16.07.2019 - 13:48 Uhr
KemnathOberpfalz

Gebetsstuhl zum Abschied

"Die Versetzung aus dem Nahen Osten (Leonberg) haben Sie augenscheinlich gut überstanden", scherzte Bürgermeister Werner Nickl in Richtung Konrad Amschl. Ein Lob an den scheidenden Stadtpfarrer schickte der Rathauschef gleich hinterher.

Ein originelles Geschenk hat sich die Stadt Kemnath für den scheidenden Konrad Amschl (rechts) ausgedacht. Bürgermeister Werner Nickl (links) übergibt einen Gebetsstuhl und einen Stuhl zum Ausruhen, die sich der Stadtpfarrer gleich einmal aus der Nähe ansieht.
von Josef ZaglmannProfil

"Sie waren in den 17 Jahren eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft und haben mit Ihrem evangelischen Kollegen Pfarrer Dirk Grafe das gesellschaftliche Leben nicht nur im kirchlichen Bereich enorm bereichert", sagte Werner Nickl in seiner Dankesrede am Ende des Festgottesdienstes (wir berichteten) an die Adresse von Konrad Amschl. Die Gemeinsamkeiten zwischen der katholischen Kirche und der politischen Gemeinde seien vielfältig gewesen. "Wir haben uns immer sehr gut ergänzt." Nickl beteuerte: "Wir verlieren Sie nur ungern."

Als Seelsorger in Bärnau werde Amschl jetzt Waldbesitzer. "Ein Geschenk von Waldbesitzer (Stadt Kemnath) zu Waldbesitzer (Pfarrei Bärnau) kann eigentlich nur aus Holz sein", meinte der Bürgermeister. Dann präsentierte er das Abschiedsgeschenk der Stadt Kemnath: einen Gebetsstuhl und einen Stuhl zur Entspannung. "Beides soll Sie an die schöne Zeit in Kemnath erinnern, aber auch daran, dass Sie uns wieder einmal besuchen könnten."

Amschls "großes Herz für die Feuerwehr" stellte deren Vorsitzender Roman Schäffler heraus, als er auch im Namen der Brandschützer von Fortschau/Kuchenreuth, Höflas, Kötzersdorf, Schönreuth und Kemnath für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen 17 Jahren "Vergelt's Gott" sagte. Besonders würdigte er dem Seelsorger für seine Bereitschaft, sich als Notfallseelsorger zur Verfügung zu stellen. Pfarrvikarin Kathrin Spies würdigte die wunderbare ökumenische Zusammenarbeit zwischen der katholischen Pfarrei Kemnath und der evangelischen Pfarrei Wirbenz. "Gott behüte dich und gebe dir Kraft in all deinem Tun", wünschte ihm Pfarrer Grafe, der wegen einer Romreise nicht persönlich anwesend sein konnte.

"Bei so viel Frauenpower in unserem Frauenbund haben Sie tapfer ihren Mann gestanden", erklärte Vorsitzende Rita Ponnath anerkennend. Auch lud sie Amschl als Ehrengast zum Festabend zum 100-jährigen Bestehen ein. "Erzählen und predigen kann er", bestätigten ihm die Pfarrgemeinderatssprecher Peter Daschner und Sigrid Reger-Scharf. "Fleißig und sparsam war er, und seinen Pfarrgemeinderat hat er gerne gemocht."

Ein Dankeschön im Namen der Kirchenstiftung und der Kirchenverwaltung sagte Kirchenpfleger Reinhard Herr. Er verwies auf die abgeschlossenen und noch laufenden Sanierungsmaßnahmen an Kirchengebäuden und die eingeleiteten Vorarbeiten zu den Planungen und der Renovierung der Stadtpfarrkirche. Besonders hob er die Schaffung von finanziellen Reserven hervor, die Gestaltungsspielraum für die Aufgabenstellungen der kommenden Jahre ermöglichen. "Vor 17 Jahren haben wir mit nur wenigen Monaten Unterschied als Stadtpfarrer und Kirchenpfleger gemeinsam angefangen", erinnerte sich Herr. Es habe nie Spannungen oder Verstimmungen zwischen ihnen gegeben.

"Vieles wird anders, doch du wirst schon sehen, Kraft und Stütze schenkt Gott jederzeit", sangen die drei Chorgruppen. Für dieses Überraschungslied hatte Andrea Kick den Irischen Segenswunsch umgetextet.Mit Ovationen verabschiedeten sie sich von dem Seelsorger.

Wer mochte, konnte beim Stehempfang vor der Kirche noch mit Amschl ins Gespräch kommen. Die Pfarrgemeinde reicht kostenlos Getränke, Partygebäck und einen warmen Imbiss. Die Kaibitzer Schlossbläser und die Stadtkapelle Kemnath verabschiedeten sich von ihm auf musikalische Weise. Vor dem Festgottesdienst war der Stadtpfarrer in einem langen Kirchenzug von der Sparkasse über den Stadtplatz zur Kirche gezogen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.