22.09.2019 - 12:29 Uhr
KemnathOberpfalz

Dritter OP-Saal wünschenswert

Ein Fels in der ambulanten und stationären Patientenversorgung ist das Krankenhaus Kemnath. Doch auch hier gibt's Investitionsbedarf.

Regionalleiter Christian Stadler (Fünfter von rechts) und Oberarzt Dr. Peter Heckrodt (links) erläuterten mit dem Fachpersonal den Freien Wählern um Hermann Schram (Zehnter von links) die Krankenhaus-Einrichtungen.
von Arnold KochProfil

Ein Juwel in der ambulanten und stationären Patientenversorgung ist das Krankenhaus Kemnath. Doch auch hier gibt's Investitionsbedarf.

Die Freien Wähler Erbendorf, Immenreuth, Kastl, Kemnath, Kulmain und Speichersdorf informierten sich im Krankenhaus über dessen technische und personelle Ausstattung sowie über die Organisation der Patientennahversorgung. Stellvertretender Kreis- und Bezirksvorsitzender Hermann Schraml dankte dafür Christian Stadler, Regionalleiter Nord, West und Rehabilitation der Kliniken Nordoberpfalz AG. Es sei wichtig, über das Problemfeld Krankenhaus Bescheid zu wissen und Flagge für diese enorm wichtige Einrichtung für die Basisversorgung in Wohnortnähe zu zeigen, erklärte Schraml.

Zu Fragen standen Stadler, Ärzte und Fachpersonal Rede und Antwort. "Aktuell haben wir 95 Prozent Belegungsdichte", berichtete Stadler vom Patientenaufkommen. Kemnath sei im Klinikverbund einer der drei Standorte für die Grund- und Regelversorgung, den zwei Reha-Einrichtungen, ein Aus- und Weiterbildungszentrum und eine Pflegeeinrichtung ergänzten. Die Kliniken AG habe zur ambulanten Versorgung Zentren in Waldsassen, Tirschenreuth und zwei in Weiden. In Kemnath habe dies das Med-Center Bayreuth übernommen.

Seit Jahren ein Plus

In Kemnath seien der Bettentrakt 1998 sowie der OP- und Funktionstrakt 2008 für insgesamt 25 Millionen Euro generalsaniert worden. Das Haus mit 100 Betten schreibe seit Jahren ein wirtschaftliches Plus, versicherte Stadler. Pro Jahr werden 5000 Patienten stationär aufgenommen und 7 500 ambulant von 200 Mitarbeitern, davon 142 Vollzeitkräfte, betreut. Den wirtschaftlichen Erfolg belegten kontinuierlich ansteigende Fallzahlen: 2018 mit 5023 gegenüber 2011 mit 3823. Das bedeute eine Umsatzsteigerung von über fünf Millionen Euro.

Die Innere Medizin und Kardiologie mit 50 Betten und 2848 Fällen betreut Chefarzt Dr. Gerhard Jilge, die Chirurgie mit Endo-Prothetik mit 45 Betten und 2137 Fällen Dr. Florian Höhler. 5 Betten mit 38 Fällen stehen für die Gynäkologie zur Verfügung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt fünf Tage. "Die Kooperation mit 4 Ärzten des Med-Centers Bayreuth und Dr. Kampe ergänzen sinnvoll und erfolgreich die Versorgung vor Ort." Stadler betonte, dass es mit den zwei OP-Sälen, der personellen Besetzung der MTR-Stellen in Spitzen-OP-Zeiten und bei Isolierpatienten bei der Bettenzahl Engpässe gebe. Eine langfristige Nachrüstung wäre sinnvoll.

Nahtloser Übergang

In der Diskussion erläuterte Oberarzt Peter Heckrodt, dass ambulante Patienten von 8 bis 18 Uhr vom Med-Center und stationär in den beiden Abteilungen mit nahtlosem Übergang zu Fachkliniken versorgt werden. Die Notfallversorgung außerhalb dieses Zeitraums übernimmt das Krankenhaus. Berufsunfälle könnten im Med-Center wegen spezieller Anforderungen der Berufsgenossenschaften nicht aufgenommen werden.

Die personelle Situation bei Ärzten und Pflegekräften sei im Vergleich zu anderen Einrichtungen noch gut, erklärten die Gastgeber. Das Manko fehlendes W-Lan für Patienten sei mittlerweile erledigt. Den Notarzteinsatz decke zu 75 Prozent ein Krankenhausarzt mit ab. Die Verlegung von Patienten und deren interne Verrechnung innerhalb des Klinikverbundes seien unproblematisch.

In den zwei OP-Sälen erfolgen zeitweise bis zu 25 OPs. Einen dritten OP-Saal erachteten die Redner wegen der Auslastung als sinnvoll. Die Finanzierung sei jedoch aufgrund der angespannten Situation im Krankenhausbereich problematisch. Dies würde eine Aufstockung der Bettenzahl und Erweiterung des Aufwachraumes nach sich ziehen.

Nach der Fragestunde führte das Klinikpersonal die Gäste durch das Krankenhaus. Die Krankenhausküche versorgt nach Auskunft des Pflegepersonals neben den eigenen Patienten auch die Einrichtungen in Eschenbach, Erbendorf und weitere fünf Kindertagesstätten.

Regionalleiter Christian Stadler.
Die Vertreter des Kemnather Krankenhauses standen Freien Wählern Rede und Antwort.
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