Kemnath
23.10.2018 - 12:35 Uhr

Zu echten Freunden geworden

Gründe zu feiern gibt es viele in Kemnath: Die Partnerschaften mit Nepomuk und Zagorje ob Savi bestehen seit zehn, die mit dem 709th Military Police Battalion gibt es seit acht Jahren. Sie alle tragen laut Werner Nickl "reiche Früchte".

Der ehemalige Leiter der VG-Geschäftsstelle, Robert Schön, und Partnerschaftsbeauftragter Martin Graser enthüllen eine Sitzbank, die an das Jubiläum erinnern soll. Sie ist ein Geschenk von Bürgermeister Werner, das unter anderem für Lieutenant Colonel John W. Copeland und Command Sergeant Major Joshua Kreitzer (von links) vom 709th Military Police Battalion bestimmt ist. Bild: stg
Der ehemalige Leiter der VG-Geschäftsstelle, Robert Schön, und Partnerschaftsbeauftragter Martin Graser enthüllen eine Sitzbank, die an das Jubiläum erinnern soll. Sie ist ein Geschenk von Bürgermeister Werner, das unter anderem für Lieutenant Colonel John W. Copeland und Command Sergeant Major Joshua Kreitzer (von links) vom 709th Military Police Battalion bestimmt ist.

Das sagte der Rathauschef beim Festakt im Foyer der Mehrzweckhalle, den der Lehrerchor aus Nepomuk (Tschdechien) musikalisch gestaltete. Dieser gehörte mit zu den Delegationen aller drei Kemnather "Partner". Es seien offizielle und auch persönliche Verbindungen, ja auch Freundschaften, entstanden, erklärte Werner Nickl. "Wir lernten unsere Länder kennen, die Menschen, die Schönheiten der Landschaften, der Städte, die Besonderheiten unserer Städte." Der allseitige Wille, in Frieden und Freiheit zusammenzuleben, den anderen zu respektieren und ihn zu schätzen komme in diesen Partnerschaften deutlich zum Ausdruck.

Die Partnerschaft mit dem 709th Military Police Battalion sei 2010 begründet worden, erinnerte Nickl. Vorausgegangen sei eine Initiative von amerikanischer Seite, sich Partnerstädte im Umkreis des Truppenübungsplatzes zu suchen. "Dem kamen wir gerne nach, da in Kemnath seit Jahren viele Amerikaner leben", meinte der Bürgermeister. Die Partnerschaft lebe immer wieder neu, mitbegründet auch durch den regelmäßigen Wechsel der Kommandeure alle zwei Jahre. "Jeder der Kommandeure hatte bisher größtes Interesse an unserer Partnerschaft", betonte der Redner. Man besuche sich gegenseitig und nehme an verschiedenen Veranstaltungen teil - vom Kommandowechsel über Thanksgiving und Independence Day bis hin zu Maibaumaufstellen, Wiesenfesteröffnung und Candlelight-Shopping.

Der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags mit Nepomuk 2008 gingen seit 2005 mehrere Treffen voraus. Eingefädelt hatten dies das Ingenieurbüro Wolf und Stefan Prechtl. Auf tschechischer Seite war es vor allem der damalige Bürgermeister Pavel Jiran, dem die Partnerschaft auch heute noch ein besonderes Anliegen ist. Mit der Begründung der Partnerschaft gab es zahlreiche Begegnungen auf offizieller Ebene, aber auch Vereine fanden verbindende Elemente. "Hervorzuheben ist auch, dass sich die Kemnather Schulen mit verschiedenen Projekten in die Partnerschaft eingebracht haben", sagte Nickl. Man habe Land und Leute kennen und schätzen gelernt, auch heute gebe es noch viele Anlässe, sich in Nepomuk und in Kemnath zu treffen. Als Hauptakteure würdigte der Bürgermeister hier die Feuerwehren, die beispielsweise gemeinsame Übungen abhalten und sich im Katastrophenfall zur gegenseitigen Hilfeleistung verpflichtet haben.

Die Initiative zur Partnerschaft mit Zagorje ob Savi in Slowenien sei von dem Immenreuther Franz Eckart ausgegangen, einem gebürtigen Slowenen und passionierten Imker. Die Imkerfreunde hätten schon Verbindungen zu ihren Kollegen in Zagorje gepflegt, im November 2007 sei dann eine Delegation aus Kemnath bei einem Besuch in Slowenien dabei gewesen. "Wir wurden sehr herzlich aufgenommen, die Chemie stimmte einfach", erinnerte sich Nickl. Die Partnerschaft sei mit Leben gefüllt worden, obwohl zwischen beiden Städten eine Entfernung von 660 Kilometern liege.

Besonders auf künstlerischer und kultureller Ebene habe es einen großen Austausch gegeben: Konzerte des SVEA-Orchesters in Kemnath, Ausstellungen Kemnather Künstler in Zagorje und vieles mehr. "Das hauptsächliche verbindende Glied in der Partnerschaft sind das SVEA-Orchester und die Stadtkapelle Kemnath", wusste Nickl. Er erinnerte aber auch an drei unermüdliche "Motoren" der Partnerschaft mit Zagorje, die mittlerweile leider verstorben seien: der frühere Stadtdirektor Branko Ohmane, Joze Rabuzin sowie auf Kemnather Seite Werner Klante.

An die Vertreter der Partnerstädte und der US-Militäreinheit - die Gemeinderäte Samo Vrtacnik und Gregor Brinjevec aus Zagorje, Bürgermeister Jiri Svec und Pavel Jiran aus Nepomuk sowie Lieutenant Colonel John W. Copeland und Command Sergeant Major Joshua Kreitzer vom 709th Military Police Battalion - übergab der Bürgermeister als Zeichen der kontinuierlichen Partnerschaft jeweils einen Baum sowie eine hölzerne Sitzbank mit einer Tafel, die an das Jubiläum erinnert.

Der Lehrerchor aus Nepomuk gestaltet mit Liedern den Festakt im Foyer der Mehrzweckhalle. Bild: stg
Der Lehrerchor aus Nepomuk gestaltet mit Liedern den Festakt im Foyer der Mehrzweckhalle.
Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl bei seiner Festrede. Bild: stg
Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl bei seiner Festrede.
Delegationen aller drei Partner finden sich im Foyer der Mehrzweckhalle ein. Bild: stg
Delegationen aller drei Partner finden sich im Foyer der Mehrzweckhalle ein.
Die Bürgermeister Jiri Svec (links) und einer seiner Vorgänger Pavel Jiran (rechts) aus Nepomuk sowie der Kemnather Rathauschef Werner Nickl (Mitte) sitzen schon mal Probe. Bild: stg
Die Bürgermeister Jiri Svec (links) und einer seiner Vorgänger Pavel Jiran (rechts) aus Nepomuk sowie der Kemnather Rathauschef Werner Nickl (Mitte) sitzen schon mal Probe.
Zu der Delegation aus Zagorje ob Savi gehört auch Gemeinderat Gregor Brinjevec, den Bürgermeister Werner Nickl (von rechts) in Kemnath begrüßt. Bild: stg
Zu der Delegation aus Zagorje ob Savi gehört auch Gemeinderat Gregor Brinjevec, den Bürgermeister Werner Nickl (von rechts) in Kemnath begrüßt.
Ins Goldene Buch, das Bürgermeister Werner Nickl mitgebracht hat, tragen sich Gregor Brinjevec, Lieutenant Colonel John W. Copeland, Samo Vrtacnik und Jiri Svec (von links) ein. Bild: stg
Ins Goldene Buch, das Bürgermeister Werner Nickl mitgebracht hat, tragen sich Gregor Brinjevec, Lieutenant Colonel John W. Copeland, Samo Vrtacnik und Jiri Svec (von links) ein.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.