13.03.2019 - 12:54 Uhr
KemnathOberpfalz

Hilfe im und nicht beim Sterben

Natürlich ist der Gedanke an den Tod bei den Kemnather Realschülern weit weg. Dennoch ist es wichtig, dass sie sich mit dem Thema Sterben befassen.

In den zehnten Realschulklassen berichtet Hildegard Haupt aus Grafenwöhr von ihrer Arbeit als Hospizhelferin und Trauerbegleiterin.
von Josef ZaglmannProfil

"Ich begleite keine Sterbenden, sondern Lebende, die bald sterben werden." Auf diese Unterscheidung wies Hildegard Haupt die Schüler der fünf zehnten Klassen der Realschule gleich am Anfang hin. Die Fachschaft Religion hatte die ehrenamtliche Hospizhelferin und Trauerbegleiterin zu einem Erfahrungsbericht zum Thema "Hospizarbeit, Trauer- und Sterbebegleitung" eingeladen.

Diese Thematik spielt im Religionslehrplan der zehnten Klasse ein wichtige Rolle. So sollen die Jugendlichen schon in dieser Altersstufe mit der Problematik von Tod und Sterben konfrontiert werden. "Meistens durchleben die Patienten vom Anfang ihrer tödlichen Krankheit bis zu ihrem Tod fünf Stufen", erklärte Haupt. Nach der Phase der Verneinung und Leugnung komme die Aggression gegen Gott oder das ungerechte Schicksal. Dann wollten die Schwerkranken mit Gott oder den Schicksalsmächten verhandeln, bevor sie oft in Trauer und Depression verfielen. Erst in der Endphase willigen sagten sie "Ja" zum Tod.

Vertrauen aufzubauen sei das Wichtigste für einen Sterbebegleiter. "Mein Ziel ist es, dass der Kranke, umsorgt von der Familie und Betreuern, möglichst ohne Schmerzen bis zuletzt leben kann." Die Betreuung könne zu Hause, im Hospiz, Pflegeheim, Krankenhaus oder auf einer Palliativstation erfolgen. Palliativstationen und Hospizeinrichtungen gebe es in Weiden und Bayreuth. Umfassende medizinische und pflegerische Betreuung, spirituelle Begleitung und soziale Beratung verbessere dort die Lebensqualität der Patienten. "Wenn etwas wichtig ist, dann ist es die Hilfe im Sterben und nicht die Hilfe zum Sterben", wusste die Referentin aus ihrer Erfahrung.

Die Zehntklässler waren sehr beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Grafenwöhrerin. Sie freute sich, über die aufgeschlossenen Jugendlichen, "in manchen Klassen kam sogar eine Diskussion in Gang".

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