13.08.2018 - 12:49 Uhr
KemnathOberpfalz

Gleichberechtigung für Region

Der ländliche Raum hat nach wie vor Nachholbedarf, um das Verfassungsziel "Gleichartige Lebensverhältnisse für alle Bayern" zu gewährleisten. Daran wollen die Freien Wähler (FW) mitarbeiten.

FW-Landtagsdirektkandidat Bernhard Schmidt deckt in seiner Rede ein weites Feld an Themen ab, die darauf abzielen, die Region zu stärken.
von Arnold KochProfil

(ak) Wie Kreis- und stellvertretender Bezirksvorsitzender Hermann Schraml beim politischen Frühschoppen am Sonntag mit Landeschef Hubert Aiwanger (wir berichteten) erklärte, wolle man eine Politik aus der Mitte und nicht an den Rändern. "Unser Fokus liegt darauf, unsere Region auch im Landtag durch unsere Kandidaten zu vertreten", meinte er mit Blick auf Direktkandidat Bernhard Schmidt (Erbendorf) und Listenanwärter Thomas Riedl (Eschenbach).

Schraml monierte, dass vor allem bei erneuerbaren Energien die Firmen der Region weniger Aufträge durch die bremsende Landes- und Bundespolitik erhielten. Das sah auch Schmidt so: Vor allem das Handwerk brauche eine Entbürokratisierung, um Barrieren wie beim Ausbau erneuerbarer Energien, die besonders mit Bürgerprojekten entstehen können, zu beseitigen. "Wir brauchen Energieerzeugung in Bürgerhand vor Ort, dessen Speicherung und keine unsinnigen Stromtrassen, die unsere Landschaft verschandeln."

Schmidt stellte in seiner Rede gleiche Lebensverhältnisse im ganzen Land in den Vordergrund und erinnerte an die Erfolge mit der Abschaffung der Studiengebühren, des G 8 und der Straßenausbaubeiträge. Das Ende der Kita-Gebühren sei eines der nächsten Ziele. Auch forderte er in diesem Bereich mehr Betreuungskräfte und deren bessere Bezahlung.

In Finnland gehöre zu jeder Klasse eine zweite Lehr- oder Hilfskraft, um Unterrichtsdisziplin zu schulen. Dazu zähle das Wissen nicht nur um die Rechte, sondern vor allem um die Pflichten der Eltern. Für die Inklusion schwer- oder lernbehinderter Kinder brauche es mehr Unterstützung in der Klasse, betonte der Erbendorfer.

Die Krankenhäuser mit Notaufnahme müssten erhalten, die Hochschulangebote an der OTH Weiden erweitert werden. "Im Bereich der Teich-, Land- und Forstwirtschaft brauchen die Betriebe mehr Unterstützung, nicht nur durch Geld, sondern vor allem durch die Möglichkeit Schaden an den Erzeugnissen abzuwehren", betonte Schmidt. 180 Bauernmärkte und 3500 Direktvermarkter seien eine Bank, "doch regionale Lebensmittel müssen weiter vormarschieren".

Gesundheit und Pflege vor Ort sieht der Redner als das A und O an. Es brauche einen gesenkten Numerus Clausus für Medizinstudierende, die später Landarzt werden wollten. Zudem müssten mehr Kurzzeitpflegeplätze für Familienpflegende zur Verfügung gestellt werden. Auch gelte es, das Ehrenamt durch steuerliche und wirtschaftliche Vorteile zu fördern und zu entbürokratisieren.

Nicht nur das breite Land, sondern ganz Deutschland hängt laut Schmidt bei der Breitbandversorgung hinter her. In Deutschland hätten 3, in Spanien 60 Prozent Glasfaseranschlüsse. Das Mobilfunknetz sei nach wie vor löchrig.

FW-Landtagsdirektkandidat Bernhard Schmidt deckt in seiner Rede ein weites Feld an Themen ab, die darauf abzielen, die Region zu stärken.
FW-Landtagsdirektkandidat Bernhard Schmidt deckt in seiner Rede ein weites Feld an Themen ab, die darauf abzielen, die Region zu stärken.
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Kommentare

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Maria Estl

Recht hat er, der Bernhard Schmidt mit seinen Forderungen. Und Lösungen bietet er auch an. Eine solch konstruktive Vorgehensweise ist typisch für die meisten Freien Wähler. Als Gegnerin des überdimensionierten Stromnetzausbaus gefällt mir natürlich seine Aussage zur Energieerzeugung im Land und vor Ort. Sie basiert auf Fakten, die leider immer wieder von den Nutznießern des Netzausbaus unter den Teppich gekehrt werden. Stattdessen bezeichnen diese überflüssige Stromtrassen als das "Nadelöhr" der Energiewende. Das beste Beispiel für eine solche Verschleierung ist die neuerlich gestartete Pressekampagne , die eine weitere Beschleunigung des Netzausbaus einleiten soll. Die gesetzlichen Vorgaben sollen dazu verschärft werden. Dabei ist die jetzt aktuelle Regelung schon rechtswidrig, wie der EuGH mehrfach bestätigte. Das kümmert aber weder die Vertreter des BDEW, die diese Kampagne befürworten, noch unseren Herrn Altmeier, der den Eindruck eines willigen Erfüllungsgehilfen hinterlässt. Da lobe ich mir Menschen wie Bernhard Schmid, die Klartext reden, wenn es um die Energiewende und andere drängende Fragen geht.

14.08.2018