29.10.2019 - 13:23 Uhr
KemnathOberpfalz

Keine Energiewende ohne Kraft-Wärme-Kopplung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger inspizierte innovative Anlage bei Ponnath Die Meistermetzger in Kemnath.

Minister Hubert Aiwanger (Zweiter von links) ließ sich von OTH-Professor Markus Brautsch (von rechts), Konrad Bauer (Ponnath) und Thorsten Meierhofer (OTH) die Anlage erklären.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Ein Besuch bei der Firma Ponnath geht natürlich nicht ohne eine "Würstel"-Brotzeit zu Ende

Er war zu Besuch bei der Firma Ponnath Die Meistermetzger, die 2018 mit dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet worden ist, und schaute sich die dortige KWK-Anlage an. Der Kraft-Wärme-Kopplung komme bei der Energiewende eine wichtige Rolle zu, sagte Aiwanger. KWK-Anlagen würden besonders effizient arbeiten, da sie neben Strom auch Wärme erzeugen. "In diesem Fall wird bei der Firma Ponnath auch die Abkälte genutzt", wusste Aiwanger und sprach von einer "besonders vorbildlichen" Installation. Für die Energiewende sei es nach Aussage Aiwangers elementar, dass alle Optionen genutzt würden.

Er berichtete auch, dass es gelungen sei, die Bedingungen für die KWK zu verbessern. So würden auch mittelgroße Industrieanlagen in die Rentabilität kommen. Sein Ziel sei es, dass durch die aktuelle Aufklärungskampagne möglichst viele dazu animiert werden, in den Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung einzusteigen. "Auf die jeweiligen Anforderungen ausgelegte Anlagen unterstützen Energieversorger und Unternehmen dabei, die Energiebilanz zu verbessern, Emissionen zu verringern und Energiekosten deutlich zu reduzieren", betonte Aiwanger.

Die Kemnather Anlage wurde dem Minister von Prof. Markus Brautsch und Dipl.-Ing. Thorsten Meierhofer vom Institut für Energietechnik der OTH vorgestellt. Herzstück der Anlage, die seit 2016 läuft, ist ein Erdgas-Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von knapp 1300 Kilowatt. Die Besonderheit des Energieverbunds besteht darin, dass aus diesem Blockheizkraftwerk sehr flexibel Wärme auf verschiedenen Temperaturniveaus ausgekoppelt werden kann: zum einen als Dampf für die Produktion sowie als Heizwärme, zum anderen umgewandelt in Kälte bis zu -10 Grad. Dies wird über eine speziell entwickelte Absorptionskälteanlage mit einem Ammoniak-Wasser-Gemisch als Arbeitsmedium erreicht, die mit der Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk angetrieben wird und Temperaturen bis unter den Gefrierpunkt bereitstellen kann.

Darüber hinaus ermöglicht das Blockheizkraftwerk einen Notstrombetrieb, so dass bei einem Stromausfall die Versorgung des Werks innerhalb weniger Minuten wiederaufgebaut und die Kühlkette für die Lebensmittel aufrechterhalten werden kann. Die Anlage weist mit Gesamtnutzungsgraden von bis zu 95 Prozent eine sehr hohe Effizienz auf.

Im Vergleich zum Stand der Technik wird dadurch eine Primärenergieeinsparung von rund 30 Prozent erzielt, dies entspricht einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 1800 Tonnen pro Jahr.

Am Nachmittag schloss sich im Foyer der Mehrzweckhalle die Fachveranstaltung "Hocheffizienter Systemverbund mit Kälte- und Dampferzeugung" an, die die Bayern Innovativ GmbH organisiert hat.

Bürgermeister Werner Nickl stellte zum Auftakt das Energiedemonstrationsvorhaben der Stadt Kemnath vor, im Anschluss erläuterte Minister Aiwanger in seinem Referat die Bedeutung der KWK als Säule der dezentralen Energieversorgung in Bayern und diskutierte darüber mit den Teilnehmern. Weitere Fachvorträge zum Thema folgten.

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