Einen Medienprofi und Buchautor konnte Beratungsrektor Hermann Daubenmerkl für den Elterninformationsabend der Realschule zum Thema "Medienkompetenz" gewinnen. Cem Karakaya hat nach seiner Ausbildung als Polizist vier Jahre an der Polizei-Akademie in Ankara für eine Laufbahn im gehobenen Dienst studiert. Danach stieg er bei Interpol ein, wo er in den Bereich "Neue Medien und Internetkriminalität wechselte. Seit 2008 ist er IPA-Sekretär der Verbindungsstelle München, und hier auf Cybercrime und Prävention spezialisiert.
"Ich bin der bestaussehende Türke", stellte er sich scherzhaft vor, bevor er mit Fakten seinen Vortrag vor vielen Eltern und einigen Schülern in der Turnhalle der Realschule begann: "Die Anzahl der Computer nimmt ständig zu." Auch Smartphones, Tablets und "smarte" Geräte wie Fernseher, Musikanlagen, Thermostate und Kühlschränke sammelten immer mehr Daten über uns und unsere Vorlieben. "Das betrifft mich nicht, denn ich habe nichts zu verbergen", würden viele denken. Doch das sei ein Irrtum. "Es ist erstaunlich, was man selbst aus den harmlosesten Daten machen kann", betonte der Experte. Und wer wisse schon, welche Informationen über in 20 oder 30 Jahren plötzlich gefährlich sein könnten?
"Wir müssen unsere Kinder medienkompetent machen", forderte Karakaya. Jeder dürfe Fehler machen, aber aus Fehlern müsse er lernen und Konsequenzen ziehen. Der Medienexperte hatte auch praktikable Lösungen parat: Daten auf dem PC verschlüsseln und keine Fotos von Kindern ins Netz stellen. Sie könnten kaum mehr gelöscht werden.
Medienkompetenz bedeutete für den Referenten, Suchmaschinen bedienen zu können, Nutzungsbedingungen zu verstehen, Daten zu schützen und ein Smartphone öfter abschalten zu können.
Durch seinen sehr abwechslungsreichen Vortrag gewann er immer wieder die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Er erklärte ihnen auch, wie die modernen Maschen der Hacker aussehen. Nicht das Internet sei gefährlich, sondern die Menschen, die es nutzen. "Die größte Schwachstelle ist der Mensch", gab der Referent zu bedenken.
Immer wieder zeigte Cem Karakaya auch Lösungsvorschläge auf: Die Privatsphäre achten, Passwörter wirkungsvoll verschlüsseln, Datensparsamkeit ("persönliche Daten haben im Internet nichts zu suchen"), Abschalten können ("Weniger ist mehr"), in Maßen konsumieren und nicht in die Computersucht rutschen.
Die Zuhörer bedankten sich mit langanhaltenden Beifall für seinen mitreißenden Vortrag. Geduldig beantwortete er noch Fragen seiner Zuhörer. Hermann Daubenmerkl bedankte sich bei ihm mit einem Geschenk.












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