"Wo ein Willi, da ein Weg" heißt das neue Programm, mit dem sich Michael ("Micha") Herold in Kemnath vorstellte. Im Festzelt neben dem Bistro "Orlando" hatte der Kabarettist quasi ein Heimspiel. Auf humorvolle Weise umschrieb er seinen Auftritt als Kabarettist so: "Da rede nur ich und keiner redet mir dagegen."
"Kennt jemand meinen Freund Willi?" fragte er. "Das ist wirklich ein Pechvogel." Bei der Bahn bekam er einen Job, weil er immer zu spät kommt. Er hat eine Hoch- oder besser gesagt eine Inselbegabung auf einem ganz bestimmten Gebiet: Keiner kann so viel saufen wie er.
"Bierfreund" Willi
Einmal hatte Freund Willi scheinbar Glück. Auf der Rennbahn in München Daglfing setzte er bei einer Pferdewette auf die Stute Luise. Sie gewann das Rennen. Er kaufte sie, aber sie erlitt beim zweiten Rennen einen Herzinfarkt und kam in den Pferdehimmel.
"Willi steht auf bayerische Kultur und ist nicht ausländerfeindlich", verriet Herold. "Mit seinem neuen Konzept zur Integration von Ausländern hat er große Erfolge." Er lädt sie in seinen Garten ein. Um sie mit der bayerischen Kultur vertraut zu machen, serviert er ihnen Leberkäse und Schweinefleisch und füllt sie mit Bier ab. Kurz entschlossen erfindet er dann von ihren Vornamen eine bayerische Version. Aus Yussuf wird Josef und aus Achmed Alis.
"Willi ist ein großer Bierfreund", verriet sein Freund Micha. Vor allem liebt er das Freibier. Seine Definition von "Komasaufen" ist ganz einfach: mehr saufen als hineingeht. Von Willi stammt auch der Satz: "Es gibt nichts Schlimmeres als wenn man großen Durst hat." Sein ausgeprägtes Durstgefühl trieb ihn bei seinem Urlaub in Hamburg sogar in ein Bordell. "Aber jetzt trinkt der Willi nichts mehr", hat sein Freund Micha erfahren. "Jetzt kifft er."
Den Stall von einem Gehöft, das er gekauft hat, hat er gleich in ein Gewächshaus umfunktioniert. "In diesem Biotop feiert er im Herbst Erntedankfest", vermutete Micha. Die Zuhörer merkten natürlich gleich, was damit gemeint war und klatschten begeistert Beifall.
Seit er eine eingefleischte Ökotante als Freundin hat, soll er Veganer werden und auf Fleisch verzichten. Damit sie nichts merkt, besorgt er sich Gemüse, das ausschaut wie Fleisch. Heitere Erlebnisse hatte Willi auch auf dem Oktoberfest, als der Oberbürgermeister das erste Fass mit den Worten "Ozupft is" anzapfte. Nach der kurzen Pause erzählte Micha Erlebnisse mit Willi im Urlaub in Ungarn und in Kroatien. Dort landeten beide versehentlich an einem FKK-Strand.
Weiterer Auftrag
Den Zuhörern hat dieser Kabarettabend von Micha sehr gut gefallen. Amüsiert verfolgten sie seinen Auftritt, bei dem er die Erlebnisse mit seinem Freund Willi kabarettistisch aufbereitete und mit viel Humor würzte. Sie sparten nicht mit Beifall. Besonders gefiel ihnen sein Gespür für Situationskomik. Von allen Seiten erhielt er positive Rückmeldungen.
"Mach weiter so", lautete der allgemeine Tenor. Auch seine Zugaben kamen bei den Zuhörern sehr gut an. Eine davon war die Geschichte von der Busfahrt. Micha Herold war mit seinem neuen Programm zufrieden. "Soeben bin ich für einen Auftritt in Pullenreuth verpflichtet worden", freute er sich. Hintergrund
Über Micha Herold
Wie wurde sein Talent entdeckt? Die Kabarettisten Walter Zauner und Angelika Baier ermunterten ihn bei einem Kabarett-Workshop in München: „Du bist ein Naturtalent und musst unbedingt weitermachen.“ Wer ist der aufstrebende Kemnather Kabarettist? Micha Herold ist verheiratet und hat zwei eigene Kinder: Raphael (21) und Mariella (14) sowie das Pflegekind Lisa-Marie (24). Von Beruf ist er Erzieher.
Im Kinder- und Jugendhilfezentrum (KJHZ) St. Josef in Wunsiedel leitet er eine Kindergruppe. Bei seinen Schützlingen im Alter von 6 bis 18 Jahren ist der humorvolle Erzieher sehr beliebt.













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