24.03.2019 - 13:52 Uhr
KemnathOberpfalz

Laufställe in Hälfte der Betriebe

Zahlreiche Veranstaltungen füllen den Terminkalender der Kemnather Jungbauernschaft. Vor allem die Milchviehhalter unter ihnen beschäftigt das Thema der Anbindehaltung. Dazu gab es jetzt Informationen.

Vorsitzender Tobias Vogel beleuchtet das Aktionsprogramm 2018 der Jungbauern.
von Arnold KochProfil

Rund 30 Mitglieder waren am Donnerstagabend in den Kormann-Saal gekommen, um die Berichte des Vorstandes des Rings Junger Landwirte im Verband der Bayerischen Jungbauernschaft zu hören. Aber auch das, was Manfred Zintl vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) zu sagen hatte.

Er lobte die Zusammenarbeit mit der Jungbauernschaft und insbesondere mit den Milchviehhaltern. Bei Letzteren habe es in den vergangenen 30 Jahren einen großen Wandel gegeben. "1980 kostete ein Kilo Rindfleisch 8 D-Mark und ein Liter Milch 80 Pfennig. Nur durch enorme Leistungssteigerung, Züchtung, Mehrproduktion und Kostensenkung konnten sich die Betriebe bei unveränderter Marktlage bis heute behaupten", erklärte der Fachmann.

In der Diskussion stehe nach wie vor, die in der Öffentlichkeit kritisch gesehene Anbindehaltung. Eine gesetzliche Auslauffrist gebe es noch nicht. Auch die Molkereien machen mittlerweile Druck auf die Milchviehhalter, auf Laufställe umzustellen. Nach deren Vorstellung solle es bis 2030 keine Anbindeställe mehr geben.

Im Kreis Tirschenreuth gebe es 500 Milchvieh-, davon 250 Laufstallbetriebe. Die überwiegende Zahl davon befinde sich im östlichen Landkreis. Inzwischen werden aber schon 73 Prozent des Milchviehs in Laufställen gehalten. Für Investitionen werde momentan ein Zuschuss von 30 Prozent bei gedeckelten Baukosten von 400 000 Euro mit Tendenz nach oben ausgereicht.

Der Trend bei der Milchwirtschaft gehe hin zu automatischen Melksystemen. 40 Landkreisbetriebe arbeiteten bereits damit. Abschließend erläuterte Zintl, dass sich der Staat immer mehr aus der Beratung zurückziehe. Er forderte dazu auf, die Artenvielfalt in der Natur zu fördern; dazu sei auch ein Umdenken notwendig. Vorsitzender Tobias Vogel berichtete nach der Totenehrung von vier Vorstandsitzungen und elf Veranstaltungen. Im April fand der Powern-Ball in der Mehrzweckhalle mit Organisation der Versteigerung statt. Im Juni folgten eine Schau auf dem Hof von Mitglied Reinhard Etterer und Teilnahme am Bauernmarkt in Kemnath mit einer Kinderbelustigung.

Weitere Aktionen waren eine Altstadtführung durch Kemnath, ein Grillfest in Berndorf, Werksbesuche bei Fendt in Wagenbrunn und Pöttinger in Landsberg sowie ein Kegelabend. Nach der Fahrt zur Kalendermädelparty in Neuenmarkt. Im November fand in Erbendorf ein vom Bauernverband organisierter "Bauerntag der Generationen" statt. Dort waren die Jungbauern mit einem Stand vertreten. Ende November besuchten Mitglieder die Junglandwirtetage. 2019 standen der Powern-Ball, ein Pflanzenbautag und das siebte. Agrarforum mit der Raiffeisenbank in Erbendorf im Kalender. Gespräche mit dem Bund Deutscher Milchviehhalter und zum Thema "Rettet die Bienen" fanden statt. Insgesamt trafen sich die Mitglieder zu fünf Stammtischen. Diese werden noch fortgesetzt.

Schriftführer Wolfgang Schäffler teilte den aktuellen Mitgliederstand von 230 mit vier Aus- und elf Eintritten mit. Zwei Rundbriefe gingen raus. Die Tendenz geht hin zum E-Mail-Versand. Kassier Daniel Wöhrl berichtete von einer nach zwei Powern-Bällen wieder gut gefüllten Kasse. Hauptausgabeposten waren die Busfahrten zu Herstellern und Portoausgaben. Kassenprüfer Reinhard Etterer bestätigte ihm eine einwandfreie Arbeit. Es folgte ein Vortrag des Juristen zum Thema "Aktuelles aus dem Agrarrecht".

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