31.03.2019 - 15:51 Uhr
KemnathOberpfalz

Von Kindern kommt viel zurück

Die Familienpatinnen im Landkreis Tirschenreuth sprechen im Kemnather Familienzentrum Mittendrin über ihre Erfahrungen. Die sind durchweg positiv.

Elisabeth Rieger, Erni Pühl, Pia Küffner, Jutta Deiml, Marianne Fütterer und Monika Bauer (von links) sprechen im Familienzentrum Mittendrin über die ehrenamtliche Tätigkeit eines Familienpaten.
von Josef ZaglmannProfil

"Familienpaten sind Familienbegleiter auf Zeit", betonte Marianne Fütterer im Familienzentrum Mittendrin. Mit Pia Kürschner ist sie für ihre Betreuung verantwortlich. Beide hatten sie die drei derzeitigen Familienpatinnen Elisabeth Rieger, Erni Bühl und Monika Bauer zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Auch Bärbel Völkl und Jutta Deiml, Vorsitzende des Kemnather Kinderschutzbundes, nahmen teil.

"Es wäre schön, wenn sich noch mehr Frauen oder Männer dazu entschließen könnten, Familienpaten zu werden", wünschte sich Fütterer. Das niederschwellige Angebot sei vor zwei Jahren im Landkreis Tirschenreuth ins Leben ins Leben gerufen worden aufgrund der Zunahme von Familien, "die in eine schwierige Lebenslagen geraten und ihren Alltag kaum mehr bewältigen können". Oft zeige sich die schwierige Alltagssituation darin, dass keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ihnen fehle die Gelegenheit, einmal alleine und ohne Kinder einkaufen zu gehen oder sich um den Haushalt zu kümmern. Vor allem Frauen seien mehrfach belastet. Zur Betreuung und Erziehung der Kinder komme oft noch die Pflege von älteren Angehörigen.

"An diesem Punkt knüpft die Idee einer Familienbegleitung auf Zeit an", erklärte Fütterer. Es sollen Ehrenamtliche gewonnen werden, die als Familienpaten für einen begrenzten Zeitraum Ansprechpartner, Helfer, Oma und Vertrauensperson für die Familien sein können. Alle drei Familienpatinnen erklärten übereinstimmend, dass sie viel Spaß und Freude bei dieser Tätigkeit haben. Sie schaffe persönliche Befriedigung, bringe Anerkennung und sei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Dazu komme der Aspekt der Nächstenliebe. "Wir bekommen viel von den Familien und den Kindern zurück."

"Es gibt keine zeitliche oder vertragliche Verpflichtung", betonte Kürschner, "der Einsatz in einer Familie kann jederzeit beendet werden." Der Begleiter solle nur eine begrenzte Zeitspanne, nicht "ein Leben lang" mit einer Familie verbunden sein - so lange, wie beide Seiten an ihrer Beziehung Freude haben. Voraussetzungen sind körperliche Fitness, Belastbarkeit, Toleranz, alltagspraktisches und erzieherisches Erfahrungswissen und Freude am Umgang mit Kindern. Außerdem muss ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt werden. Der Einsatz in einer Familie geht maximal bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

Am Kennenlerngespräch in den Familien nimmt in der Regel eine KoKi-Fachkraft teil. Vermittelt werden sollen nur Personen, die persönlich zueinander passen und auf Augenhöhe miteinander umgehen. Geld ist dabei nicht zu verdienen. Die ehrenamtlich arbeitenden Familienpaten bekommen nur eine Aufwandsentschädigung für gefahrene Kilometer. Während des Einsatzes in den Familien besteht eine Haft- und Unfallversicherung. Wer Familienpate werden möchte, kann sich an die Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen" (KoKi-Stelle) im Landratsamt wenden.

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