26.03.2019 - 14:12 Uhr
KemnathOberpfalz

Für ein "zukunftsfähiges Gerätehaus"

Als Ersatz für das Löschfahrzeug wird ein "TLF4000" beschafft. Baulich steht beim Gerätehaus einiges bevor. Bei zwei Einsätzen werden die Brandschützer beleidigt. Für den Kreisbrandinspektor ist die Kemnather Wehr ein „besonderer Garant“.

von Michael DenzProfil

„Zur Sicherstellung eines geordneten und vor allem sicheren Feuerwehrdienstbetriebes benötigen wir ein zukunftsfähiges Gerätehaus“

Kommandant Peter Denz

Für das Löschgruppenfahrzeug LF16/12 erhält die Kemnather Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000. In der Jahreshauptversammlung berichtete Kommandant Peter Denz von den bereits gefallenen Entscheidungen der Brandschützer, Stadtverwaltung und des Stadtrates sowie den aktuellen Sachstand.

Neben Fahrzeugbesichtigungen und -vorführungen waren in den vergangenen Monaten auch viele Besprechungen, besonders innerhalb der Wehr, auf der Tagesordnung. Im Frühjahr wird das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben. Um den Stadtsäckel zu entlasten, kooperieren die Feuerwehren und Kommunen Kemnath und Marktleugast bei der Anschaffung. "Durch die gemeinsame Beschaffung zweier baugleicher Fahrzeuge erhält jede Gemeinde zehn Prozent mehr Zuschuss vom Freistaat."

Das neue Tanklöschfahrzeug verfügt über einen mehrere tausend Liter fassenden Wassertank und umfangreiche Ausrüstung, hauptsächlich für die Brandbekämpfung. "Nach über fünf Jahren in der Erkundungs- und Beschaffungsphase werden wir in diesem Jahr alle Kameraden mit der neuen persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet haben", informierte Peter Denz weiter.

Zudem erläuterte er die geplante Sanierung sowie den Um- und Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Ein Grobkonzept und erste Entwürfe über mögliche räumliche Aufteilungen eines "zukunftsfähigen Gerätehauses" seien vorgelegt worden.

Derzeit befasst sich die Feuerwehrführung mit den empfohlenen und erforderlichen Schutzimpfungen gegen Hepatitis A und B für Aktive. Diese seien aufgrund des möglichen Kontakts mit verletzten und blutenden Personen notwendig. Auch ging der Kommandant auf Themen im Bereich der Einsätze und Übungen und Dienste sowie auf anstehenden Termine ein. Der Dienst- und Ausbildungsplan sei umstrukturiert worden. Seien die Übungen im Vorjahr hauptsächlich freitags und gelegentlich samstags gewesen, so finden nun die Übungsdienste an verschiedenen Wochentagen und im Wechsel statt.

Im Frühjahr werde die Leistungsprüfung "Gruppe im Hilfeleistungseinsatz" abgelegt. Hierbei ist auch ein Leistungsabzeichen "Ü40" vorgesehen. Weiterhin richtet die Wehr den Kreisentscheid zum Bundeswettkampf der Jugendfeuerwehren am 11. Mai auf der Freisportanlage aus. Ebenfalls geplant ist die Teilnahme am Feuerwehrwettkampf "Oberpfalzcup" am 18. Mai in Fuhrmannsreuth mit einer Gruppe. Am Sonntag, 26. Mai findet das Sommerfest der Feuerwehr beim Gerätehaus statt

Bürgermeister Werner Nickl sprach ebenfalls das Gerätehaus an. Vor rund zehn Jahren sei das ehemalige Mössbauer-Areal erworben worden. Die Situation mit der alten Autowerkstatt sollte nur eine Übergangslösung sein. Er sehe nun Handlungsbedarf. Als Ziel für die bauliche Umsetzung nannte Nickl im Frühjahr 2020. Auch lobte er die Brandschützer für den Besuch von Lehrgängen, Kursen und Schulungen sowie die Teilnahme an Übungen und Diensten. Dies alles sichere nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern auch die Qualität. Den Feuerwehrverein bezeichnete der Rathauschef als große Stütze. Dabei würdigte er die Wehr für ihre vielen Unternehmungen und die Partnerschaft mit den Kameraden in Nepomuk.

"Die Feuerwehr Kemnath ist ein Garant dafür, dass sämtliche Schadenslagen in höchster Professionalität abgeleistet werden können", meinte Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther. Besonders hob er den Ausbildungsstand und die permanente Alarmbereitschaft hervor. Ebenfalls gut aufgestellt sei die Wehr bei der Ausrüstung. Großen Handlungsbedarf sah auch Braunreuther in der baulichen und räumlichen Situation beim Gerätehaus. Die gesetzlichen Vorschriften forderten eine strukturierte räumliche Aufteilung, größere Garagen und Tore.

„Dass Feuerwehrleute in der Ausführung ihres ehrenamtlichen Dienstes als „Deppen“ beleidigt werden, wurde als geringfügiges Delikt eingestuft und das Verfahren daher eingestellt“

Feuerwehrvorstand Roman Schäffler

Im Blickpunkt:

Als „Deppen“ beschimpft

Etliche Übungen, Lehrgänge und Dienste leisteten die Floriansjünger 2018 ab (wir berichteten). Bei 141 Einsätzen mussten sich die Einsätzkräfte in zwei Fällen nach Verkehrsunfällen Beleidigungen von Verkehrsteilnehmern anhören. Kommandant Peter Denz erinnerte an ähnliche Ereignisse in den Vorjahren.

Der letzte bekannte Vorfall im Kemnather Land ereignete sich im November 2018. Mehrere Feuerwehrleute waren von einem Autofahrer verbal angegangen worden. Zudem zeigte sich dieser gegenüber den Einsatzkräften uneinsichtig, was diesem eine Anzeige einbrachte. „Dass Feuerwehrleute in der Ausführung ihres ehrenamtlichen Dienstes als ,Deppen’ beleidigt werden, wurde als geringfügiges Delikt eingestuft und das Verfahren daher eingestellt“, gab Vorsitzender Roman Schäffler schwer zu bedenken.

„Ich bin froh, dass wir auf die angebotene Geldzahlung, welche uns der Rechtsanwalt des Verkehrsrüpels angeboten hatte, nicht eingegangen sind. Es gibt keine gekaufte Gerechtigkeit.“ Schäffler forderte, dass besonders ehrenamtliche Helfer besser geschützt und in der Strafverfolgung beachtet werden sollten.

Er nehme die vorgefallenen Ereignisse sehr ernst, erklärte Bürgermeister Werner Nickl. Dieses Verhalten dürfe nicht geduldet werden. Er bezog sich auf die Worte von Innenminister Joachim Herrmann beim Politischen Ascherfreitag in Erbendorf, wonach „hier gehandelt wird“.

„Für fast alle Einsatzlagen ist die Kemnather Wehr technisch ausgestattet und die Kräfte bestens ausgebildet“

Bürgermeister Werner Nickl

„Die Feuerwehr Kemnath ist ein Garant dafür, dass sämtliche Schadenslagen in höchster Professionalität abgeleistet werden können“

Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther

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