04.11.2019 - 15:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Für Volksmusik aus Wörth angereist

"Schöi war's heit wieder", war die einhellige Meinung der zahlreichen Volksmusikfreunde beim Musikantenstammtisch im Gasthaus "Zur Fantasie". Bis zur nächsten Auflage müssen sie sich aber etwas gedulden.

Ein großes Orchester, das keine Noten braucht, bildeten die Volksmusikanten beim Musikantentreffen im Gasthof „Zur Fantasie“.
von Josef ZaglmannProfil

Den Anfang des musikalischen Reigens machten Gabi Roth aus Röthenbach und Susi Weizer aus Wörth an der Donau mit "Ich weiß, was dir fehlt." Seit sieben Jahren treten die beiden überregional als "Duo Rot und Blau" auf. "Dieser Name stammt von den Farben unserer Harmonikas", verrieten sie. Kennengelernt haben sich die beiden auf einem Campingplatz in Wackersdorf ("in der Mitte zwischen unseren beiden Wohnorten"). Auch die Lieder "In der Fröih", "A Waldbua bin i", "Nix Amore" und "Der Paul und sein Gaul" sangen und spielten sie mit einer Begeisterung, die sich sehr schnell auf ihre Zuhörer übertrug.

Christine Bleiber aus Mitterteich begleitete sich bei "He Slavko, spiel uns eins", "Mama, bitte schau oba", "Schick mir a Bussi", "Warum weinst du, kleine Christina?", dem "Böhmischen Walzer" und einem bayrischen Landler selbst auf ihrer Steirischen Harmonika. Zudem spielte sie mit Erich Prockl bei seinen Liedern "A Heiserl im Gebirg", "I bin a Steirer Bua". Bei "Schnelle Finger" und dem "Alpenecho" zeigte der Volksmusikant aus Marktredwitz, dass er seine Harmonika gut beherrscht.

München und Santo Domingo

"Eine Herde stolzer Pferde", "Amara, das Zigeunermädchen" und "Bleib bei mir" waren die Lieblingslieder von Ludwig "Luk" Dötsch aus Schlammersdorf. Auch "Friede in den Bergen" und "Sag Dankeschön mit roten Rosen" stimmte er auf seiner Konzertina an. Einen musikalischen "Sprung übers Graberl" machte Gerd Retzer. Auf seinem Akkordeon intonierte er auch "Nach meiner Heimat da zieht's mich wieder" und "Jeder Tag bringt neue Hoffnung". Zwischendurch träumte er von einer "Nacht auf Santo Domingo". Er versteht es wie kaum ein anderer, die Zuhörer zu begeistern und zum Klatschen anzuregen. "Lasst's ma mei borische Ruah", forderte Theo Helgert aus Weiherhammer die Zuhörer auf. Dann träumte er von "Marschenka" und vom "Frühling", spielte auswendig die "Rosenkranz Polka", besang die schöne "Münchner Stadt" und sang das Kärntner Volkslied "Wohl in der Wiederschwing".

Gruß an die Frau Wirtin

Andreas Gradl aus Kirchenthumbach/Neuzirkendorf lud die Zuhörer bei den Liedern "Unter den Kastanien", "Mir san vom Woid dahoam","Grüß dich Gott, Frau Wirtin" und "Dahoam is dahoam" zum Mitsingen ein. Die ließen sich das nicht zweimal sagen und sangen bei den Kehrversen kräftig mit.

Ludwig "Luck" Lindner aus Kirchenthumbach hatte sich den "Böhmischen Traum" und den "Stilupa Boarischen" ausgesucht. Er betrachtete auch die "Sterne am Himmel" und sang vom "Mädel aus Krain". Mit "Vaya Con Dios" und "Spiel noch einmal für mich Habanera" entführte Gitarrist Helmut Reichl aus Pressath die Zuhörer in ganz andere musikalische Gefilde. Er begleitete auch Marianne Helm aus Waldsassen bei "s' Kaffeehaferl", "Oana hod immer as Bummerl" ("Einer ist immer der Dumme"), "Einkaufsrausch" und "Ich will keine Schokolade". Diese Sängerin war sehr traurig, weil ihr Akkordeonbegleiter Hans Kowatsch vor sieben Wochen im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Ein guter Liedbegleiter war auch der 17-jährige Gitarrist Sandro Weber aus Pressath. Zu manchen Musikstücken erfand Werner Ponnath mit seiner Ratsche immer wieder neue rhythmische Variationen. Auch der Moderator und Organisator Herbert Storek griff zu seiner "Steirischen" und spielte "Ich kauf mir lieber einen Tiroler Hut, "Der alte Jäger", "Don Camillo und Peppone", das Walzerlied "Fliege mit mir in die Heimat" und die "Pretuller Polka". Mit ihrem Gesang unterstützte seine Ehefrau Maria Luk Dötsch und Marianne Helm. Im Monat Dezember macht der Musikantenstammtisch Pause.

Zur Person:

Steinmetz mit Feingefühl an der Quetschn

„Glücklich sein und dabei möglichst vielen Menschen mit echter und lebendiger Musik Freude bereiten“, lautet das Motto von Erwin Hornauer. Das Harmonikaspielen ist die große Leidenschaft des gelernter Steinmetz’. Bis zum Oktober 2018 war Hornauer Leiter des Zweckverbandes des Europäischen Fortbildungszentrums für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks in Wunsiedel. Mit 64 Jahren ging er in den Ruhestand. „Seitdem habe ich mehr Zeit für mein liebstes Hobby, das zum Musizieren“, freute er sich. Erst mit 50 Jahren hatte er damit begonnen. „Knöpferlquetschn“ nennt er liebevoll seine Steirische Harmonika. Nach einem Intensivkurs in der Harmonikaschule Michlbauer im Salzkammergut lernte er daheim weiter. „Ich spiele alles nach Gehör und ganz ohne schwarze Punkte (Noten)“, verriet er. Musik, die ihm gefällt, versucht er daheim nachzuspielen.

Zum monatlichen Musikantentreffen kommt er immer gerne nach Kemnath. Für „Grüß Gott, ihr lieben Freunde“, „Auf der Autobahn“, „Ab bisserl Böhmisch“, „Tanz Gretl“,„Boarisch aufgschbuit“ und sein Loblied auf Tirol („Dem Land Tirol die Treue“) bekam er von seinen Zuhörern viel Beifall.

Beim Harmonikaspielen ist Erwin Hornauer (rechts) ganz in seinem Element.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.