03.12.2019 - 11:24 Uhr
KemnathOberpfalz

Integration mit Leberkäse

"Wo ein Willi, da ein Weg", heißt das neue Programm des Kabarettisten Michael ("Micha") Herold. Wohin dieser führt, wollten zahlreiche Zuhörer beim Heimspiel des Kemnathers im vollbesetzten Kormannsaal wissen.

Michael Herold in voller Aktion.
von Josef ZaglmannProfil
Michael Herold in voller Aktion.

Mit einer heiteren Episode aus seinem Beruf als Erzieher fing Herold Herold an. So habe er ein Kind, das Fränkisch gesprochen habe und Fan von Borussia Dortmund gewesen sei, zum Logopäden beziehungsweise zum Psychiater geschickt. "Jetzt ist es Bayern-Fan", lachte er. Gar nicht lustig fand er den Vorschlag von Präsident Donald Trump, als Schutz vor Amokläufen in Schulen die Lehrer zu bewaffnen. "Was sagt Trump zum Petrus, wenn er einmal vor der Himmelpforte ankommt?", fragte er. "Ich glaube, du sitzt auf meinem Stuhl", lautete die Antwort, die bei den Zuhörern große Heiterkeit auslöste.

"Mein Freund Willi ist wirklich ein Pechvogel", verriet Herold, als er auf seinen Busenfreund zu sprechen kam. So seien die beiden einmal versehentlich auf einem FKK-Strand gelandet. Angesichts der vielen schönen Frauen hätten sie sich nicht mehr aus der Bauch- in die Rückenlage umdrehen können. "Mein Freund Willi ist nicht dumm", erzählte der Kemnather. Dieser habe hat eine Hoch- oder besser gesagt eine Inselbegabung auf einem ganz bestimmten Gebiet: "Keiner kann so viel saufen wie er."

Einmal hatte Willi scheinbar Glück. Auf der Rennbahn in München Daglfing habe er auf die Stute Luise gesetzt. Weil diese das Rennen gewonnen habe, habe Willi sie gekauft. Aber beim zweiten Rennen habe sie einen Herzinfarkt erlitten.

Bayerische Kultur vermitteln

"Willi steht auf bayerische Kultur und ist nicht ausländerfeindlich", betonte Herold. Mit einem neuen Konzept zur Integration von Ausländern habe dieser große Erfolge." So lade er sie in seinen Garten ein. Um sie mit der bayerischen Kultur vertraut zu machen, serviere er ihnen Leberkäse sowie Schweinefleisch und fülle sie mit Bier ab. Auch erfinde er von deren Vornamen eine bayerische Version. Aus Yussuf werde so Josef und als Achmed Alis.

Besonderes Erntedankfest

Ebenso liebe sein Freund Bier. Komasaufen definiere dieser folgendermaßen: Mehr saufen als hineingeht. "Aber jetzt trinkt der Willi nichts mehr", hat sein Freund Micha erfahren, "jetzt kifft er." Daher habe Willi den Stall eines Gehöfts in ein Gewächshaus umfunktioniert. "In diesem Biotop feiert er im Herbst Erntedankfest", vermutete Herold. Die Zuhörer merkten natürlich gleich, was damit gemeint war und klatschten begeistert Beifall.

Vielen Zuhörern hat der Kabarettabend von Micha gut gefallen. Amüsiert verfolgten sie seinen Auftritt und die Zugaben kamen bei den Zuhörern gut an. Den Vogel schoss ein 84-jähriger Zuhörer ab. Der schnappte sich kurzentschlossen das Mikrofon und gab einige humorvolle Begebenheiten zum Besten. Da tobte der ganze Saal.

Dass einige von seinem Humor nicht begeistert waren, sah er ganz gelassen: "Es jedem recht zu machen ist eine Kunst, die niemand kann."

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