Die lange bewährte Praxis, den Stadtplatz zum Marktplatz und zur Budengasse zu den vier Jahrmärkten umzufunktionieren, war in den vergangenen Jahren mangels Fieranten, Marktbesucher und Attraktionen immer mehr ins Leere gelaufen. Die Stadt Kemnath und der Kem-Verband setzten am Sonntag jedoch ein Ausrufezeichen zum Thema Jahrmärkte. Alle Beteiligten und Besucher freuten sich wieder über einen Frühlingsmarkt mit Pep und vielschichtigem Sortiment.
Musik von Schulbands
Bei sonnigem Frühlingswetter um die 11 Grad nahmen die Menschen das reichhaltige Angebot an einzukaufen, sich zu informieren und zu flanieren. Bereits zum Marktstart füllte sich der für den Verkehr gesperrte Marktplatz zusehends, und schon eine Stunde später war "volles Haus" angesagt. Den Marktplatz als gute Stube der Stadt säumten fast lückenlos Verkaufsstände, -wagen, Info- und Unterhaltungsangebote. Einige Fachgeschäfte hatten ihre Ladentüren geöffnet und ein anhaltend dichter Strom von Fußgängern spazierte von den geöffneten Läden in die Marktzone und umgekehrt.
Die Märkte und Fachgeschäfte boten Lebensmittel und Baumarktartikel, Geschenke, Textilien, Brillen, Hörgeräte und Schuhe am ersten Markttag des Jahres feil. Die Veranstalter hatten sich auch mehrere Attraktionen einfallen lassen. Neben dem oberen Stadtplatzbrunnen gegenüber dem Rathaus hatten Bands der Mittel- und Realschule sowie des Gymnasiums Eschenbach einen Musikpavillon aufgebaut. Mit zwei Auftritten um 14 und 15 Uhr zeigten die jungen Musiker ihr instrumentales und gesangliches Können bei rockigen Hits. Die vielen Zuhörer honorierten die Auftritte mit kräftigem Applaus.
Süßwaren-, Popcorn-, Schokofrüchte- und Essensstände fanden regen Zuspruch und man konnte sich an den Biertischen zur kurzen Rast mit Bratwurst niederlassen. Frische Backwaren, heimische Fischspezialitäten und Gewürze gehörten zum weiteren Angebot, das Bekleidungs- und Accessoire-Stände, Lederwaren, Hausschmuck und 1-Euro-Artikel abrundeten.
Autos und Hüpfburg
Zu bestaunen war zudem eine Autoausstellung mit den neuesten Modellen der Marken BMW und Volkswagen. Camperfans konnten ein Wohnmobil besichtigen und sich über neue Reisetrends informieren. Das Informationsangebot rundete eine Sonderausstellung im Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum zum Thema "Vom Fels zum Meer - Deutschland auf Landkarten aus sechs Jahrhunderten" ab.
Auch für jüngere Marktbesucher hatte der Frühlingsmarkt Attraktionen zu bieten. Die Kindereisenbahn transportierte viele kleine Fahrgäste auf ihrer Runde. Die größeren Kinder tobten sich in der Hüpfburg aus. Am Spielwarenstand mussten sich die Eltern des Öfteren den Einkaufswünschen ihrer Kleinen fügen. Vor den beiden Eisdielen bildeten sich lange Schlangen, um eine erste Eiswaffel oder -becher in der Sonne genießen zu können.
Ulrike Scherm, Inhaberin des Schuhhauses Schöpf, bestätigte auf Nachfrage das große Interesse. Sie zeigte sich mit ihrem Marktgeschäft zufrieden. Ihre Kunden belohnte sie mit einem Marktbonus. Beim Einkauf in den Fachgeschäften erhielten die Besucher ein kostenloses Los zum Gewinn eines von mehreren Preisen.
Am Blumen- und Pflanzenstand von Gärtner Egon Zöcklein aus Burgebrach deckten sich die Gartler und Liebhaber von Frühlingsblumen mit Pflanzgut ein. Sein Angebot reichte von Salat- und Gemüsepflanzenvariationen über Gewürzpflanzen bis hin zum Fensterbank- und blumigen Hausschmuck. "Für die Haufen Leut hätt's besser sein können. Aber ich bin zufrieden. Ich kenn' ja den Kemnather Markt und war früher immer da", erzählt er. Aber mit Corona sei alles aus der Bahn gegangen. "Dem Anruf der Kemnather Veranstalter bin ich heute gerne gefolgt", berichtete der Standinhaber.

























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