27.10.2019 - 14:41 Uhr
KemnathOberpfalz

Manchmal frech, immer kurzweilig

Sketche, Musik-Kabarett und amüsante Wortklauberei sind das Rezept für eine "Lachnacht". Dazu versammelte Moderator Atze Bauer vier weitere Künstlerkollegen auf der Bühne.

Für Begeisterung sorgte das Künstlerensemble mit Moderator Atze Bauer, Wortakrobat Dr. Oliver Tissot, Sketch-Duo „Steckerlfisch & Schlagsahne“ alias Angelika Aschbacher und Christian Haller sowie Bewie Bauer (von links) bei der ersten Kemnather Lachnacht im Foyer der Mehrzweckhalle.
von Redaktion ONETZProfil

"Habt Spaß, gebt Gas, die Halle hält das aus!", forderte "Lachnacht"-Erfinder Atze Bauer das Publikum bei der ersten Kemnather "Lachnacht" im Foyer der Mehrzweckhalle auf. Er musste kein zweites Mal darum bitten. Die rund dreistündige heitere und abwechslungsreiche Mixed-Show mit Künstlern aus den Bereichen Comedy, Kabarett und Musik sorgte für Kurzweil und gute Laune, wobei auch die Lachmuskeln kräftig strapaziert wurden.

Amüsante Überlegungen

Moderator und "Lachnacht"-Macher Atze Bauer verstand es, als fränkischer Lieder-Chaot und Musik-Comedian das Publikum auf den Abend einzustimmen. Eindrucksvoll bewies anschließend Bewie Bauer - sein richtiger Name ist eigentlich Martin Bauer - mit seiner Rockgitarre, dass er nicht nur musikalisch, sondern manchmal auch nachdenklich, aber am Ende vor allem urkomisch ist. Dabei erzählte der Wahl-Münchner, geboren im oberbayerischem Erding, aus seinem Familienleben und blickte zurück auf die 80er Jahre, als in Wollstrumpfhosen Völkerball gespielt wurde. Der Kabarettist ging amüsant der Überlegung nach, "wie es sein könnte", wenn Franz Josef Strauß im Jahr 2028 sein 50. "Bühnenjubiläum" feiern könnte. All seine hintergründigen Fragen sorgten beim Publikum für Begeisterung.

Eigene Weihnachtssongs

Nicht minder sorgte das Duo "Steckerlfisch & Schlagsahne" (Angelika Aschbacher und Christian Haller) aus Rosenheim mit einem bayerischen Comedy-Sketch-Schauspiel für gute Laune und Heiterkeit: Ein Streitgespräch zwischen dem von Zahnschmerzen geplagten Ehemann und seiner Gattin wurde von einem Telefonanruf ihrer 22-jährigen Tochter Karin unterbrochen. Diese habe Heiratsabsichten, war dem Telefonat zu entnehmen. Dies sorgte beim Ehepaar für Entsetzen. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als Tochter Karin den Vater mit Zahnweh informierte, dass ihr Zukünftiger mit Namen "Futzi" Zahnarzt sei. Zudem zeigte das Duo Szenen von einem Schwimm-Nachmittag, verbunden mit einer Brotzeit. Schließlich trugen "Steckerlfisch & Schlagsahne" noch vorweihnachtliches Liedgut in eigener Interpretation vor.

Eloquenter Entertainer

Den zweiten Teil leitete Moderator Atze Bauer musikalisch - angelehnt an einen Song der "Toten Hosen" - mit Witz und Humor ein. Weitere Songs, wie "Wir saufen wie die Räuber auf den Edmund Stoiber", aber auch gesungene Reime auf Parteien und Bundespolitiker folgten. Höhepunkt der ersten Kemnather "Lachnacht" war der Auftritt von Dr. Oliver Tissot, bekannt als Wortakrobat aus der "Fastnacht in Franken". Er sorgte als "Lachverständiger" in charmanter und amüsanter Art für Kurzweil. Bestens kannte er das Geschehen in und um Kemnath. So wusste er einiges über den Bürgermeisterkandidaten Roman Schäffler oder die ehemalige Waffenmanufaktur in Fortschau und interpretierte dies künstlerisch. "Weil´s wurscht is" hat das Unternehmen "Ponnath - Die Metzgermeister" seinen Sitz in Kemnath, habe er in Erfahrung gebracht. Der eloquente Entertainer, der die Lachmuskeln des Publikums kräftig strapazierte und tosenden Applaus erntete, nahm auch den Dieselskandal ins Visier und verglich diesen mit Sand im Getriebe: "Es hat sich jedoch herausgestellt, es war ,Winterkorn'". Auf die Frage "Was ist die wichtigste Nation?" lautete seine Antwort: "Halluzination!"

Musikalischer Abschied

Die Zugabe-Rufe ließ Tissot nicht unbeantwortet. Er verriet, er sei nicht alleine nach Kemnath gekommen, denn er habe seine Kinder mitgebracht, die während der Veranstaltung die Autos der Gäste nach Wertsachen durchsucht hätten. Diese könnten nun bei Ebay erworben werden, scherzte der Mittelfranke. Beim Finale verabschiedeten sich die fünf Künstler samt Moderator gemeinsam musikalisch von der Bühne.

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