(jzk) Frank legte seine Schutzkleidung an und band sich den Mundschutz um. Vorsichtig löste er das Netz vom Ast und steckte es in einem Müllsack. Im Bauhof werden die Gespinstnester mitsamt den gefährlichen Raupen verbrannt.
"Neben den Fraßschäden liegt die eigentliche Schadwirkung dieser gefährlichen Raupe in den gesundheitlichen Auswirkungen der giftigen Raupenhaare auf den Menschen", weiß Frank. "Die Härchen der Raupe können nämlich schwere allergische Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Wenn sie eingeatmet werden, können sie unter Umständen sogar lebensgefährlich sein." Die giftigen Brennhaare behalten jahrelang ihre Wirkung. Gesundheitliche Schäden können deshalb während des gesamten Jahres entstehen. Die Verpuppung des Eichenprozessionsspinners erfolgt Ende Juni/Anfang Juli in dichten Kokons im Gespinstnest.
"Die Begiftung der Raupen ist nur mit Genehmigung durch die Regierung erlaubt und mit vielen Auflagen verbunden", berichtet Frank. Er warnte davor, die Gespinstnester unsachgemäß zu entfernen. Handelsübliche Staubsauger seien dazu nicht geeignet, ebenso wenig wie das Besprühen mit Haarspray. "Nur ein Fachmann sollte sie absaugen, abflammen, abkratzen oder mit einem Sprühkleber bespritzen." Gefährliche Gespinstnester hat er auch noch beim Anwesen Lippers bei Eisendorf, am Galgen vor dem Kreuz und am Waldrand bei Schlackenhof entdeckt und fachgerecht entsorgt.
Die betroffenen Stellen wurden mit einem Warnschild versehen mit der Inschrift: "Vorsicht! Befall des Eichenprozessionsspinners!" Diese Befallsareale sollten auf alle Fälle gemieden werden.
"Wer ein Gespinstnetz an einem Eichenbaum entdeckt, soll sich umgehend mit dem Ordnungsamt in Rathaus in Verbindung setzen." Auf öffentlichem Gelände sind die Gemeinden verantwortlich, auf Privatgrundstücken der Eigentümer.
Ausdrücklich warnt der Stadtgärtner auch vor dem Riesen-Bärnklau, der auch Bärenkralle, Herkulesstaude, Herkuleskraut oder Bauernrhabarber genannt wird. "Der Pflanzensaft ist ätzend und schadet der Haut." Deshalb hat er auf die Areale an den Ufern der Bäche bei Eisersdorf immer ein wachsames Auge, damit sie nicht zu sehr wuchern. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen und anderen Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen führen, die schwer heilen und wie Verbrennungen erscheinen. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört.
Kemnath
22.06.2018 - 11:34 Uhr
Gefährliche Gespinste
von Josef Zaglmann
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