Seit sechs Jahren arbeiten das Kemnather Familien- und Bürgerzentrum Mittendrin und das Atelier "Rote Katze e.V." Bayreuth beim gemeinsamen Inklusionsprojekt "Kemnaths KinderKunst" zusammen. Hier kommen drei Künstlerinnen und Künstler mit psychischen Beeinträchtigungen in Begleitung einer Mitarbeiterin einmal im Monat ins Mittendrin und gestalten kunstvoll mit einer Gruppe von Kindern ganz besondere Stühle.
Digitale Grußworte aus Berlin
Schon viele Privatpersonen und Institutionen haben einen individuell bemalten Stuhl des Projekts bekommen, unter anderem die ehemalige Sozialministerin Emilia Müller oder die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Doch nun waren die Beteiligten des Inklusionsprojekts sogar nach Berlin ins Schloss Bellevue eingeladen worden.
Wie es dazu kam, schildert Jessika Wöhrl-Neuber, Leiterin des Mittendrin: "Zusammen mit dem im Familien- und Bürgerzentrum gegründeten beruflichen Netzwerk für Frauen 'WeiberWerk' wurde ein Aktionstag zum Thema 'Frauen und die Coronakrise' geplant." Dabei hatten die Initiatoren Soziologin Professor Jutta Allmendinger und Deutschlands "First Lady" Elke Büdenbender um digitale Grußworte für die Veranstaltung gebeten. Auf die freundliche Anfrage aus dem Mittendrin sandten beide Frauen Videobotschaften aus Berlin. "Diese jeweils vier und neun Minuten langen Filme gaben am Aktionstag den Frauen neue Impulse und Bestätigung", erklärt Wöhrl-Neuber.
Aus diesem Grund beschlossen die Verantwortlichen, den beiden Rednerinnen ein Dankeschön für ihr Engagement zukommen zu lassen. In drei Treffen des Inklusionsprojekts "Kemnaths KinderKunst" gestalteten die Beteiligten einen Stuhl für das Wissenschaftszentrum Berlin, dessen Präsidentin Professor Jutta Allmendinger ist. Für Elke Büdenbender wurde ein "Rückenwind"-Stuhl in Collagentechnik angefertigt, der zeige, wie vielfältig das Leben von Frauen heute ist, wenn der gesellschaftliche Rückhalt vorhanden ist.
Von Kemnath nach Berlin
Nachdem ein passender Termin für die Übergabe der Stühle gefunden wurde, machte sich die Delegation aus Kemnath am Dienstag in der vergangenen Woche auf den Weg nach Berlin. Bürgermeister Roman Schäffler und Verwaltungsleiter Reinhard Herr begleiteten die Gruppe. Die Übergabe an Professor Allmendinger fand auf dem Campus des Wissenschaftszentrums Berlin statt.
Die Freude über ihren neuen Stuhl war der Professorin deutlich anzumerken und sie meinte, dass sie für ein Grußwort noch nie so ein schönes Geschenk bekommen habe. Da ihr klar sei, wie viel Arbeit hinter solchen Projekten stehe, ermutigte sie die Verantwortlichen, sich weiterhin für die Gemeinschaft einzusetzen.
Weg ins Schloss Bellevue
Nach einem Mittagsimbiss machte sich die Gruppe auf den Weg ins Schloss Bellevue. Dort wurde die Kemnather Gruppe in einen großen Empfangsraum geführt. "Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, beeindruckte durch ihre Freundlichkeit und Offenheit", so Wöhrl-Neuber. Sie zeigte sich begeistert über den "Rückenwind"-Stuhl, der von Marie Franz und Emily Enders enthüllt wurde. Danach nahm sie sich Zeit und ließ sich über die Arbeit des Mittendrin und die gemeinsamen Projekte mit dem Atelier "Rote Katze e.V." berichten. Sie hob das Engagement der Beteiligten hervor und machte deutlich, wie wichtig solche Initiativen für die Gesellschaft sind. "Das sogenannte Kleine ist in Wirklichkeit das Große", sagte Büdenbender.
Die Beteiligten am Projekt "Kemnaths KinderKunst" freuen sich über die positive Bestärkung ihrer Arbeit, mit welcher sie Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Teilhabe und Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen wollen. "Die Stühle dienen als Symbol dafür, dass jeder einen Platz verdient, sich in der Gesellschaft niederzulassen, Akzeptanz und Unterstützung zu finden", betont die Leiterin des Familienzentrums.
















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