Das Jahr 2018 sei ein aufregendes, ein intensives Jahr gewesen. "Ein Jahr wie sein Sommer", meinte Nickl und beschrieb es genauer: Heißer als es manchem lieb war. Schön und bedrohlich zugleich. Endlose Sonne über Deutschland ließ Felder vertrocknen und machte Flüsse zu Rinnsalen. Das Jahr 2018 war das sonnigste und wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
"Quälend lang war auch der Zwist in der Bundesregierung." Tauwetter hingegen im scheinbar ewigen Eis: Die Angst vor einem Atomkonflikt mit Nordkorea - plötzlich verflogen. Erzfeinde gingen aufeinander zu - alte Freundschaften gerieten ins Wanken. Es gab, so der Bürgermeister, Sorgen um das Klima, auch um das politische. Die Zukunft von Diesel und Kohle habe in Deutschland für viel Streit gesorgt. Es sei auch ein Jahr der Ungewissheiten gewesen, Vieles, was selbstverständlich gewesen sei, gelte nun nicht mehr.
"Auch für die Stadt Kemnath wird dieses Jahr 2018 in die über 1000-jährige Geschichte eingehen: Ein Jahr nicht wie alle Jahre", bilanzierte der Bürgermeister. Er erinnerte auch an die im Jahr 2018 verstorbenen Ehrenmedaillenträger der Stadt Kemnath MdL a.D. Bruno Ponnath sowie Werner Klante. Das Besondere an 2018 sei gewesen, dass Entscheidungen getroffen wurden, die weit über die nächsten Jahre hinaus die Stadt positiv entwickeln, formen, verändern.
69. Wiesenfest
"Wir wachsen weiter an Bevölkerung und haben in den letzten Wochen schon mehrfach die 5500-Grenze überschritten. Allein im Jahr 2018 hatten wir einen Bevölkerungszuwachs von nahezu 100 Personen", betonte der Bürgermeister. Die Zahl der Arbeitsplätze steige, die Kinderbetreuungseinrichtungen platzen aus allen Nähten, zwei Kinderkrippengruppen wurden zusätzlich vorübergehend im BRK-Gebäude an der Bayreuther Straße untergebracht. Der Neubau der neuen Kindertagesstätte an der Berndorfer Straße stehe vor der Tür. Neue Betriebe und Unternehmen würden sich in Kemnath ansiedeln. "Kemnath wird als Wohn- und Arbeitsort immer attraktiver", stellte Nickl fest.
Nickl erinnerte auch an verschiedene Großereignisse wie das 69. Kemnather Wiesenfest, zu dem sich der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder und sein jetziger Stellvertreter Hubert Aiwanger angesagt hatten. "Die Politiker, die nach Kemnath zum Wiesenfest gekommen sind, sind dann auch alle etwas geworden", stellte Nickl auch mit Blick auf die vergangenen Jahre fest. Und er positionierte sich deutlich: "Nur eine Partei will ich hier nicht sehen, für sie gilt der Hinweis nicht. Ich wünsche mir, dass diese bald wieder der Vergangenheit angehört."
Das Stadtoberhaupt streifte in seiner Rede zahlreiche "wegweisende Entscheidungen", die die Stadt und das gesamte Stadtbild weiter verändern werden.
Wesentlich hier sei die Entscheidung des Landkreises und der Stadt, eine neue Realschule zu bauen mit einem geschätzten Investitionsaufwand von 35 Millionen Euro. In der Folge wird in Kombination mit vielen weiteren Maßnahmen ein neuer Ortsteil entstehen. Die im Jahr 2018 beschlossene und begonnene Gewerbeoffensive läute in finanzieller Hinsicht für die Stadt eine neue Zeit ein. "Durch diese Gewerbeoffensive konnten bereits einige Firmen in Kemnath neu angesiedelt werden."
Positive Veränderung
Die Gewerbeoffensive werde die Stadt und den Haushalt in Zukunft finanziell wesentlich beeinflussen - "und zwar positiv". Auch die Rathaussanierung stehe vor dem Abschluss: In der Woche vom 25. bis 29. März werde die gesamte Verwaltung umziehen. Eine offizielle Einweihung und ein Tag der offenen Tür für die Bürger werde folgen.
Aber nicht nur in Kemnath passiere viel, auch in den Ortschaften sei einiges bewegt worden - vom Dorfgemeinschaftshaus Schönreuth über die Aktivitäten auf dem Schlossberg bis hin zur geplanten umfassenden Dorferneuerung in Löschwitz und Kaibitz. Der Bürgermeister dankte abschließend allen, die auch künftig dazu beitragen werden, dass die Gesellschaft in Kemnath so lebens- und liebenswert bleibt wie bisher und sich weiter so positiv weiterentwickelt.
Landrat Wolfgang Lippert: Herausragende Entwicklung
Der Tirschenreuther Landrat Wolfgang Lippert betonte in seinem Grußwort, dass sich in seiner Heimatstadt Kemnath auch im Jahr 2018 wieder Vieles zum Positiven entwickelt habe. Gespannt dürfe man deswegen auch auf das Jahr 2019 blicken.
„Kemnath durchläuft eine herausragende Entwicklung“, sagte der Landrat. Diese werde möglich durch zielgerichtete, moderne und an allen Altersgruppen orientierten Entscheidungen. Mitbedingt durch den Neubau der Staatlichen Realschule werde die Kommune ein ganz modernes Gesicht bekommen.
Insgesamt sei aber auch im Landkreis seit einigen Jahren mehr Selbstbewusstsein und eine Aufbruchsstimmung zu spüren: Die Arbeitslosenquote sinke, die Einwohnerzahlen stabilisieren sich. Und was das Thema ÖPNV angehe, nehme der Landkreis mit dem BAXI mittlerweile eine Vorreiterrolle ein, an der sich andere Landkreise orientieren würden.
Ökumenischer Segen
In Kemnath ist es seit über Jahren zur Tradition geworden, dass die Kommune zum Neujahrsempfang einlädt: Mehrere Hundert geladene Gäste waren zu dem Stehempfang ins Neue Foyer gekommen. Begrüßt worden waren die Gäste sowohl von zwei echten Schornsteinfegern als auch per Handschlag von Stadtoberhaupt Werner Nickl und Ehefrau Elisabeth. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Duo „Jaro und Roland“. Den ökumenischen Segen für das neue Jahr spendeten Stadtpfarrer Konrad Amschl und der evangelische Pfarrer Dirk Grafe.
















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