26.02.2020 - 12:05 Uhr
KemnathOberpfalz

Klar, frisch, keimfrei

Beim Frauenbund Kemnath steht ein Vortrag über sauberes Wasser auf dem Programm.

„Wer seine Kleidung lange trägt oder Secondhand-Ware kauft, kann die Wasserbilanz verbessern“, versicherte Stephanie Ertl beim Kemnather Frauenbund.
von Josef ZaglmannProfil
„Wer seine Kleidung lange trägt oder Secondhand-Ware kauft, kann die Wasserbilanz verbessern“ versicherte Stephanie Ertl beim Kemnather Frauenbund.

"Wie können wir dazu beitragen, die Qualität unseres Trinkwassers zu erhalten?", fragte Rita Ponnath bei der Versammlung des Kemnather Frauenbundes im Pfarrheim. Für den Vortrag "Wasser - ein kostbares Gut" war es ihr gelungen, Stephanie Ertl vom Verbraucherservice Bayern als Referentin zu gewinnen.

"In Deutschland steht uns Wasser tagtäglich wie selbstverständlich zur Verfügung - klar, frisch und frei von Keimen", begann sie. Das garantieren die gesetzlichen Bestimmungen für unser Leitungswasser. Es ist damit das am besten kontrollierte Lebensmittel.

Etwa 130 Liter Trinkwasser verbraucht jeder in Bayern im Schnitt pro Tag, um Bedürfnisse wie Essen, Körperpflege und Wäschewaschen zu befriedigen. "Alles Wasser, das wir nutzen, wird zu Abwasser. Je stärker das gebrauchte Wasser verunreinigt ist, desto aufwendiger und kostenintensiver müsse es aufbereitet werden.

Deshalb empfahl die Referentin, kostbares Trinkwasser sparsam zu verwenden und möglichst wenig zu belasten. Beispielsweise ließen sich durch überlegte Wäschepflege Wasser und Chemikalien einsparen. So sollte die Maschine möglichst mit der maximalen Füllmenge beladen und Waschmittel nach Wäschemenge, Verschmutzungs- und Härtegrad dosiert werden. Hochkonzentrierte Pulver seien besonders empfehlenswert, eine genaue Dosierung sei besonders wichtig. Auch Körperpflege- und Reinigungsmittel sollten sparsam verwendet werden.

Die Wassernutzung im Haushalt sei minimal im Vergleich zum Wasserbedarf, den unser Konsum verursacht: Rund 4000 Liter seien notwendig, um Produkte herzustellen, die jeder in Deutschland im Schnitt täglich konsumiert.

Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte hätten den höchsten Anteil am weltweiten Wasserverbrauch. Ein hoher Wasserverbrauch wie bei Kaffee sein nicht zwangsläufig negativ zu beurteilen, entscheidend sei das Wasserangebot vor Ort. Ebenfalls wichtig sei, ob Wasser beispielsweise durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verunreinigt wird.

Die Expertin zeigte beispielhaft den Wasserverbrauch von Pflanzen auf und gab Tipps zum Kauf von Lebensmitteln. "Kaufen Sie regionales Obst und Gemüse entsprechend der Saison. Essen Sie tierische Produkt in Maßen und bevorzugen Sie Bio-Lebensmittel, Vermeiden Sie Lebensmittelabfälle. Bevorzugen Sie Papierprodukte und Hygieneartikel aus Recyclingpapier, Achten Sie beim Kauf von Kleidung und Gebrauchsgegenständen auf Qualität. Vermeiden Sie Fehleinkäufe." Empfehlenswert sei ein sparsamer Umgang mit Papier. Pro Kopf würden in Deutschland jährlich rund 250 Kilogramm verbraucht, der weltweite Durchschnitt liege bei 57 Kilogramm. Insbesondere Produkte aus Frischfasern seien mit hohem Wasserverbrauch verbunden. Dagegen erfordere die Herstellung aus Altpapier bis zu 70 Prozent weniger Wasser und schütze zudem Wälder. Der Blaue Engel kennzeichnet Papier- und Hygieneartikel aus Recyclingpapier.

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