wochen hat das neue Schuljahr 2019/20 begonnen. Aber schon jetzt müssen die Schulabgänger die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen. Die richtige Berufswahl ist eine der wichtigen Entscheidungen im Leben. Die mittlerweile zwölfte Ausbildungsmesse in Kemnath soll den jungen Menschen bei ihrer Berufswahl helfen und sie bei der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungsplatz unterstützen. Es muss nicht immer der Traumberuf sein. Es gibt auch eine Vielzahl von verwandten und oft ebenso interessanten Ausbildungsberufen.
Abwanderung verhindern
Eines der Hauptziele ist es, den jungen Menschen in der Region Ausbildungs- und Beschäftigungschancen zu bieten, um eine Abwanderung in die Ballungszentren zu verhindern.
Projektleiter ist Hilmar Fütterer. Er vermerkt, dass sich über 90 Unternehmen und Institutionen aus der Region aus den Bereichen Industrie, Handwerk, Dienstleitung und Weiterbildung angemeldet haben. Neben vielen Firmen und Bildungseinrichtungen werden diesmal auch Hochschulen, die im Landkreis Studiengänge anbieten, mit eigenen Infoständen vor Ort sein. „Auch heuer soll der aktive Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern im Vordergrund stehen“, betont Fütterer.
Bei der Kemnather Ausbildungsmesse können sich die Jugendlichen viele Berufe kennenlernen und sich über Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Studienangebote informieren. Fast alle größeren Unternehmen und Institutionen zeigen, was es in der Region aktuell an Möglichkeiten für Schulabgänger in der Region gibt. Es besteht die Möglichkeit, wichtige Informationen von Personalverantwortlichen und Ausbildern sammeln. Referenten sind Ausbilder aus den Bereichen Industrie, Handwerk, Dienstleistung, Weiter- und Hochschulbildung.
Azubis beraten
An den teilweise recht aufwendigen Infoständen erhalten sie Informationen aus erster Hand. An manchen Ständen beraten Azubis der Jugendlichen auf Augenhöhe. Die beiden Schulleiter Christine Wiesend (Grund- und Mittelschule) und German Helgert (Realschule) freuen sich, Gastgeber für diese Veranstaltung zu sein. Für sie ist die Messe eine ideale Ergänzung zum berufsvorbereitenden Unterricht. Die beiden Schulleiter werden die Besucher um 9 Uhr in der Turnhalle der Realschule begrüßen. Der stellvertretende Landrat Dr. Alfred Scheidler, der Kemnather Bürgermeister Werner Nickl und Schulamtsdirektor Rudolf Kunz vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft werden Grußworte sprechen.
Themen werden erlebbar gestaltet
Bei der Ausbildungsmesse in Kemnath soll der Eventcharakter verstärkt werden – Orientierung bei der Berufswahl geben
Rosige Zeiten herrschen derzeit auf dem Arbeitsmarkt für Schulabgänger. Seit der ersten Ausbildungsmesse hat sich das Verhältnis von Arbeitsplätzen und Arbeitssuchenden grundlegend gewandelt. Waren vor ein paar Jahren Ausbildungsplätze heiß begehrt, so hat sich das Blatt jetzt gewendet. Viele Betriebe kämpfen um Azubis, betreiben intensiv Werbung für bestimmte Ausbildungsplätze und organisieren Schnupperkurse.
Die zwölfte Ausbildungsmesse richtet sich an Schüler der Förder-, Mittel- und Realschule und ihre Eltern. Ihr Ziel es, möglichst allen jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Sie sollen den Beruf finden, der ihnen gefällt und für den sie am besten geeignet sind. Das muss aber nicht immer der ins Auge gefasste Traumberuf sein.
Orientierung bieten
„Diese Messe soll jungen Menschen in der Region eine Orientierung bei der Berufswahl geben und ihnen eine Perspektive aufzeigen, dass sie in ihrer Heimat bleiben können“, betont Projektleiter Hilmar Fütterer. Sie ist eine wesentliche Maßnahme gegen die drohende Abwanderung und den Verlust von Fachkräften in der Region. In diesem Jahr soll der Eventcharakter eine noch größere Rolle spielen. An den Infoständen werden die Themen erlebbar gestaltet. Es werden aktuelle Berufsbilder präsentiert, denn in manchen Berufen hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Diese Messe sollte auch einen Beitrag zur Inklusion leisten, ganz besonders im Hinblick auf die wachsende Zahl von Asylanten. Diese Messe soll für beide Seiten eine Ideenfabrik sein. Der aktive Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern muss auch heuer wieder im Vordergrund stehen. Weil Fachkräftemangel herrscht, ist das Interesse der Aussteller, neue Fachkräfte zu finden, ist derzeit sehr groß.
Nach der Eröffnung um 9 Uhr können die Schüler mit ihren Eltern zum ausgeschilderten Rundgang durch die Klassen- und Fachräume der beiden Schulen starten. In den kleinen Räumen sind nämlich fundierte Beratungsgespräche viel leichter zu führen als in der großen Mehrzweckhalle mit einem viel höheren Lärmpegel.
Überregionale Bedeutung
Mitglieder der Schülermitverwaltungen von Real- und Mittelschule sorgen in bewährter Weise für das leibliche Wohl der Gäste. Ganz bewusst werden auch in diesem Jahr keine Schulbusse eingesetzt. Es hat sich nämlich bewährt, dass die Eltern ihre Kinder herbringen, mit ihnen gemeinsam die Ausbildungsmesse besuchen und sich dort gezielt beraten zu lassen. Auf den Schulparkplätzen und dem Pausenhof stehen kostenlose Parkplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung.
Die Ausbildungsmesse wurde 2008 mit 32 Ausstellern und 2000 Besuchern gestartet. Heuer haben sich über 90 Aussteller angesagt. „Diesmal sind auch mehr Handwerksbetriebe und Mittelstandsunternehmen dabei“, gab Hilmar Fütterer bekannt. Auch die beiden Hochschulen in Weiden und Landshut sind vertreten. Die Organisatoren erwarten über 4000 Besucher. Die kommen nicht nur aus dem Landkreis Tirschenreuth, sondern auch aus den Landkreisen Neustadt/Waldnaab und Bayreuth. Aus diesen drei Landkreisen kommen die Schüler in das Schulzentrum Kemnath.
Wer einen persönlichen Termin mit einem Unternehmen wahrnehmen möchte, kann das Speed-Dating nutzen. Es ermöglicht ihn ein zehnminütiges Gespräch mit einem Personalverantwortlichen, bei dem er noch mehr über die Ausbildung und das Unternehmen erfahren kann. Eine Liste der teilnehmenden Betriebe und die Möglichkeit der Anmeldung zum Speed-Dating ist auf www.dasAusbildunsportal zu finden.
Zum Thema Ausbildung und Berufsfindung gibt es Informationen zum freiwilligen sozialen Schuljahr. Schüler, die Zeit und Lust haben, können 80 Stunden pro Schuljahr ehrenamtlich tätig sein und zwar zwei Stunden pro Woche, blockweise am Wochenende oder in den Ferien. Der Einsatz in einer gemeinnützigen, sozialen oder kulturellen Einrichtung oder Organisation ist möglich. Dabei bieten sich ihnen weitere Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung. Es werden Zusatzseminare angeboten (Bewerbung, Auftreten). Außerdem werden die sozialen Kompetenzen bestärkt. Es gibt eine vielfältige Auswahl von Einsatzmöglichkeiten. Es wird ein qualifiziertes Arbeitszeugnis erstellt.

















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