Teilnehmen durften die Klassen 8b und 8e und Teile der Klassen 9b, 9d und 9e der Kemnather Realschule. Studienrätin Andrea Bauernschmitt, Betreuerin der Schülerzeitung „Hilde“, hatte die Jugendlichen für diesen Vormittag mit Vertretern der Süddeutschen Zeitung (SZ) im Vorfeld ausgewählt.
"Was dürfen Journalisten und was nicht?" und "Welche Verantwortung tragen Journalisten?" waren Fragen, die Sebastian Beck in seinem Workshop "Ethik und Journalismus" beantwortete. Er ist bei der SZ Ressortleiter für Bayern. "Welche Bilder zeigt man und welche nicht?", "Wann spielt die Nationalität eine Rolle und wann nicht?" und "Welche Rolle spielt der Presserat?" waren weitere Themen, die der Journalist mit den Schülern besprach. Diese wollten von ihm wissen, wie Fake News (falsche Nachrichten) und seriöse Quelle identifiziert werden können.
"Mit dem Videoausschnitt von H.C. Strache (trat in Folge der Ibiza-Affäre vom Amt des österreichischen Vizekanzlers und als FPÖ-Parteiobmann zurück, Amn. d. Red.) machte die SZ international Schlagzeilen", betonte Beck. Experten hätten vor der Veröffentlichung genau geprüft, ob dieses heikle Video veröffentlicht werden dürfe. Beck zeigte kurze Ausschnitte aus diesem Skandalvideo, das in Österreich zum Sturz der Regierung führte.
Jede Stimme zählt
Eingehend diskutierte er mit den Schülern die Gründe, die trotz aller Bedenken für eine Veröffentlichung sprachen. "Jede einzelne Wirklichkeit ist ein Teil des Ganzen", machte er den Schülern klar: "Jede Stimme zählt."
"Meinungsbereitschaft und Dialogkultur" hieß der Workshop, den Jörg Hundsdorfer beim Blattmacher-Projekt der Nemetschek-Stiftung leitete. Unter dem Motto "Jede Stimme zählt" machte der Theaterpädagoge und Coach der Initiative "Gesicht zeigen" mit seiner Schülergruppe das Ja-Nein- und das Positionsspiel. "Seine Meinung deutlich vertreten", sei in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig, betonte er, ebenso die Konfrontation mit den verschiedenen Positionen und Perspektiven in der Gesellschaft. Beim Meinungsaustausch und der Konfrontation mit der Haltung anderer seien sowohl das Vermitteln der eigenen Meinung als auch das Zuhören und die Wertschätzung anderer Haltungen wichtig. "Der sachliche Dialog befähigt uns, neue Möglichkeiten zu erkunden und den Austausch als Bereicherung zu erleben."
Denkmuster hinterfragen
Sascha Müller von der Campaign Academy in London zeigte, wie sich Schüler selbst organisieren, Kampagnen gestalten und ihre Ziele sinnvoll an Schlüsselstellen positionieren können. Bei ihm lernten die Teilnehmer anhand verschiedener Beispiele die unterschiedlichsten Formen politischer Kampagnen und Aktionen kennen. Durch das gemeinsame Besprechen dieser Beispiele und deren Hintergründe wurden klassische Denkmuster hinterfragt und infrage gestellt. So eröffneten sich den Jugendlichen neue Möglichkeiten zur Gestaltung eigener Projekte. Sie erkannten, dass klassische Arbeitsweisen zur Erreichung von kurzfristigen Projektzielen nicht immer den gewünschten Erfolg bringen und dass kreative Kampagnen hier ein effektives Mittel sein können.
Den Teilnehmern an seinem Workshop gab Sascha Müller ein stilistisches Mittel mit auf den Weg, mit dem sie ihre Öffentlichkeitsarbeit wirksamer machen können. An den Diskussionen beteilige sich auch Anna Günther, die bei der SZ für die Bildungspolitik zuständig ist. Eingeladen war auch Silke Zimmermann. Sie betreut Projekte für die Demokratiebildung.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.