Ihre acht Enkelkinder Anja, Raphael, Philipp, Hans, Luise, Emma, Leon und Ruth gehen Marianne Zaus über alles. Dafür lässt sie auch ihre Pinsel liegen. Am Kirchweihmontag feierte die begeisterte Hobbymalerin 80. Geburtstag.
"Dieses Talent habe ich von meinem Vater Hans Hesse geerbt", erzählte sie. "Der hat viel mit Ölfarben gemalt." Er sei krank aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrt und bereits im Alter 47 Jahren gestorben. Bei den Ausstellungen des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung (HAK) hatte Zaus Gelegenheit, ihre Bilder einem breiten Publikum zu präsentieren. Sie ist nicht nur Mitglied beim HAK, sondern auch beim SVSW Kemnath. Gerne besucht sie jede Woche das Seniorenturnen, das Elisabeth Philipp leitet.
Zur Welt kam die Jubilarin am 22. Oktober 1938 in Georgswalde im Sudetenland. Dort besuchte sie die erste Klasse. Während des Schuljahres musste sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Hans die Heimat verlassen. Ihr Vater war zu der Zeit Soldat in Russland. In Guttenthau fand die Familie eine neue Bleibe. "Wir waren dort nicht sehr willkommen", erinnert sich Zaus. In der Volksschule in Mockersdorf kam sie gleich in die zweite Klasse zu Lehrer Max Brandl. "Wir waren vier Klassen in einem Klassenzimmer." Nach der siebten Klasse trat sie in die damalige Mittelschule Kemnath (heute Realschule) über. Sie kam in die erste Mädchenklasse, die dort gebildet wurde. Der Schulunterricht war in der heutigen Kindertagesstätte und im Lesesaal der Sparkasse.
Nach der Mittleren Reife begann die 80-Jährige eine Lehre als Porzellanmalerin bei der Porzellanfabrik Neukirchner in Waldershof. Ihrem 2007 verstorbenen Ehemann Josef begegnete sie zum ersten Mal beim Turnunterricht im Kommunbrauhaus. Näher kennengelernt hat sie ihn beim Tanzen in Guttenthau, wo er als Musikant aufspielte.
Im Mai 1963 läuteten in der neu gebauten katholischen Dreifaltigkeitskirche in Kirchenlaibach die Hochzeitsglocken. Die Ehe war mit den beiden Kindern Stefan und Doris gesegnet.
Richtig gefeiert wird mit allen Familienmitgliedern am Sonntag im Gasthaus "Zur Fantasie". Dabei freut sie sich besonders auf ein Wiedersehen mit allen Enkelkindern und mit ihrem Bruder Hans, der in Nürnberg lebt. Einer der ersten Gratulanten am Montag war Bürgermeister Werner Nickl. Stadtpfarrer Konrad Amschl überbrachte ebenso Glück- und Segenswünsche wie Isolde Schneider vom SVSW Kemnath.













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