24.09.2021 - 11:47 Uhr
KemnathOberpfalz

In die Heimat von Kemnaths Stadtpfarrer Thomas Koch

Als kundiger Führer erwies sich Stadtpfarrer Thomas Koch (links) bei der Führung in seiner Heimatpfarrei Beidl.
von Josef ZaglmannProfil

Zu einer Seniorenfahrt in seine Heimat nach Beidl hatte Stadtpfarrer Thomas Kraus interessierte Pfarrangehörige eingeladen. „Früher war Beidl bei Geistlichen eine sehr begehrte Pfarrei", erzählte Thomas Kraus, „Es war ein Landwirtschaft (Ökonomie) dabei, und der Pfarrei hatte Anspruch auf zwei Kapläne.“ Für die in Beidl verstorbenen Pfarrherrn ist im Friedhof ein großes, liebevoll gepflegtes Priestergrab angelegt.

„Der heutige Kirchenbau stammt dem 18. Jahrhundert“, erklärte Kraus. Bauherr war das Kloster Waldsassen, zu dem die Pfarrei Beidl gehörte. Erbaut wurde sie vom Waldsassener Klosterbruder Philipp Muttone, der in der damaligen Zeit mehrere Kirchen in der Region geschaffen hat. 1979/80, kurz vor der 250-Jahrfeier der Kirche, wurde sie innen renoviert.

Die Kirche ist eine Wandpfeilerkirche. Sie ist der heiligen Gottesmutter geweiht. Das Altarbild und die Deckenfresken zeigen Szenen aus dem Marienleben. Auf den vier großen Gemälde im Hauptschiff sind die Apostel und Jünger Jesu dargestellt, die den Tod der Mutter Gottes beweinen. Sie sehen das leere Grab und den Heimgang Mariens in den Himmel, die Krönung Mariens und Maria als Königin und Schutzfrau der Kirche. Über den Pfeilern werden weitere Marienthemen behandelt. Im Chor sind auf vier kleinen Fresken die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes abgebildet.

Der freistehende Hochaltar ist beherrscht vom Tabernakel, an dessen Seite zwei Engel knien. Die Seitenaltarbilder zeigen die Schmerzhafte Mutter Gottes bei der Kreuzabnahme. An der Westseite befindet sich der wuchtige Kirchenturm mit einer Doppelzwiebelhaube.

Für Stadtpfarrer Kraus hat dieses Gotteshaus natürlich eine besondere Bedeutung. Hier wurde er getauft, hier empfing er die heilige Kommunion und hier war 2013 seine Primiz.

Als Josef Zaglmann auf der Kirchenorgel das Kemnather Kreuzweglied spielte, sangen alle andächtig mit.

Hinter dem Hochaltar befindet sich ein Durchgang zur Leonhardikapelle. Der heilige Leonhard wurde seit dem Mittelalter als Bauernheiliger verehrt und erfährt in Beidl ein hohes Maß an Wertschätzung. Die Kapelle ist im Stil des Rokoko gestaltet und wurde 30 Jahre nach der Pfarrkirche erbaut. .

Auf der Weiterfahrt nach Plößberg fuhr der Bus vorbei am Elternhaus von Kraus mit der kleinen Kapelle nach Plößberg. Die Expositurkirche St. Laurentius in Stein wurde ebenfalls von Philipp Muttone erbaut. Das Altarbild zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons. Im Deckengemälde sind Szenen aus dem Leben des heiligen Laurentius abgebildet. Er wurde mehrfach gefoltert und dann auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet. Auf dem Weltgerichtsgemälde im Altarraum hat der Künstler Adolf Hitler, Josef Stalin und Eva Braun verewigt.

Im Hotel Igel in Baumgarten konnten die Ausflügler in gemütlicher Runde bei einer Kaffee und Kuchen ihre Eindrücke miteinander besprechen.

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