11.02.2020 - 15:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Drei Wünsche in Reimform

Sein Erfolgsmusical "Oschnputtl" war vor einigen Jahren bereits in Kemnath zu Gast. Zwei Jahre später kehrt der Kulturpreisträger Tom Bauer mit dem Kleinkunstmusical "Drei Wünsche frei" zurück.

Tom Bauer begleitete die Songs von Veronika Frank und Sebastian Hagengruber (von links) auf dem Flügel.
von Josef ZaglmannProfil
Tom Bauer, Veronika Frank und Sebastian Hagengruber (von links) graut vor dem Bier, das nicht nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut ist

Leider kamen am Freitag nur wenige Zuschauer in die Mehrzweckhalle Kemnath, um dieses "bierische" Stück zu sehen.

Der Autor entführt seine Zuschauer ins schöne Bayernland im Jahr 1516. Herzog Wilhelm IV. hat gerade den Landtag zusammengetrommelt, um das wohl wichtigste Dokument Bayerns zu beschließen: das bayerische Reinheitsgebot. Doch da kommt ihnen die Protagonistin des Stückes in die Quere: Furunkula, die Zauberfee (Veronika Frank), bringt viel Wirbel in das Stück und auf die Bühne. Sie denkt gerade über ihre Einkaufsliste für den Wochenmarkt nach. Dabei notiert sie auf einem vermeintlichen Schmierzettel ihre Einkäufe. Doch genau auf diesem befindet sich die berühmte Unterschrift des großen Herzogs Wilhelm.

Und so verkündet der Herold, gespielt von Sebastian Hagengruber, dem Volk ein ganz besonderes Reinheitsgebot. Jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Das bayerische Reinheitsgebot wurde von Furunkula völlig vermurkst. Vor Angst zaubert sie sich gute 500 Jahre in die Zukunft. Und da ist Bayern bekannt für das schlechteste Bier der Welt - und sie allein ist schuld daran.

Auf ihrem Weg, das Bayernland zu retten, begegnet sie unterschiedlichsten Charakteren, die die drei Künstler alle auf der Bühne spielen. So trifft Furunkula zum Beispiel auf den bestechlichen Bürgermeister, den trinkfesten Pfarrer oder auf ein Esoteriker-Pärchen, das ihr mit allerlei fragwürdigen Hilfsmitteln zur Seite steht. Dieses Musical ist die musikalischste Verkündigung des bayerischen Reinheitsgebots mit drei Personen in zehn Rollen.

In gewohnter Manier zeigt Bauer dabei sein Talent, die bayerische Sprache mit viel Witz und in Reimform auf die Bühne zu bringen. Drei Personen spielen und singen zehn Rollen. Gelungene Kompositionen und dreistimmiger Gesang, begleitet auf einem Flügel, runden das Typenkabarett ab.

Sehr gut gefallen haben beispielsweise das Lied "Ich bin so stolz, dass ich Engländer bin" ("God save the Queen") und die "Hymne auf das bayerische Reinheitsgebot" mit einer Persiflage auf den bayerischen Jodler.

Info:

Der Autor

Tom Bauer ist Multiinstrumentalist und zeigt sich im Stück als Erzähler. Bekannt als Kabarettist, Musiker und Autor von "Grimminelle G'schichten" verpflichtet er sich sehr konsequent der bayerischen Mundart in Reimform und verbindet sie mit musikalischen Kompositionen, die er auf dem Klavier und mit Gesang zum Vorschein bringt.

Liebevoll wird er auch der Märchenonkel genannt, weil er sich am liebsten mit der Literaturform des Märchens beschäftigt. Typisch ist seine Vielfalt im musikalischen Bereich. Nur eins bleibt bei ihm stets unverändert: der Hut, den er trägt.

Mit Veronika Frank (staatlich geprüfte und hauptberufliche Gesangslehrerin) und Sebastian Hagengruber (studierter Gesangslehrer) hat sich Tom Bauer (staatlich geprüfter Ensembleleiter und Klavierlehrer) zwei Profis ins Boot geholt, denen es nicht an Witz und Charme fehlt, wenn sie in ihre Rollen schlüpfen.

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