15.01.2020 - 15:34 Uhr
KemnathOberpfalz

Kein gutes Pflaster für Straftäter

Dank guter Prävention und noch besserer Aufklärungsarbeit der Polizei gehört das Kemnather Land zu den sichersten Landstrichen Bayerns.

Polizeihauptkommissar Dieter Striegl und Oberkommissar Thomas Schopf (vorne, rechts und links) gaben der Delegation der Freien Wähler einen Einblick in ihre Arbeit.
von Arnold KochProfil

Die Tradition der Besuche in Ämtern und Dienststellen setzte die Kreistags- und Stadtratsfraktion der Freien Wähler in der Polizeidienststelle Kemnath fort. Sie sprachen mit stellvertretendem Inspektionsleiter Polizeihauptkommissar Dieter Striegl und Oberkommissar Thomas Schopf über die aktuelle Sicherheitslage, Wünsche und Anregungen.

Striegl stellte den Zuständigkeitsbereich, Arbeitspensum und Personal vor. Demnach betreut die Dienststelle eine Fläche von 330 Quadratkilometern und rund 25 000 Einwohner. Rund 2200 der von der Leitstelle Regensburg oder direkt erhaltenen Aufträge werden von aktuell 27 Beamten abgearbeitet. Die Sollstärke beträgt 30.

Pro Jahr werden 550 Straftaten aufgenommen. Dazu kommen rund 650 bis 700 Verkehrsunfälle. Die Aufklärungsrate liegt bei rund 70 Prozent. Trotz leichter Unterbesetzung seien er und seine Kollegen mit der Arbeit, Personalausstattung und der modernen Dienststelle, die "zu den schönsten in der Oberpfalz" zähle, sehr zufrieden. Das Gebäude sei 2013 bis 2015 für über zwei Millionen Euro saniert und mit neuer Kommunikations- und Sicherheitstechnik ausgerüstet worden.

Landratskandidat Ely Eibisch sah in der öffentlichen sowie persönlichen Sicherheit ein hohes Gut. Die verstärkte Präsenz der Polizei in den Dienststellen Kemnath, Waldsassen und Tirschenreuth sei besonders jetzt angesichts zunehmender Eigentumsdelikten wichtig.

Im Regelfall leisten laut Striegl vier bis fünf Beamte rund um die Uhr Dienst. Mittels des "eisernen Schutzmannes" könne die Dienststelle zugesperrt und unbesetzt bleiben und mit bis zu zwei Streifen ausrücken. Telefonische Notrufe oder Sprechkontakte über die Haussprechstelle werden automatisch an die Leitstelle Regensburg weitergeleitet. Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt und Eibisch betonten, dass eine personelle Aufstockung dringend notwendig sei, aber durch die dreijährige Ausbildung Zeit benötige. Zudem sollten die Vollzugsbeamten von Bürotätigkeiten oder Vorführdiensten für die Justiz entlastet werden, um für mehr Prävention durch Präsenz zu sorgen. Landrat Wolfgang Lippert lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit den Dienststellen im Landkreis. "Durch die hohe Aufklärungsquote sind Straftäter gut beraten einen großen Bogen um den Landkreis zu machen." Er bestätigte der Polizei viel Gespür, richtiges Augenmaß und einen guten Ruf.

Aus die Anfrage Kemnaths von Bürgermeisteranwärter und amtierendem Zweiten Rathauschef Hermann Schraml hin berichtete Striegl von derzeit rund 60 Flüchtlingen im Dienststellenbereich, es seien keine Probleme bekannt. Die Drogendelikte hätten sich verdoppelt. Anschließend führte Schopf die Gäste durch das Dienstgebäude. Mit Kemnather Busserln (Pralinen) dankte Schraml den Beamten für die Info-Stunde.

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