Kemnath
09.04.2019 - 13:46 Uhr

Keine Borkenkäferwüste

Mit Forstdirektor Dirk Lüder folgt erneut ein Verfechter des Waldumbaus auf den in Ruhestand getretenen Johann Weber. In der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) stellte er sich und seine Ziele vor.

Forstdirektor Dirk Lüder stellte sich in der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) vor. Bild: ak
Forstdirektor Dirk Lüder stellte sich in der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) vor.

"Als Förster beschäftigt mich besonders der Waldumbau, Klimawandel und der Borkenkäfer", erklärte Dirk Lüder bei der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kemnath. Es gehe darum, den Anteil der Mischbaumarten zu erhöhen, um das Risiko zu minimieren. Standortkarte, Baumauswahl und die Vorgehensweise seien die ersten Schritte, zu denen sich seine Zuhörer forstliche Unterstützung durch Berater holen sollten, meinte der neue Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Nur durch Waldumbau könne ein gesunder und ertragsreicher Wald statt einer Borkenkäferwüste den Kindern übergeben werden. Das AELF fördere in jedem Jahr das Pflanzen von 15 Hektar Mischbaumarten. Bei 22 000 Hektar Privatwald mit 60 Prozent Fichte und 25 Prozent Kiefer sei das eine große Herausforderung auf längere Zeit.

Der Bayreuther verdeutlichte, dass Waldumbau gleichzeitig Holzeinschlag bedeutet. Zur Borkenkäfersituation erklärte er, dass im Bereich Frankenwald das Problem im August 2018 massiv begonnen habe. Bereits im September sei kein Unternehmer mehr verfügbar gewesen. Der 60-Jährige bat die Waldbesitzer, ständig auf Rindenabfall zu kontrollieren und Käferholz schnell abzutransportieren. Ab April sollte der Waldbesitzer nach der Borkenkäferverordnung alle zwei Wochen seinen Wald inspizieren. Für Lagerung und Entrindung könnten Zuschüsse beantragt werden. Befallsflächen sollten mit Laubbäumen bepflanzt werden.

Im Landkreis gebe es zwölf Hegegemeinschaften. In diesem Jahr ist die Verbisssituation bereits bei dreien zu hoch und bei drei weiteren grenzwertig. Der Jagdbehörde und Genossenschaften sei empfohlen worden, den Abschussplan zu erhöhen und die jagdlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Das Amt werde eine Borkenkäferfachkraft einstellen, die Kontakt zu Waldbesitzern und FBGs halte und informiere. Im Bereich Lengenfelder Wald soll der Waldumbau forciert werden. Bei Trockenheit sollten Containerpflanzen gepflanzt und in geschlossenen Beständen ein Voranbau mit Tannen und Buchen erwägt werden.

Lüder ist in der Nähe von Hannover geboren, im Weser Bergland aufgewachsen und hat in Göttingen studiert. Seine Referendarzeit leistete er in Bayern ab und wurde 1989 in den Staatsdienst übernommen. Nach zehn Jahren im Forstamt Goldkronach folgten vier Jahre als Stellvertreter im Forstamt Wunsiedel. Nach dessen Auflösung kam er zur Forstdirektion. Zur Forstreform 2005 wechselte er zum Bereich Privat- und Körperschaftswald und war für die Forstplanung in Körperschaftswäldern für vier Regierungsbezirke zuständig. Er leitete kommissarisch den Bereich Forsten in Kulmbach und führt seit Februar den Bereich Forsten am AELF in Tirschenreuth.

 
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