05.08.2019 - 11:06 Uhr
KemnathOberpfalz

Legosteine als Rollstuhlrampe

"Mit Legosteinen Hürden überwinden" will das Netzwerk Inklusion im Landkreis Tirschenreuth. "Das ist eine pfiffige Idee, die in unserer Region kaum bekannt ist", erklärt Christina Ponader.

„Die Legorampe funktioniert bestens“, bestätigt die Kemnather Physiotherapeutin Sabine Schraml (links) der Sozialpädagogin Christina Ponader vom Netzwerk Inklusion im Landkreis Tirschenreuth.
von Josef ZaglmannProfil

Beim Kreisjugend- und Familientag am 6. Juli im Seeleitenpark baute die Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte (Mitterteich und Tirschenreuth) mit Kindern aus handelsüblichen Legosteinen mobile Rampen für Rollstuhlfahrer, Rollatoren oder Kinderwagen, damit diese Bordsteine überwinden können. Anleitungen dazu hat die Sozialpädagogin von Machern aus Bielefeld und Köln bekommen. Dort läuft die Aktion bereits mit großem Erfolg.

Fleißig wurden beim Kreisjugend- und Familientag Steinchen für Steinchen auf Grundplatten gedrückt und festgeklebt. "Leider wurde das Ziel, noch an diesem Tag Rampen fix und fertig zu bauen und bei der Physiotherapie Schraml ganz in der Nähe einem Echtheitstest zu unterziehen, nicht erreicht", bedauert Ponader. Dafür sei die Zeit einfach zu kurz gewesen. Sie gibt aber nicht auf. "Diese ungewöhnliche Aktion im Sinne der Inklusion wird im Herbst weitergeführt."

Bisher hat sie über 100 Kilogramm der Klötzchen von privaten Spendern bekommen. "Wir nehmen aber den Kindern nicht die Spielsachen weg", betonte die Sozialpädagogin, "es sind alte, abgenutzte Steine". Bei dieser Aktion gehe es auch um Upcycling ("Aus Alt mach Neu"). "Pro Rampe werden etwa 600 Legosteine benötigt", weiß Ponader. Die Bauzeit beträgt etwa fünfeinhalb Stunden. 18,5 Zentimeter soll eine Rampe an der Stirnseite hoch werden. Aus Sicherheitsgründen muss die Unterseite rutschfest sein.

"Um mehrere Rampen zu bauen, müssen noch viele passende Legosteine aus den Schachteln gekramt werden", meinte Christina Ponader. Jedes ist ein Unikat. Sie hofft, mit diesem Projekt einen nicht unerheblichen Beitrag zum Thema "Inklusion" zu leisten. Daher werden weiterhin Legosteine angenommen. Es können sich auch Organisationen und Geschäfte melden, die eine solche Rampe ausprobieren möchten. Kontakt und Abgabe beim Netzwerk Inklusion, Kirchplatz 4-5, 95 666 Mitterteich, christina.ponader[at]lh-tir[dot]de oder Telefon 09 633/400 325. Abgabestellen werden nach Vereinbarung auch bei anderen Partnern im Landkreis eingerichtet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.