27.02.2020 - 14:24 Uhr
KemnathOberpfalz

Kritk an "Zweiklassengesellschaft"

Die Freien Wähler sind zu Gast bei der BRK-Rettungswache in Kemnath.

Info-Besuch FW-Delegation BRK Kemnath: (von links) Hermann Schraml, Christina Konz, Ely Eibisch sowie (von rechts) Michaela Diesner, Richard Ritter, Stefan Binner.
von Arnold KochProfil

Über die Arbeit, Wünsche, Sorgen und Nöte im beruflichen und ehrenamtlichen BRK-Rettungs- und Bereitschaftsdienst informierten sich Stadt- und Kreisräte der Freien Wähler (FW) sowie FW-Landratskandidat Ely Eibisch und FW-Bürgermeisterkandidat Hermann Schraml in der Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Kemnath.

Bereitschaftsleiterin Christina Konz und BRK-Jugendleiterin Michaela Diesner führten durch die Einrichtung. Am Standort Kemnath sind zwei Rettungsfahrzeuge stationiert. Die beiden hauptberuflichen Kräfte Stefan Binner und Richard Ritter erläuterten ihren Rund-um-die-Uhr-Schichtdienst, bei dem sich manchmal bis zu 60 Arbeitsstunden pro Woche häufen. Probleme gibt's mit der personellen Ausstattung. Derzeit sind 9,5 Fach- und 5 Rettungskräfte verfügbar.

Beim Rundgang durch das große und modern ausgestattete Gebäude erklärte die Bereitschaftsleiterin, dass dieses in die Bereiche ehrenamtlicher Bereitschaftsdienst und öffentlich-rechtlicher Berufsrettungsdienst aufgeteilt ist. Konz berichtete, dass die dreijährige Ausbildung zum Rettungssanitäter eingeführt wurde und die Nähe zur Berufsfachschule Bayreuth örtliche Vorteile bringt. Derzeit gibt es am Standort acht Bereitschaftsmitglieder, die hier auch hauptamtlich arbeiten. Sie werden von sieben Ehrenamtlichen unterstützt.

Weiterer Klärungspunkt ist der gravierende Unterschied bei der Freistellung ehrenamtlicher Rettungskräfte bei der Feuerwehr und beim BRK-Bereitschaftsdienst: Der Feuerwehrler wird vom Arbeitgeber dazu freigestellt und erhält seinen Lohn weiter. Der Arbeitgeber lässt sich die Fehlzeit von der Kommune erstatten. Die Helfergleichstellung greift beim ehrenamtlichen BRK-Dienst nicht. Die Ehrenamtlichen müssten auf verlorene Arbeitszeit und Lohn verzichten oder diese nachholen.

Die Helfergleichstellung gilt nur beim Katastrophenschutzfall oder Unterstützung des hauptamtlichen Rettungsdienstes. Eine Gleichwertigkeit zur Aufwertung des Ehrenamtes sei dringend geboten. Dies gilt auch für die mangelhafte Finanzierung des Sachaufwandes im ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst. Dies wird hauptsächlich durch Spenden und Absicherung von Veranstaltungen finanziert.

Eibisch und Schraml fassten zusammen, dass im hauptamtlichen Bereich Fachkräftemangel besteht, der Nachwuchs im Ehrenamt zufriedenstellend ist. Angegangen werden müsse die Helfergleichstellung und die bessere Finanzierung des Ehrenamtsbereiches.

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