07.11.2019 - 14:35 Uhr
KemnathOberpfalz

Kommune de facto schuldenfrei

Jede Menge Zahlen, Statistiken und Fakten hatte Bürgermeister Werner Nickl bei der Bürgerversammlung im Landgasthaus Busch in Kötzersdorf im Gepäck: Sie ergaben ein äußerst positives Bild der Entwicklung der Kommune Kemnath.

Bürgermeister Werner Nickl (links) referierte im ersten der Bürgerversammlung über die Entwicklungen in der Kommune, Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml (rechts) moderierte die Aussprache und Anfragen der Bürger.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Überschaubar war der Andrang bei der ersten von drei Bürgerversammlungen: Gut 80 Minuten lang informierte Rathauschef Werner Nickl über die Entwicklung der Kommune im laufenden Jahr. Er warf aber auch schon einen Blick nach vorne.

Leichter Rückgang

Positiv sei die Bevölkerungsentwicklung: Aktuell seien 5470 Bürger mit Hauptwohnung in Kemnath gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein leichtes Minus. Begründet sei dies vor allem durch eine relativ niedrige Geburtenzahl, eine relativ hohe Anzahl an Sterbefällen und einem Anstieg an Abmeldungen des Erstwohnsitzes. "Letzteres vor allem zum 1. Oktober, wenn das Studiensemester beginnt", erklärte Nickl. Im Vergleich mit den anderen großen Kommunen im Landkreis wie Tirschenreuth, Waldsassen und Mitterteich über die vergangenen 30 Jahre steige in Kemnath die Einwohnerzahl an beziehungsweise bleibe konstant, während es im östlichen Landkreis kontinuierlich nach unten gehe.

Mit Blick auf den Haushalt erläuterte der Bürgermeister, dass dieser im laufenden Jahr ein Gesamtvolumen von über 39 Millionen Euro habe. 2018 seien es noch knapp 30 Millionen Euro gewesen. Verändert hätten sich die Zahlen vor allem durch die "Gewerbeoffensive" der Kommune, die zum niedrigsten Gewerbesteuersatz in Bayern geführt habe. Der für 2019 getroffene Ansatz von 11,6 Millionen Euro bei den Gewerbesteuereinnahmen werde noch übertroffen, kündigte Nickl an. Zum Jahresende werde voraussichtlich einen Rücklagenstand von knapp sechs Millionen Euro erreicht werden. Bei einem Schuldenstand von dann voraussichtlich 4,6 Millionen Euro bedeute dies, dass die Kommune de facto schuldenfrei sei.

Satte Zahlen präsentierte der Bürgermeister auch im Bereich Kinderbetreuung. In der Krippe sind es in fünf Gruppen 59 Mädchen und Buben, im Kindergarten in sechs Gruppen 124 Kinder, im Waldkindergarten 17 Kinder sowie im Hort mit zwei Gruppen 23 Kinder. Im Kindergarten St. Anna in Waldeck sind 21 Kleine untergebracht, das Kinderhaus Kastl wird von elf Kindern aus Löschwitz und Kaibitz besucht.

Nach wie vor leicht rückläufig sind die Schülerzahlen in Kemnath: 217 Mädchen und Jungen sind es in der Grundschule, 106 in der Mittelschule, in den M-Klassen können 60 Schüler gezählt werden. "Mittlerweile gibt es sehr viele Angebote, die es der Mittelschule nicht leicht machen", meinte Nickl. Nach wie vor auf hohem Niveau rangiere die Staatliche Realschule Kemnath bei leicht sinkenden Zahlen mit 835 Schülern.

Bauboom hält an

Die Entwicklung auf dem Bausektor beleuchtete der Bürgermeister ebenfalls: Seit der Bürgerversammlung 2018 seien Bauanträge für 16 Wohnhausneubauten, 13 An- und Umbauten, 10 gewerbliche Bauvorhaben, 5 landwirtschaftliche und 8 sonstige Bauvorhaben gestellt worden. "Der Bauboom hält an", freute sich der Redner. Das zeige sich auch an der sehr guten Nachfrage für das neue Baugebiet Lohäcker, das noch nicht begonnen wurde, wo aber alle Bauplätze bereits belegt seien.

Freie Bauplätze in Privateigentum gebe es noch 46. "Das hier nichts passiert, ist natürlich ärgerlich", sagte der Bürgermeister. (Bericht folgt).

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